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Der Israelit · 1886-08-09 · Heft 68 (9.8.1886) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 68 (9.8.1886)
Date
1886-08-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Zertrittgsrmchrichtcu »md Correspondenze». Deutschland. Heidelberg. Herr Dr. Loh», Professor an der hiesigen Universitär, bar von der japanischen Regierung einen ehrenvollen Ruf an die Facuttät Sc§ Gesetzes in Tokio erhallen. Berlin. Bei der Nicdcrlcgung eine- Hauses in der Papeuftraße wurden die Ueberreste eines Thorcs anfgcsnnden. Rach den auf demselben sich befindlichen Zuschriften war Berlin den Inden bei Nacht verschlossen. Ltratzbnrg. Die Herren Nabbinen Levy in Obernay und D' Dreifuß in Zaberu, welche beide fünfzig Jahre im Dienste sind, sind vom Kaiser mit dem Kroneuorden 4. Klasse dccorirt worden. Schweiz. Basel. Ter Stadtrarh hat bereitwilligst der jüdischen Gemeinde das prachtvolle Meßhans für Die kommenden hohen Festtage behufs Abhaltung eines (Gottesdienstes zur Verfügung gestellt. Die Synagoge selbst ist zu klein, um alle Andächtigen zu fallen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Herr Adler von Küffner in Wien bar 200,000 fl. zur Errichtung eines Observatoriums m Dieser Stadt gegeben. Unsere Leser werden sich erinnern, daß auch ein anderer Glaubensgenosse, Herr Bischofsheim, Mitglied der franzSmchen Tcvmirtenkammer, ans eigenen Kosten ein solches in Nizza har erbauen lauen. Frankreich. Paris. Das Institut de France zählt zehn jüdische Mitglieder: „Die Slkadcmic" der Zuschriften und Literatur die Herren Michael Breal, Joseph Derenbonrg, Zules Oppert, Henry Weill; die Akademie der Wissenschaften tue Herren Halphen, Lippmann, Prosenor an der Sorbonne (Letzterer verrrar nebst Herrn Zulcs Opperr die französische Regierung bei der Heidelberger lln ioersträisj ub elfeicr». Maurice rlevy, Kroftllor am College de France und LSwy, Asnftenz-Direkror am Observatorium: die Akademie ' der moralischen und politischen Wissenschaften Herrn Adolphe Frank; die Alademie der schönen Künste Herrn Alphonse v. Rothschild. R n ß l a n d. Petersburg, I.'!. August, lieber die schon kurz gemeldete Vertreibung der Juden ans Rostow berichtet der hiesige Korrespondent der „Pol. Korr." das Nachstehende: „Die bedeutende Handelsstadt Rostow an: Don, welche bisher zu dem Gouvernement Jekaterinoslaw gehörte und kürzlich dem Lande der dänischen Kosaken einverleibt wurde, besitzt eine äußerst gemischte Bevölkerung. Das russische Element tritt daselbst starr vor dem eingewanderten und dem jüdischen zurück. In großer Zahl leben in Rostow auch Griechen, Türken und andere Orientalen. Ter bedeutende Handel der Stadt befindet sich vollständig in den Händen der Juden und Griechen. Mit der Einverleibung Rostows in das Land der dänischen Kosaken entstand die Frage, was mit den Juden geschehen sollte, die nach den bestehenden Gesetzen nicht das Recht besitzen, in dem Lande der dänischen Kosaken sich dauernd aufznhaltcn oder gar ansässig zu werden. Mau war der Ansicht, es würde für Rostow eine Ausnahme'gemacht werden, weil daselbst die Inden zahlreiche Immobilien besitzen und fast der ganze Handel sich in ihren Händen befindet. Die antisemitische Ströninng, die gegenwärtig im Süden Rußlands herrscht, har jedoch über alle Billigkeirs- und Gercchtigkcirsrncksichtcn die Oberhand genommen, indem die Entscheidung getroffen wurde, daß die Juden Rostow verlassen müssen, und zwar unter folgenden Bedingungen: Tie in der Stadt Immobilien besitzenden Juden erhalten eine Frist von drei Jahren, die übrigen Juden aber nur von sechs Monaten zur Ordnung ihrer Angelegenheiten und zum Verkaufe ihrer Immobilien. Es ist das ein äußerst Harrer Schlag für die zahlreiche jüdische BevölkerungRostows. Sehr wahrscheinlich ist aber zugleich, daß durch jene Maßregel der.Handel Rostows, wenigstens zeitweilig, sehr stark leiden wird und die dönischen Kosaken, denen cs endlich gelungen ist, die Mündung des Don ihrem Gebiete wieder einznverleiben, werden viel zu rhun haben, um das Emporium des Afow'schcn Meeres aus seiner jetzigen kommerziellen Höhe zu erhalten. Ti U~UU'

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