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Der Israelit · 1886-09-16 · Heft 74 (16.9.1886) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 74 (16.9.1886)
Date
1886-09-16
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Ih;s Kinder in solcher Iarge. «Irr AI ission in «!>«-. Hände gefallen sind! .Jeizl ist Abraham « in lü. hljg«-r Ilmrsrli»* geworden, d< m es ♦•in«; Freude isi, den wuchtigen Hummer schwingen und im U rii.-il, r mit seinem Meister «las glühende Eisen!»ai I»eiicji zu sahen. — Zu IVsjsiidi sind bereits Abrali.-tiii Hark als Schmied und David Cohen als Schneider in der Alliam-rsrliule angernehlet. Mit welrh(iiH Vertrauen uns das aschkenasische Publicum jetzt entgegenkorrimt, beweist die Tliatsache, dass sämmtliehe SehiiFr aus der Stadt (Externe), welche die Waisen hausschule besuchen, und deren Zahl vom löbl. Vorstande vorläufig auf dreissig liormirt ist, zu «len Asclikenasim gehören. Den allerärmsteri unter ihnen konnten wir bisher im Vertrauen auf die Milde hochherziger Spender Antheil an dem Mittagessen unserer Kinder gewähren. Wenn unter Externen, die ihr zweites Frühstück mitzubringen haben, namentlich Kinder von Emigranten kommen, die nicht einmal ein Stuck trocknen Brodes aufvveisen können, sollen wir diese armen und frierenden Kinder fortschicken oder sie hungernd am Schulunterricht theiluehmen lassen? — Unser System und unsere Principien für Schule und Haus sind dieselben geblieben. Wir können mit. Genugthuung oonstatiren, dass sich die Waisen an Ordnung. Selbstbeherrschung und massigen Gebrauch ihrer Freiheit gewöhnt haben. — Durch Lehre und Beispiel suchen wir die Ueberzeugung aufs festeste einznpfianzen' «lass nur ein aufrichtig religiöses Leben Garantie für eine sichere Gegenwart und Zukunft gewähre. Sehr wirksam gefördert wurde die der Jugend vor Allem nöthige Gewöhnung an würdige äussere Formen durch den Beschluss des löbl. Vorstandes, nach welchem in unserer Anstalt eine Synagoge eingerichtet wurde. in der jetzt Gottesdienst gehalten wird. Die Hausordnung ist wesentlich dieselbe geblieben. Alle Freitag Nachmittag wird den Kindern nach gründlicher Reinigung, bei der das Bad im Hause sehr zu Statten kommt, frische Wäsche gereicht, die Bettwäsche wird alle 14 Tage gewechselt. Zwei Mal im Jahre. zuPessach und Rosch-ha-schanah. erhalten die Waisen neue Anzüge, während sorgfältig darüber gewacht "ird, dass Schuhzeug und Kleidung sich stets in gutem Zustande befinden, namentlich dass die letztere, wenn sie beim Spielen oder bei Gartenarbeiten zu Schaden gekommen, unverzüglich au>geliesseil weide, damit die Kinder stets ordentlich erscheinen. Au «hm Neumonden werden wie früher grössere Ausflüge, in die Umgegend unh-iimmimm, am Nabhuth kleinere Spaziergänge, auf «ler.latlastrasse. Wie es im Allgemeinen unser Ziel ist, den Waisen das elterliche Haus zu ersetzen, so lichter wir namentlich unser Augenmerk darauf, ihnen Sabbatlm und Feiertage zu Freudenragen zu machen, damit diese Erinnerung ihnen als festes religiöses Band für ihr ganzes Leben verbleibe. Dte. Schule «lauerte wie früher im Sommer von Morgens 7, im Winter V\., Uhr mit einstündiger Mittagspause, bis Nachmittags halb fünf, am .Montag und Donnerstag wegen der englischen Lection bis sechs Ulir. Dem Hebräischen wurden nach wie vor in der I. Classe drei, in der II. zwei Stunden täglich gewidmet, dem Arabischen gleichfalls täglich zwei Stunden. Am Sabbatli wurde während des Sommers ein Vortrag aus Masechet Aboth gehalten und durch passende Citateaus „Ilajad Hachasakah* näher erklärt, im Winter biblische Geschichte mit Religionsunterricht verbunden; ausserdem von dem arabischen Lehrer jüdische Geschichte in arabischer Sprache repetirt und als Anknüpfung für die Conversation benutzt. Für ihre Freistunden am Sabbath steht den Kindern leichtere' hebräische Lect »re von Mappo u. A. zur Verfügung. Der tägliche Abend-Cursus für die Lehrlinge wird pünktlich eingehalten; hier werden die Zöglinge in den für das praktische Leben besonders nöthigen Aufsätzen und Rechnungen eingeübt. Die Jahrzeiten wurden wie immer nach Vorschrift pünktlich augchalteu. Für unseren heimgegangeneu Stifter, den sei. Commerzienrath Samuel .7affe wurde wälirend des Trauerjahres bis zum 26. Tebeth Misclmah gelernt und lvaddiscli gesagt, auch ein immerwährendes Licht in unserer Schule unterhalten. Von den Herren des LocalcomitFs hat Herr Jeehiel Michel Pines uns als langjähriger Freund der Anstalt mit seiner gründlichen Kenntniss der heil. Lehre, seiner Erfahrung und Einsicht stets treu zur Seite gestanden; Herr Dr. Schwarz, der Chefarzt des Rothschild-Hospitals. unseren Waisen bei jedem Unwohlsein — Krankheiten kamen G. s. D. nicht vor — aufs bereitwilligste seine Hilfe gewählt. >

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