Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1886)
- Date
- 1886-08-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVIL3afjrßaii(t._ Erste Beilage ju Nr. 62 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzen. Deutschla n d. Stuttgart. Jrn Jahr 1847 ist die Zahl der Einwohner Jerusalems, nach einer Berechnung des damaligen preuß. Konsuls Dr. Schultz, zu 17,000 angegeben worden. Nach einer im I. 1851 durch einen neu zu dem Behufe angestellten Beamten mit dem Titel uasir ei nufus, d. h. Seeleubcaufsichtiger, vorgenommene Zählung, betrug dieselbe Ln dem genannten Jahr bereits 23,324, nämlich 12,256 Muhamedaner, 7488 Christen und 3580 Juden. Im I. 1858 war die Zahl schon auf 40,000 augewachsen. Nach der neuesten auf sorgfältiger Erkundigung beruhenden Bevölkerungsliste, welche uns in der vorigen Woche in Nr. 28 der Warte des Tempels vorgeführt worden ist, ist die Zahl der Juden in auffallender Weise gewachsen, die der Muhamedaner in gleicher Weise gesunken, während die der Christen ziemlich die gleiche geblieben ist. Die Zahl der Juden soll nämlich nun, eher mehr als weniger, 20,000, die der Muhamedaner nur noch 5600 betragen. Unter den Christen haben die Mehrzahl die griechisch-kathol. mit 4600, auf sie folgen die römisch-kathol. mit 2100, hierauf die Protestanten, meist Deutsche und Engländer, mit 850, die Armenier mit 450. In kleiner Anzahl finden sich die Kopten, Abessinier, die Syrier und die unirten Katholiken. Der Einsender dieser neuesten Bevölkerungsliste hat die Bemerkung beigefügt, daß, wenn man sich auf die Stimmen mancher Leute, die sich Hören lasten, verlassen könnte, die Einwohnerzahl Jerusalems sich auf 40,000 oder gar 45,000 belaufen dürfte. Da sich aber im Volksmund die Zahlen gewöhnlich zu erhöhen pflegen, so werde man der Wahrheit am nächsten kommen, wenn man die Seelenzahl . Jerusalems auf die Summe von 35,000 abruude. Posen. Dem achtundvierzigsten Bericht über den Stand und die Verwaltung der israelitischen Wäisen-Knaben-Anstalt zu Posen (Jahr 1885) entnehmen wir : Die Anstalt gewährte 26 Zöglingen freien Unterhalt; hiervon find 2 Pensionäre nach §. 31 des Statuts. Neu ausgenommen wurden im Laufe des Jahres 7 und eutlasseu wurden 5 zu den Eltern und 3 in die Lehre. Wir bemerken hierbei, daß wir ganz besonders bemüht sind, die Lehrlinge, bei anerkannten, fachnlännisch tüchtigen Meistern ausbildcu zu lassen; nöthigenfalls sorgen wir, entsprechend der Bestimmungen des 8- 25, für rituelle Beköstigung. Wenn uns hierdurch und durch die Verpflichtung des Meisters zur Befreiung der Lehrlinge von Arbeit an den Sonnabenden und Festtagen nicht unerhebliche Mehrkoften entstehen, so halten wir es für unsere Pflicht, diese nicht zu scheuen, wo es gilt, unsere Waisen zu tüchtigen, brauchbaren Handwerkern zu erziehen. Unter der Obhut der Anstalt standen 8 Lehrlinge, die subventionirt wurden. 13600 M. gingen an Dotationen und Legaten ein. Die Einnahmen betrugen 26920 M., die Ausgaben 12643 M. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prcsiburg. Dem Jahresbericht der Handelsschule der orth. israel. Cultusgemeinde in Preßburg vom Schuljahre 1885/6 entnehmen wir: Unsere Weisen lehren: px yn cx min ri2' Gottesfurcht, Beobachtung der Neligionsgesctze, steht der Blldung und dem Fortschritte nicht im Wege, beide lapen. sich ganz harmonisch vereinigen; und eben diese Üeberzeugung war es, welche die hiesige orthod. israel. Cultusgemeinde bewog, ein Institut in's Leben zu rufen, worin die jüdische Jugend mit dem fürs Leben nothwendigen Maß von Kenntnissen und Wissenschaften tüchtig ausgerüstet, dabei aber zu frommen, gesetzestreuen Israeliten erzogen werden soll! Bangenden Herzens machten, wir uns an die Realisirung dieses Vorhabens; nicht unbeträchtlich waren die Opfer^ welche die hiesige orthod. israel. Cultusgemeinde diesem Unternehmen brachte; aber so wie diese Gemeinde niemals zurücktrat, wo es galt, die Interessen des Judenthums zu fördern, so scheute sie auch da kein Opfer, wo es sich um dietreligiöse Erziehung unserer Jugend handelt. Und die Opferwilligkeir ward von Erfolg gekrönt! Das 1. Schuljahr ist vorüber, die neucreirte jüdische