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Der Israelit · 1887-01-27 · Heft 8 (27.1.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 8 (27.1.1887)
Date
1887-01-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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S7. J-».i NelleirWiscke Meilage m Kr. $. i***7. mmAm MZ^^für dasL^' «rSjlM WrthodoLe MuderrthumÄ! ISEEEEBfö: Das Stammhaus der Familie Rothschild in Frankfurt a.W. (Siehe AUuftralion Seile 139.);. ri^ ic alte Franksuncr Fudcngasie erislirt nicht ~^^/2 mehr; das einzige Haus derselben, welches ^-'S'ä der Nachwelt erhallen bleibt, ist dasjenige, welches wir heute im Bilde unseren geehrten Lesern vorsührcn, aber auch das sicht nicht an der alten Stelle. Es war lein angcnehincs Gefühl, welches bcn die alte Frankfurter Fudcngasie Durchschreitenden überkam. Eine schmale Gasie, in die das Sonnenlicht kaum cinzisdringen vermochte, wurde von beiden Seiten von vier oder fünf Stockwerk hohen Häusern begrenzt. In diese Gaue war im vorigen Fahrhundcrt die ganze zahlreiche Frankfurter Fndengcmcindc eingepfercht: mochte ne sich noch so sehr vermehren — kein Mitglied derselben durfte außerhalb wohnen, und Morgens und Äbcnds wurden die Thore verschlossen, thcils zum Schutze der Fiidcn, thcils zur Abfpernuig der Fasanen von den übrigen Bewohnern der freien Reichsstadt. Das Stammhaus der Familie RothfchUd stammt, wie alle übrige Häuser der Fudengahe, ans dem Anfänge des vorigen Jahrhunderts. Fm Fahre 1711 hatte nämlich eine Fcuersbrunft fämmtlichc Häuser vernichtet, so da» sic alle wieder neu ausgebaul werden mußten. Damals war der berühmte Rabbi Raphtali >tohen, der als Dalmudgclchrrcr nnd Kabbalist sich eines Weltrufs erfreute, Rabbiner zu Frankfurt am Main. Ihn beschuldigte man, er habe durch einen verhängnisvollen Frrthum das Feuer zu einer so schrecklichen Ausdehnung gebracht; er Härte nämlich, um das ausgebrochcne Feuer zu löschen, bcii über den Hagel gesetzten Engel hcraufbcschwören wollen ,hätte sich aber in der Formel geirrt und den Engel des Feuers herbcigcfühn. Diese Beschuldigung wurde mit solcher Bestimmtheit behauptet, daß die Behörde den Rabbiner gefänglich cinzog und erst wieder in Freiheit setzte, als er durch einen feierlichen Eid versicherte, daß an der ganzen Geschichte kein wahre» Wort sei. Er verlieh darauf Frankfurt, um sich nach dem heiligen Lande zu begeben; er starb jedoch unterwegs und fand in Konsianlinopel feine letzte Ruhestätte. Fn den düttcrn Undingen Häusern der nunmehr verschwundenen Fudengasic haben viele hochberühmte Männer, viele edle und tugendhafte Frauen das Licht der Welt erblickt: wir erinnern nur an den berühmten Ebaßid und Gelehrten Rabbi Äathan Adler nnd dessen nicht minder berühmte Schüler Rabbi Abraham Bing, später Rabbiner in Würzburg und Rabbi Moschch Lose r, später Rabbiner in Prcßbnrg, Rabbi Lcwic Lweucr, später Rabbiner in Mainz, und denen Löhne Rabbi Michael, später Rabbiner in Mannheim, und Rabbi Herz, später Rabbiner in Mainz: viele Andere wie Rabbi Fosua, der berühmte Bcrfasier des yur-T L, Rabbi PinchaS Horowiv haben dort den größten Thcil ihres Lebens, lehrend und wirkend, verbracht. Fm Fahre 1743 wurde in dcni von uns heute im Bild vorgcführten Haufe ein >tnäb!cin geboren, welches die Welt mit feinem Ruhme erfüllen sollte. Fhm wurde bei der Beschncidnng der Ramc Maier gegeben, und er nannte

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