Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-01-13 · Heft 4 (13.1.1887) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 4 (13.1.1887)
Date
1887-01-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449702--25709-2515479
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXV1IL Jahrgang. KeUage zu Nr. 4 des Israelit. Zeitungsnachrichten. und <5orrespoudcnzcu. Deutschland. Maiuz» 11. Jan. 2» der vorigen Nummer haben wir eine Rede des Bürgermeisters von Baltimore veröffentlicht, in welcher er darauf hinweist, daß in den Adern der Juden das Blut von Abraham, Moses und David fließe, und daß ein Tropfen solchen Blutesmehr wrrth fei als hundert Adels- Patente. — Daß hervorragende Nichtjüdcn zu allen Zeiten von Hochachtung für die Nachkommen unsrer großen Väter erfüllt waren, davon erzählt uns der Talmud (Scbachim 19 a.) ein hübsches Beispiel. Hnnna bar Nathan war ein Gelehrter, der wenig auf seine äußere Erscheinung achtete. Als er einst Audienz beim König Jsdegard*) von Persien hatte, zog dieser ihm den ©find henrnrer und ordnete ihm seine Gewänder, indem er sprach: In Bezug auf euch heißt cs: Und ihr sollt Mir sein ein Reich' von Priestern und ein heiliges Volk! (ihr müßt demnach mit so hoher Würde auch eure äußere Erscheinung in Einklang bringen). Als Hnnna später dem Vorsteher der Hochschule Amemar diesen Vorgang erzählte, sagte der Lcvlgcuanntc: An dir ist erfüllt worden der Ausspruch des Propheten (Jcsaias Eap. -49): rm „Und Könige werden deine Wärter fein-. \V. Berlin, 5. Januar. Die Rede, die der deutsche Kronprinz in der Freimaurerloge „Zum treuen Herzenanr 12. Scpt. v. I. bei Gelegenheit der rcichsländischcn Eorpsmanöver in Straßburg gehalten, ist den deutschen Freimaurern durch deren Bcrrinsorgan im Druck zugänglich gemocht worden. Dieselbe liegt vor uns und entlehnen wir ihr solgcndc für die Allgemeinheit hochwichtigen Sävc: „Zwei Grundsätze bezeichnen vor Allen! unser Streben: Gewissensfreiheit und Duldung. An ihnen laffen Sie uns fcsthaltcn mit. unsrer ganzen Kraft! Daß dieselben bei uns immer vollkommener werden, dazu lauen Sic uns allezeit mithclfcnl Nicht nur loben wollen wir diese Tugenden, sondern sie auch fleißig üben. Wenn wir also wirken, dann wird cs wohl um uns, wohl um die Freiuiaurcrei stehen. Dazu helfe uns der A. B. a. W." *) Im Talmud wird der Name TUTX geschrieben; das ist «sirndar ein Lbschreibesehler; «L muß T*.TiTK heißen. Frankfurt a. M.» im Januar. Soeben laS ich im „Israelit": In Bcndcwitz (Kreis Groß- Strchlitzr hat eine schändliche Mutter ihre 2 Kinder taufen laffen und die übrigen laufen Gefahr, daß ihnen dasselbe geschieht. Steuern wir dallnfrige bei, damit die Kinder in Pension kommen; ich übersende Ihnen für diesen Zweck 5 Mark. Tie Kinder müssen aus der Klaue dieser Mutter befreit werden. Sind wir deßhalb Israeliten, daß ein Waisenhaus Statuten braucht, um diese armen Kinder zur Religion ihrer Väter zu erziehen? Ich bin keine Gelehrte, aber das steht fest, in unsrer heiligen Lehre ficht nichts davon. Wir dürfen keine Prosclytcn machen, aber was,unser ist, muffen wir erhalten! Wenn die Waisenhäuser die armen jüdischen Kinder nicht aufnchmen wollen, so muffen wir sorgen, daß die Kinder bei frommen, braven, echt jüdischen Leuten untergebracht werden. Der Hüter Israels sorgt für die Ausführung. Eine treue Jüdin, welche den Glauben ihrer Väter über Alles in der Welt liebt.*) Posen, im Januar. Wie bereits in. diesem Blatte erwähnt, ist der seit Jahren gehegte Wunsch, hier ein der Anforderungen der modernen Hygiene entsprechendes jüdisches Kranken- und Siechcnhaus zu errichten, durch den Wohlthätigkeitsflnn deS Herrn Rohr in Langgnhle der Verwirklichung näher gerückt; jedoch muß sich der „allgemeine" Wohllhätigkcitssinn mehr wie bisher bcrhätigen, soll das Projekt auch wirklich zur Ausführung gelangen. Der Herr Obcrpräsident hat zwar eine Sammlung bei allen jüd. Bewohnern der Provinz genehmigt; der in's Auge gefaßte Zweck kann aber nur erreicht werden, wenn Jeder nach freien Kräften beisteuert, und hierin bleibt bei den Best fit ui rten sehr viel zu wünschen übrig. Leider sind unsere reichsten Männer mit Tode abgegangcn. Wenn aber deren Erben und die sonstigen n’Tsp sich mehr an» strengen, wie bisher, so muß es ein Leichtes sein, das zum Lau des Hauses und dessen Erhaltung nöthige Geld zusammcnzubringcn und damit den gcfainmle» jüd. Bewohnern der Provinz eine Wohlthat, wie sie nicht größer gedacht werden kann, zu. erweisen. y. *> L-ir sind gern bereit. weiter» Gaben rntgegevzunehme» und an den Kvrstand zu Er.-Ltrrhlitz zu brsördeyl. — Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.