Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 101 (27.12.1886)
- Date
- 1886-12-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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17118 (ui mcljvcvcu Inden verübt, ohne dos; cS gelnngcu ist, ihn. zur Rechenschaft zu ziehen. Diesmal aber ist der französische Gesandte cingeschritten, und das Unaehener hat nnnmehr seine gerechte Strafe erhalten. Australien. Adelaide. Der einzige Ueberlebende der vom englischen Könige Wilhelm IV. ernannten Kommissäre zur Gründung der südauSstralischen Eolonie ist Herr Jakob Montesiore, ein Letter dev unvergeßlichen Sir Moses Arontesiore in London. Derselbe ist 86 Jahre alt und noch frisch und munter. Jüngst gab er ein größeres Diner, dem die Notabilitäteu der Stadt und Umgegend anwohntcn. In Napicr, auf der Insel Neu-Seeland, hat sich eine jüdische Gemeinde gebildet. M a r o c c o. Maroeco. Große Bewegung wurde unter den Juden der Hauptstadt dadurch hervorgcrufen, daß der Gouverneur an dreißig Juden einspcrren ließ, weil sie sich geweigert, an jüdischen Festtagen Frohndiensie zu verrichten. In einem Dorfe in der Nähe von Tanger wurden drei Juden ermordet aufgefunden. Feuilleton. Eine jüdische Korschungsreife in Arabien. Sana in Z)euren, Ende Oktober. Dem „Israelit" ist vor mehreren Monaten schon aus dem Oriente die höchst interessante Nachricht zngeg»t.gcn, daß zwei jüdische Kaufleute in der arabischen Stadt El-Ehatis am persischen Meerbusen eine längere. Geschäfts- und Forschungsreise in das Innere von Arabien unternommen habe», um. theils, Handelsbeziehungen zwischen deu bedeutendsten Städten im Innern dieser Halbinsel, Dar-Aye und Riad, wovon die crsterc die Haupftadt der Wahabileu *) und letztere wieder die der Kasirs**) ist, herzn- *) Unter Wahabuen versteht man die im Arnauge dieses Jahrhundert von dcmSlheikd. Abdel Wabab gestifrerc religiöse Sette, welche Mahamed. den Srmerdes Islam. icve l'ropherengabe ad'pricht, n:rd ihn nur als eine» Weisen, als den Zehrer seines Volkes derrachrcr und verehre. Unter Kasi"s werden hier die noch beule im Innern Arabiens lebenden Heiden verstanden, die dorr ivgar ein eigenes Königreich bilden und im Venye einer schönen tsuttnr. tsivilisanon und Industrie sind. stellen und dabei zugleich auch Nachforschungen über die im Innern Arabiens, zumal in der Wüste daselbst als Nomaden lebenden jüdischen Stämme, anzustellen und wenn möglich, mit denselben sogar tit persönliche Berührung zu treten und auch mit ihnen Handelsverbindungen anzuknüpfen. Bon dieser zwei jüdischen Geschäfts- und Forfchungsreifenden, die richtig bis nach der Stadt Tar-Aye vorgedrnngen sind und dort auch einen mehrwöchcntlichen Aufenthalt genommen haben, sind jetzt Nachrichten hieher gelaugt und beeile ich mich, dieselben dem „Israelit" mitzutheilen, damit sie durch ihn zur Kenntnis; aller unserer Glaubeusbrüdcr im Morgcu- und Abendlande, in der alten und neuen Welt gelangen sollen. Diese beiden jüdischen Kansleute, von denen der eine Abdallah Ben Musa und der andere Jbrahiln (Abraham) El-Bahari heißt, hatten sich in El- Chatif einer nach dem Innern Arabiens abgehenden Karawane angeschlossen und führten sie außer ihren vier Dienern auch einige Kisten mit englischen Stahlnnd Glaswaarcn und dann mit Schmucksachen auS falschem Golde, so wie sie die Araber lieben, mit sich. Sie versahen sich auch mit Empfehlungsschreiben an einige der mächtigen Scheikhs im Innern des Landes, denn, wenn auch schon der Sultan von Konstautinopel behauptet, daß die ganze Provinz El-Ehatis bisan-deu -Wüstenrand ihm gehöre, so erstreckt sich seine Herrschaft doch nur auf die Küsteustädte daselbst und deren Gebiet. Zehn deutsche Meilen einwärts von der Küste, da wird die Macht und die Autorität des Sultans gar nicht mehr anerkannt und an dessen Stelle regieren dort kleine Scheikhs oder Emire, deren Herrschaft sich manchmal nur aus drei bis vier elende Dörfer erstreckt. Selbstverständlich müssen die Reisenden bei allen diesen Königleiu und Fürstcnlein erst darum ansuchen, daß sie ihnen gestalten, durch „ihr Reich" zu ziehen und ein solches Gesuch muß immer auch von einem pap enden Geschenke begleitet sein. Die Karawane, mit der mm unsere zwei Kaufleute reisten. zählte etwa vierzig Mitglieder, die alle mit Schieß- und Hiebwaffen gehörig ausgerüstet waren, und so konnte es diese Reisegesellschaft - nöthkgeusalls mit der „ganzen Armee" eines der zablrekchen arabischen Duodezfürsten aufnehmcn und ebenso auch jede sich ihr in Weg stellende Räuberbande in Respekt kalten. Im Innern Arabiens wimmelt es nämlich noch kenre von Räuberbanden und das Raubritrcrrhum steht noch ui schönster Blüthe, da es dort nicht als Schande betrachtet wird, Reisende ans der Straße anznfalleu und auszuplünderu, und geben sich sogar