Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1886)
- Date
- 1886-07-19
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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tlge Hitze, welche am Tage herrschte, fast gänzlich ungenießbar geworden war. Man kann sich daher Vörstetten, wie groß unsere Freude war, als wir die Oase Firau erreichten und hier nicht nur mehrere Quellen, sondern sogar auch einen Bach antrafen, dessen Wasser hell und rein war. Auch für unsere Kameele, die schon seit einigen.Tagen kein Wasser erhalten hatten, war es eine große Labung als man sie zu einer der Quellen hinführte und hier nach Herzenslust trinken ließ. Fast ein jedes der Thiere trank zwei volle Eimer Wasser aus, so gewaltig war ihr Durst. Man kann sich nun vorstellen, wie stark der Jnbel und die Freude der Israeliten gewesen sein muß, als sie nach einem mehrtägigen Marsche im heißen Wüstensande und unter der sengenden arabischen Sonne in die Wüste Firau kanren und hier mehrere Quellen für sich und einen Bach für ihre Thiere vorfanden. Wir schlugen mm unsere Zelte in der Nähe des schon erwähnten Daches und unweit eines Heimes herrlicher Palmenbäume, die tuet vortrefflich gedeihen, auf. Dieselben können nämlich hier, wie ihre Natur es heischt, ihre Füße im Wasser baden und zu gleicher Zeit ihre Kronen vorn Feuer der Sonne bestrahlen und erwärmen lassen." Uebcrhanpt muß das Klima hier im Laufe der Jahrtausende manche Veränderungen erlitten Haben, denn wir entdeckten in einigen Thälern dieser Oase sogar nach Spuren von ehemaligen Gletschern oder Eisbergen. Tie Oase Firau ist bewohnt und findet man daselbst zahlreiche Hütten, die in Mitte großer und herrlicher Gärten, in denen wieder die manigfachsten Obstbäume gedeihen, stehen. Sogar eine Art .Kirschbäume trifft man hier an, ebenso auch üppige und saftige Weideplätze, während in den Lüften wiederzahlreiche und buntgeficderteBögel umherflattcrn und ihr fröhliches Gezwitscher Horen lassen. Oestlich von dem Thale liegt der hohe und gleichfalls nach allen vier Seiten hin abschüssige Felsen Meherat El-Kebir, von dem die Beduine» versichern, daß es derselbe fei, auf dem Moses während des Kampfes mit Amalek mit emporgehobcnen Händen stand. Diese Ueberliefernng der Beduinen dürfte auf Wahrheit beruhen, denn dieser Felsen steht vereinzelt auf einer weiten Ebene, so daß man von dessen Spitze aus die ganze Umgegend meilenweit icherblicken kann. Während nun unten in der Ebene die Schlacht tobte, stand Moses ruhig mit seinerUmgebung auf dem Felsen und rief die göttliche Hilfe an. Einige hundert Schritte von diesem Felsen entfernt, erhebt sich der Dschebel (Berg) Serval, welcher der eigentliche Berg Sinai ist. auf den sich einst die Majestät des Allmächtigen herabgelapen und hier ihrem auserwähltcu Volke die zehn Gebote verkündet hat, aus denen unsere ganze Eivilisarion und Eultur beruht. Dieser heilige Berg besteht eigentlich aus mehreren hohen und niedrigen Felsen, welche zumeist die Form von Eylindern habe», und daher von der Ferne betrachtet, einer großen Orgel gleichen. Kein Pfad führt auf die Spitze des Berges, die man nur dadurch erreichen kann, daß man von einem Felsen auf dem andern, vom niedrigeren auf den höheren, springt oder hüpft. Die Höhe des Berges beträgt 2060 Meter. Wir beschließen, den Berg erst am andern Tag zu besteigen. Bald darauf erhielten wir den Besuch mehrerer in unserer Nähe wohnenden Beduinen, die uns Geflügel und Früchte, ja sogar höchst alte Münzen, zum Kaufe auboten. Wir erfuhren von ihnen auch, daß jeder Palmbaum in der Oase seinen Eigenthümer hat, der oft ganz entfernt wohnt, und nur zur Tattclernte hierher komntt, um seine Früchte einzusanuneln und sie mit sich nehmen. Das ganze Jahr hindurch steht der Baum unter dem Schutze der hiesigen Bevölkerung, die denselben gehörig bewacht. Am Abend stattete uns der Schcikh der Beduinen, Muse, welcher der Sinai-Rothschild genannt werden kann — er besitzt zehn Kameele, mehrere Schar- und Ziegenhecrdcn, ein Lehmhaus, das nur mit Matratzen ausmöblirt ist, einige Hütten und schließlich etliche Sklaven und Sklavinnen —, einen Besuch ab. Er lud uns ein, sogleich mit ihm zu kommen und bei ihm das Nachtessen eknzunehmen. Wir leisteten sogleich dieser Einladung Folge, baten jedoch unfern Wirth, uns eine Tasse Kaffee aufttagen zu lassen. Unterwegs erzählte uns Musa, daß sich aur Fuße desBergesSinai ein mohamedanischer Kirchhof. mit dem Grabe irgend eines Heiligen darin, über dem sich ein Kuppelbau erhebe, befände. Der Kirchhof liegt im Thale Aleyat, durch das der Weg zum Berge führt. (Fortsetzung folgt.) Berichtigung. In die Besprechung der „Beiträge zur Geogr. Palästinas" sind einige Druckfehler eingcfloffen, die sich .zum Theil selbst berichtigen Estoris Werk ist natürlich nicht 1822, sondern 1322 erschienen. 034, Spalte 2, Z. I t>- o. U statt „der" Bcrf. „den Verfasser" S. 033, Sp. 2, Zeile 5 statt „besonderen" .anderen Felde" zu lesen nnd Sp. I, Z. 3 v. unten find hinter .Bedeutung" die Worte .die vorliegende Arbeit hat" zu ergänzen. Wochenkakender. Freitag, 23. Juli. 20. Tbamus. Samstag, 24. Juri. 2t. Ihaurus. X 'S "CU Ladbar-ÄuSgaug S Uhr 40 Min. (Mainzer U&r).