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Der Israelit · 1886-06-03 · Heft 44 (3.6.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 44 (3.6.1886)
Date
1886-06-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxvn. Jchrg-Mg. - .As 44» Ein Kentrat - Hrgan für das orlkodoXe IudenLyum. Hcrausgegebcu von Vr. Lehmau« in Mainz. Donnerstag, den 3. 3«nt 5646 (1886). Leitende Artikel. Z)ie Sprüche der Mater. II. Buch, zweite Abtheilung. XL Mainz, 31. Mai. „Rabbi Elasar sagte: ein gutes Herz. Ta sprach er zu ihnen: Ich ziehe die Worte des Elasar den Arach Euren Worten vor, denn in seinen Worten sind Eure Worte iirbcgrkffen." Die Tiefe und der Umfang des Ausspruches des Rabbi Elasar ben Arach sind schwer zu erfassen; noch schwerer aber ist cs zu verstehen, wie die Worte seiner Gcnoffen in den seinigcn inbegriffen sein sollen. Im Deutschen versteht man unter einem guten Herzen einen gewissen Grad von Wohlwollen und Menschenfreundlichkeit, ein leicht erregbares Mitleid mit den Leiden Anderer und die Bereitwilligkeit zur Abhilfe. Ein Solcher wird allerdings ein Auge des Wohlwollens haben, er wird ein guter Genosse und guter Nachbar sein; wie aber das Erwägen der Folgen mit dem guten Herzen znsammenhängt, ist nicht ersichtlich, und doch soll auch der Ausspruch Rabbi Schimcons mitinbcgriffen sein; wir müssen daher „das gute Herz" anders als im gewöhnlichen Sinne zu erklären suchen. Das Herz ist dasjenige Organ des menschlichen Körpers, welches im Mittelpunkte desselben die wichtige Funktion hat, den Blutmnlans zu vermitteln. In Folge dessen wird es fast in allen Sprachen in übertragener Bedeutung als der Siir des Fuhlens und Empfindens bezeichnet. ES wird betrachtet als der Quell der Liebe, der Freundschaft, des Mitleids, des Erbarmens, des Hasses, der Feindschaft, der Gcntt'ithshärte, der Grausamkeit und vieler anderer in Gcmüthe wurzelnder Thätigkeiten, sei es im guten oder im bösen Sinne. Zn der hebräischen Sprache aber werden nicht nur die Thätigkeiten des Gemüthes, sondern auch die des Geistes dem Herzen zugeschrieben. Im Midrasch Koheleth, Paraschah 1 werden dem Herzen, anlehnend an E. 1, B. 16, achtundfünfzig verschiedene Thätigkeiten des Geistes und des Gemüthes zugeschrieben, und für alle rverdcn Belegstellen aus der heiligen Schrift angeführt. „Das Herz sieht, wie es heißt: Und mein Herz sah viel Weisheit und Erkenntniß (Koheleth E. 1, V. 16). Das Herz hört, wie es heißt: Und Du hast gegeben deinem Knecht ein Herz, welches hört, zu richten Dein Volk, zu unterscheiden zwischen gut und böse. (1. V. d. K. C. 3, V. 9). Das Herz redet, wie es heißt: Geredet habe ich in meinem Herzen. (Kohclcth, E. 1, V. 16). Das Herz geht, wie es heißt: Und er (Elischa) sprach zu ihm (Gcchasi): Ging nicht mein Herz dorthin, wo ein Mann sich umkehrte, von einem Wagen zog er dir entgegen? (2. Buch der Könige C. 5, V. 26). Das Herz fällt, wie es heißt: Und es sprach David zu Schaul: Nicht mag fallen (d. h. sich ängstige») das Herz eines Menschen seinetwegen; dein Knecht wird gehen und kämpfen mit diesem Philister (1. B. Samuel, E. 17, V. 32). Das Herz steht, wie es heißt: Wird wohl dein Herz stehen (d. h. standhaft sein)? (Jecheskel E. 22, V. 14). Das Herz freuet sich, wie es heißt: Deßhalb freuet sich mein Herz (Pf. 16, V. 9). Das Herz schreit, wie es heißt: Es hat geschrien ihr Herz zum Ewigen. (Echah E. 2, V. 18). Das Herz läßt sich trösten, wie es heißt: Tröstet, tröstet mein Volk, wird sprechen euer Gott, redet zu Herzen - Jerusalems. (Jesaias E. 40, V. 1 und 2). Das Herz grämt sich, wie cs heißt: Und es möge dein Herz nicht verdrießen, E». B. M., E. 15, B. 10). Das Herz wird stark, wie cö heißt: Und es stärkte der Ewige

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