Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 6 (20.1.1887)
- Date
- 1887-01-20
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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103 Abend abgehaltcn hatte, in möglichster Kurv zu ' berichten. Tausende der Bewohner des Eastend'S fanden sich schon frühzeitigvor der großen Vcrsammlungshallc zu Stepney ein, und der Andrang vor dem Eröffnen der Thorc wurde von der Menge mit der Belagerung Jerusalem'« verglichen. Herr Banquicr S a m u c l M o n 1 a g u, Mitglied de» Parlamentes, und sogenannter König des Osten'« der City, prüsidine in der Versammlung, die er mit der Bemerkung eröffn etc, das; ihm die Ehre des Vorsitzes wahrscheinlich dcsthalb übertragen wurde, weil er al« Israelit mit der Geschichte Jerusalem'« in enger Verbindung stehe und auch selbst schon die heilige Stätte, wo dereinst der Tcnipcl stand, besucht harte. Alsdann betrat Sir Charles Warren die Rednertribüne und wurde mit stürmischem Applaus empfangen. Derselbe schilderte die Sinaitrschc Halbinsel und sämmrliche im Pentateuch und dem Buche Iosua erwähnten Platze in der Reihenfolge nach den Reisemärschcn der Kinder Israel«. Sämmrliche Gegenden wurden durch die Jakvna jnajrica tu anschaulicher Weise illnstrirt und mit den von der kgl. britischen Erforschungs-Gesellschaft aufgcfundcucn identisicirt. Ten cigcnrüchcn Kernpunkt der.Redc bildere die Beschreibung des Tcnipelbcrgs Rloriah. dessen Untersuchung auch dcr.Hauprzwcck der Commission war. Sir Charles Warrant bcmcrlrc ausdrücklich, daß die Beschreibungen des Talmuds vollständig im Cinklange mit dem Resultate seiner Forschungen stehen. Tie noch jetzt theilweisc bestehende westliche Mauer *r:y3 brz sitzt circa f*o engl. Ins; lief, woraus geschlossen wurde, das; sic ursprünglich mindestens.300 Fuß hoch war. Die von König Chezekiah <11. Chron. :-i2, HO) angelegte Waffcrlcitn'.'.g im Westen wurde noch vorgcfundcn und sogar eine diesbezügliche Inschrift ans einem Stein wurde entdeckt. Tic Ausgrabung au der Nordseite ergab, das; die in der Mischna Middorh <Cnde des ersten Pcrck) erwähnten unterirdischen Gänge, zu der Badeanstalt einerseits und dem Taddi-Thorc anderseits führend, noch vollständig vorgesnnden wurden. Cin anderer kaualähnlichcr nnrcnrdrschcr Gang an der Südseite diente zur Zerr de« Tempels zur Ableitung der Blutflnssc des Opfcraltarcs und führte zum Kidronstnffe, rvie der lllcdncr rrklärre. Tie« ist ebenfalls bestätigt durch die Mischna Iomah «S. .'»>! d). Was den 3ii)l des Tcnrpcldaucs anbclangt. so ist der äustere. durch Herodns vorgenommcnc Anbau höchst wahrscheinlich nach römischer Architektur ausgcfnhrr worden, und war demnach von dem inneren Bau des Königs Salomon verschieden. HcrodeS scheint Salomon'« Palast in da« Tcmpelterrain eilwcrlcibt und auf diese Weise den Tempel vergrößert zu haben. Ein intcrcffantcr Punkt ist die ungewöhnliche Timcnsion der zum Bau damals verwendeten Steine, welche über 40 Fuß lang und.100 Tonnen schwer sind. Ter Redner schilderte noch den heiligen Felsen 'tc* 1-N und die unterirdischen Wölbungen, die in der Mischna „Parah" erwähntsind und schloß seinen inrcrcffantcn Bortrag mit der Beschreibung von Jericho und der Schilderung mehrerer orientalischer Gebräuche und Sitten. Noch heute wird das Getreide durch zwei ineinandcrgchcndc Steine genialen, wa« an c'm erinnert. Diese Resultate, welche die Glorie der jüdischen Geschichte entrollen, bestätigen die Corrcctheit der talmudischen Beschreibungen de« Tempels, welche denen des Ioscphus unstreitig den Vorrang abgewinucn. Ter Erlös für die Sitze wurde für die Frci- Bibliolhck von Bcthnalgreen vcnvendct, und Herr Montag» beantragte, daß derartige Bibliotheken im Osten und anderen Tyeilcn der Stadt eröffnet werden möchten. Palast! n a. Jerusalem. Tie neuerdings streng gchandüabtc Maßregel über den Aufenthalt der Fremden an hiesigem Platze, sowie die bereits mitgethcilicn diesbezüglichen Schritte des russischen Consuls dahier legen mir die Psticht auf, dilrch Ihr geschätztes Organ alle unsere Glaubensgenossen in Rußland und Rumänien dringend vor einer Einwanderung in Palästina zu warnen, da ihrer daselbst bei den jetzigen Umständen nur Enttäuschung erwartet. Mögen sie geduldig andere Zeiten warten. Die Regierung wird sich bald eine« Bcffern besinnen, wenn sic sieht, das; durch ihre strenge Maßregel die Mitlhe der Wohnungen und der Werth deSGrundeigcnthumS bedeutend fnlfcii und ein großer Mangel au Arbeirskräften entstehen rvird. Bis dahin aber mögen unsere russischen und rumänischen Glaubensgenossen geduldig in ihrer Hcimath verbleiben. Bon den Zinsen aus den vom verewigten Sir Moses Monlesisrc zu Gunsten der Armen der heiligen Städte hiiiterlaffenetl Bermächtmssen erhielt Jerusalem r»:-iO i\, Hebron, Sased und Tiberias je 215 L. In Icnisalcm wurde das Geld zu gleichen Theilen den Aschkcnasim und Sephardim übergeben. In Hebron erhielten - die Scphardim ntt pCt. und die Aschkcnasim 40 pCt.; in Tiberias kamen 42 pCt. auf die Aschlenasim. -