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Der Israelit · 1887-01-27 · Heft 8 (27.1.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 8 (27.1.1887)
Date
1887-01-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Eharbam Raphael Effendi, von unserem Vorstände als Eandidat für diesen hohen Posten in Aussicht genommen, ein Vorhaben, zu dem sich die Inden des türkischen Reiches nur gratnlircn können. Feuilleton. W i ch a e r. »Erzählung von L. .lohn, Brrsassrr von Gabriel. (Fortsetzung.) „Ah! waS verstehst Du davon, wie solche Angelegenheiten der uns Offizieren und Eaoalicrcn dchairdclt werden. Wenn Gras Altheim bei den Dragonern fondirnen würde, müßte er sagen: ich diene mit dem Horncck nicht zusammen: — aber vor» der Ferne ans, einen dennnziatorifchen Bericht cinscndcn, das tynr Graf Althcim nicht. — Aber Tu nennst mich einen Tummlopf, imd bist nicht im Stande den richtigen Zusammenhang zu finden .... Jetzt, da ich Dir alle meine Sünden gebeichtet habe, kann ich Dir nnn auch meine Befürchtungen anssprechcn. Wenn Michael Mlrin mich persönlich beim Obersten anklagr, ich Hütte hierbei von drei Männern unterstützt in der heutigen Rächt ans dem Wege von Poscwitz nach W. den Bcrsnch gemacht, seine Pfiegeschlvester gewalisar» zu entführen, und er Hane dabei einen der Angreifer in der Rothwehr gctödlct, so wird der Oberst, der sich aus den gerechten Richter spielt, ganz gewiß mich verhaften lasten und dem Auditor den strengsten Auftrag er theilen die Sache genau zu untersuchen. Michael könnte sich, wie Du richtig bemerktest, nur ans das Zcnguiß von Sara Brack berufen. Diese wird vielleicht in Folge des Schreckens gestorben fein, und würde auch für den Fall, als sic am Leben bliebe, deren Aussagen ans dem Grunde kein großes Gewicht berge!egt werde», weil sie Älein's Verlobte und Pflcgcschwcster ist. Das Militärgericht wird also zunächst an die in Poscwitz vcrsaounelt gewesenen Offiziere die Anfrage richten, wann ich das Lchlost verlosten urrd ob etwa Einer oder der Andere mich bei meiner Rückkehr nach 2tf. begleitet Härte, nud jene werden erklären müssen, das; fic alle bis Tagesanbruch in Poscwitz verblieben, und nur Rittmeister Graf Alt- Heim und Liculcuant Prinz Üaltern-Moggcndors denselben Weg kurz nach meinem Abrirre cingcschlagen und mir möglicher Weise auf der Straße begegnet sein mochten. Run würden über Verlangen unseres Auditoriars, die beiden bei ihrem Rcgimeutc aufgcfordert werden, zu erklären, ob sie in der That mit mir zusammcngetroffcn, in diesem Falle, welche Wahrnehmungen sie hierbei gemacht hätten. Prinz .ftalkern-Moggcndorf ist ein halbes .(Und, ohne jedes selbstständige Denken und Urthcil, der >v:c ein Staarmatz nur das nachspricht, was er von seinem Orakel dem Grasen Alrhcim hört. Nun kann ein Und dieselbe Sache in verschiedenartigster Weise därgcstcllt werden, und. selbst der klügste und selbstständigste Denker muß sich in solchen Fällen bei seinem Urtheilc von seiner Meinung über die. Personen, über die er berichten soll, leiten lassen. Bis vor wenigen Stunden, bevor mich Graf Alt- Heim nach feinen verrotteten, hochromantifchen Ideen, von der schlechteste:! Seite kennen gelernt, hätte er ganz gewiß zu Protokoll gegeben: Wir sind Lieutenant Baron Lorenz Horncck» Golzinger auf der Straße allein zu Pferde begegnet, und haben nichts Ungewöhnliches an ihm bcrncrlr. Derselbe war so freundlich mit uns etwa hundert Schritte zurückzurciten und uns einen nähern Weg zu unserem Ziele zu zeigen. — Jetzt aber wird er mein ganzes Gehaben nachträglich einer genairen Prüfung unterziehen und sagen: Zu unserer großen Bcrwttnderung sprengte uns Lieutenant Baron Horncck fünfzig Schritte entgegen, trotzdem er erkennen mußte, daß wir, bei der raschen Gangart unserer Pferde, ilm, auch wenn er in der cingeschlagcneu Richtung weiter geritten wäre, eingcholt hätten. Er rieth uns einen andern Weg, den cr als den nähern bezeichnet, cinzuschlagcn, und ritt mit uns etwa hundert Schritte zurück. Da sich hcrausstcllte, daß der vom Baron Horncck empfohlene Weg ein viel weiterer als der von uns projccnric war, so ist anzunchmc», daß cr die Absicht hatte, uns ine zu führen. Ein Irrthum seinerseits scheint um so mehr ausgeschlossen, als cr in W. geboren und daher die Umgegend genau kennt. Er tonnte offenbar nichts anderes beabsichtigen, als nns von dem Wege nach W. vielleicht auch nur von dem Betreten der Stelle, auf der er sich eben befand, abznhalrcn. — Das Gericht wird dieser Aussage im Zusammenhalte mit .(rlcin's 5tläge die höchste Wichrigkei: beilegen. Tie Stellt an welcher der Erschlagene, vielleicht schon während wir hier sprechen, .aufgesnnden sein wird, wird genau mit jener vom Gras Alrhcim bezcichnctcn znsammenfallcn, man wird zwischen mir und dem Erschlagenen einen Zusammenhang suchcu und wie ich fürchte auch finden. Der Geröstete ist ein ausgedienter Dragoner, der in meinem Zuge stand. Der Richter, der dann nicht auf die Wahrheit käme, müßte in der Thal ein Hornochse sein! .... dann bin ich verloren! .... Pater, nun, da ich in kind-

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