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Der Israelit · 1887-03-17 · Heft 22 (17.3.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 22 (17.3.1887)
Date
1887-03-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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LXVM. Jahrgang Erste Beilage zu Nr. 22 des Israelit. Z-ttmrgsuachrichten und (korrcspoudenzerr. Deutschland. Lulzbnrg (Baden), 13. März. In der Eorrcspondenz „Berlin" inNr. 20 des „Israelit" ist der Name meines scl. Vaters, des Verfassers des z~zrz mx, nicht richtig angegeben; es must dort bersten:„RabbinerEmanuclDrcyfust in Sulzburg (Baden>" M. Dreyfust. Altona, 11. März. Die aus den „Hamburger Nachrichten" in Ihre geschätzte Zeitschrift (Nr. 20 des Isr.) übergcgangcne. von hier datirte Eorrcwondcn; bedarf der Berichtigung, da an derselben kaum ein Üörvchcn Wahres ist. Vor fünf oder sechs Jahren wollte ein Herr Dr. D., der damals Mitglied des Gemeindevorstandcs war, sein Löhnchen nicht beschneiden layen; bei der bald daraus stattgchabtcn Neuwahl wurde er nicht wicdergewählt. — Das ist das Wahre an der Sache; alles Uebrige hat seinen Grund in der Phantasie des Ntponcrs der „.y. N.", die übrigens schon eine Berichtigung gebracht haben. Oestcrr.-Ungar. Monarchie. Nadautz, im März. Als einst in einer Gesellschaft von' rcrn tdS-i, die gelegentlich einer rrsr r.T;*o in heiterster Stimmung sich befanden, mehr oder weniger gelungene Wiste und bcistcnde Lürkasmcn über den Chassidismus losgclasscn wurden, da erhob sich -vr-zn -rw, der als der Geistreichste unter den Geistreichsten, eines wohlvcrfernen Ansehens sich erfreute, und wehrte diesem Treiben mit folgendem trcsstichcn Apcrmt ab; y sagt bekanntlich iu rrrcn vby, c*?r,n yzn freuen sich in Ehren, nun wisset Ihr, rvarum dieser Sap mit dem Verbum und nicht wie Wnst üblicher mit dem Hauptworte z'Tzn beginnet, ganz einfach dämm, weil dieser Vers mit -rzz endigen sollte, nun meine Lieben „wer mit ~VDn cnfcngt (dieselben nämlich zu reizen) kann nicht mit Ehre onfhören." _ Nun ich daran gehe, rncin in meinem vorigen schreiben gegebenes Versprechen, über das Rebbcwrirn zu rcfcriren, cinzulöfcn, kommt mir der erwähnte Spmch in den Sinn, und wäre derselbe auch im Stande, mich von der gegenwärtigen Einlösung inciner Zusage um so eher abzuhalten, alzum bekannten Tichlcrworle „Gefährlich ist's den Leu zu wecken" ergänzend hinzugcsügt werden könnte „noch gefährlicher ist » den Ton zu necken," da ich aber keineswegs beabsichtige, in folgenden Zeilen, über den Ehafsidismus ein absprechcndcs, wegwerfendes llrthcil zu fällen, sondern gerade, im Gegenthcil, für denselben apologetisch eintreten will, so kann ich unbeirrt nnd unbefangen meiner freiwillig übernommenen Referentenpflicht nachkonnnen. Vor Allem sei constatirt, daß der Ehassidisntus bei Weitem besser ist als sein Ruf, den ihm nur die dcstmktive, alles religiöse untergrabende, und alles Erhabene zum Lächerlichen herabzichende Tendenz angcdichtct. Alle jene Burlesken und Schwänke, welche die Vorkämpfer der neologen Richtung in ihren diversen Parteiorganen über das Rebbewesen ablagcrn, und damit deniselben den Fluch der Lächerlichkeit anzuhcften suchen, indem sic den Ehafsidismus als Popanz schildern, der geeignet, grosteu und kleinen mindern Schrecken einznjagcn, alle diese Enlsicllungen dürfen durchaus nicht als baare Münze, sondern müssen weit unter Pari angenourmen werden, denn wohl kann man nicht den Ehafsidismus als tadelloses, uachahmeuswenhcs Muster ancmpfchlen, wohl hat er, wie alles Menschliche, so nianche Fehler und Gebrechen, die ihn verunzieren und verunstalten, und daher auch arg discreditiren, ober jene voreingenommene Vorstellung, die man sich, insbesondere im Auslande, wo man ihn noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen, von demselben macht, ruht durchaus auf irriger Voraussetzung, und ist cs auch nur diese falsche Prämisse, von der aus der Ehafsidismus als lächerliche Earricatur und den Spott herausforderndes Zerrbild erscheint. Schon der Name „Wunderrabbi", den man mit rasfinirtcr Absichtlichkeit dem geistigen .Haupte der Ehassidinl von gegnerischer Seite bcigclcgt, um now^n t->k omen schon dadurch, vor der üentigcn wenig wnndcrgläubigcn Zeit, die ganze Sache in gründlichsten Mißcrcdit zu bringen, schon dieser Name entspricht nicht bei weitem den wirklichen Verhältnissen; den» hat es auch einzelne, hervorragende Männer unter den „Reddes" gegeben; (und gibt cs vielleicht noch heute deren Manche) von denen die fromme Legende einen ganzen Sagen- Mythos ihrer vollbrachten Wundcrthaten zu erzählen weist, die sie entsprechend der so oft sich bcwahrhei-

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