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Der Israelit · 1886-11-04 · Heft 86 (4.11.1886) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 86 (4.11.1886)
Date
1886-11-04
Page
– (sequence 27)
Language
German
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h;t]l» stellte Herr Scheid die Kolonie tmt<*r die Aufsicht des hochgelehrten und geeint eu Herrn .1 v h u il u \V o i in s ir, der sich nach der Ib sid« uz hcgab, um vor den Sl iil'fii dos Thrones liir das W ohl seiner Brüder Kürblite einziilegen. Kino grosse und schwere Aufgabe, die er nur vermöge seiner eisernen Willenskraft und seiner unüberwindlichen Kh.hu zu seinem Volke zu lösen im Stunde war. lud Herr Wormser sich auf. indem er es übernahm. die aus mehr als litt) Seelen bestellende und den verschiedenartigsten Elementen zusammengesetzte Kolonie zu leiten und ihr als treuer Hirte vorzustehen. Kitheilte dieselbe in zwei Lager. Das eine Lager bestand aus den Frauen und Kindern, die sich bis zur Ansiedelung auf der Kolonie in der sieben Stunden davon entfernten StadtCliaifa aufhielten. Es wurden für dieselben gute Wohnungen bei gerichtet. Arzt und Apotheke besorgt; die Kinder wurden unterrichtet und die befähigteren Knaben der Alliance-Schule zugewiesen. Andere Knaben wurden zu Handwerkern in die Lehre gegeben, um nützliche Handwerke und bewerbe zu erlernen. — Das zweite Lager befand aus den arbeitsfähigen Männern, für welche Baracken errichtet, die nörliigen Feldgeräthe und •las Vieh, sowie Alundvorrath herbeigeseluitft wurden. — Ausserdem hatte Herr Wormser auch noch die Aufsicht über die Kolonie “-;r übernommen. Dies Alles vermochte ein einziger Alaun zu | ‘,f-werkstelligen, der im Bewusstsein seiner Kraft | unermüdlich arbeitete.—Der Obrigkeit gegenüber? batte Herr Wormser so manche Schwierig- 1 -U'-iten zu überwinden; er liess aber den Alutli; nicht sinken und schritt unentwegt vorwärts. Ich gestehe es olfen. dass, als ich zum ersten plale die Höhen der Kolonie betrat, Zweifel in ndr aufstiegen, die mich befürchten-Hessen, die I bt-muhungen der Kolonisten seien vergeblich. Ich . uckte auf eine verlassene, öde Gegend, fern von : i-riischüchen Wohnungen, auf jedem Schritte ge- ■ dirlieho Felsen, dichte Lavaschichten, die sich am ■f :>se der Berge befinden, bezeugen, dass auch diese fi früheren Zeiten ihren Schlund geöffnet, um die > '"de noch zu vorgrössern. Die Höhlen und Felsen- ,-iiiitebildetendieAufenthaltsürtewilderKaubtliiere, | -d das Geheul der Schakale rief eine unbesehreibüf* -^ngst in den Herzen der Alenscken hervor. I riTer jeden» Steine ruhten Sk^ubmen. mannes- . | bolie I tonten und Disteln bedeckten die. Krdtlärhe und Verwillldclell die Metiscliell, dass das Hllll Von ibiieii strömte, Dazu kam noch die. Lage i d<-r Ibiglücklielieii, di»* dicht gedrängt zusammen | wohnten, fit n f .Menschen In einer engen Woh- | innig zusammengepfercht, mit deiu ihnen spär- | lieb gereichten Brude sicli begnügen müssend. So waren denn auch die Spuren der Verzweiflung und des Kummers, die ihre Herzen erfüllten, auf ihren Ge.sichtszügen deutlich ausgeprägt. Was .Wunder nun, wenn dies Alles einen niedet drückenden Eindruck auf mich ansübte und die Angst mich überkam, die Bemühungen der. Kolonisten müssten vergebliche bleiben. ln dieser Gemüt lisstimung äusserte ich meine Befürchtungen dem geehrten Vostande der Kolonie. Dieser aber er wieder! e erstaunt: „Haben der Zweifel find die'Angstauch Dich ergriffen? Fragst auch Du: „Wer,len wir aus diesen Steinen Blöd hervorbringen?“ Sei nur unbesorgt, 'wir werden der Welt zeigen, dass wir im Stande sind, auch diese Steinhaufen zu beleben, wie es uns schon einmal gelungen, gegen ähnliche Schwierigkeiten anzukämpfen; Zeugen dessen sind die grauenerrgenden Felsblöcke zu beiden Seiten des Weges, der nun, von Steinen gereinigt, zur Gebirgspitze führt, die Aussicht auf das Meer gewährt. Diese Strasse ist unserer Hände Werk. Die Felsen sind von ihrer Stelle gerückt und eine Bahn hergestellt. auf der man mit Wagen fahren kann. Es werden noch Tage kommen, so schloss er seine beruhigende Bede, an denen Du Dich hier an dem Anblicke einer Gegend ergötzen wirst, die im Laufe der Zeit mit Hecht genannt werden wird: -Anmuhige Landschaft, Wonne der ganzen Erde.“ (Schluss folgt.) Notiz. Von ^Üll gemeldet, dass 2500 Dollarn von dem Boden, der an der Grenze des Bodens gekauft wurde, bereits an vermögende Leute vertheilt wurden, und im nächsten Jahre sollen ungelähr ein? halbe Ali Ilion Weinstöcke darin angepüanzt werden. Die bis jetzt in angelegten Weinberge blühen und gedeihen trotz des Ostvindes, der im Anfänge des Frühlings darüber geweht und ■mm

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