Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1886)
- Date
- 1886-05-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449641--24366-2514115- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
im (Steen §252 fl. verweil: worden: arme alte Mitglieder, oder aber arme Wirrwen nach den verstorbenen Mrglicdcrrr erhielten m monatlichen Untersrüöungsbeiträgcn von 5 dis 15 fL im Ganzen 3942 fl.: zugereiste Arme erhielten 738 fl., somit zusammen 12,962 fl. Zu den Erhaltung:-kosten des Jsraelitcuspirales trug die Ehewra-Kadischa 80%,das und 11,871 fl. 44 kr. bei: die Verstellung von Krankenwärter bei armen Hauskranken kostete 790 fl. 53 kr.; für die Verköstigung der isr. Kranken im städtischen Spiral während r,D2 und erforderte 956 fl. 29 kr. im Ganzen also erforderte die Unterstützung der Armen und die Heilung der Kranken 26,778 fl. 26 kr. — Die Benefiziäten des der Ehewra-Kadischa gehörenden Siechenhauses variirteu in der Zahl von 27 dis 30. Im Jahre 1885 sind 5 gestorben und 4 neu hinzugckommen, es verblieben somit mit Ende des Jahres 28 Bencsiziaten u. z. 16 Männer und 12 Frauen; die Verwaltungskosten betrugen au den 10094 Verpflegslagen 10001 fl. 63 kr. Das Siechcnhaus hatte dem gegenüber eine Einnahme von 2710 fl. 58 kr., so daß die Ehewra den Ueberschuß der Ausgaben mit 7291 fl. 5 kr. aus ihren Fonds decken mußte. — Ucbergehend auf die Stcrbefälle, gedenkt der Bericht in würdiger und pietätsvoller Weise des Heimgegangenen Barouets Sir Moses Moutesiore, welcher nach zurückgelegtem hundertsten Lebensjahre seine segensreiche Thätigkeit hier auf Erden "vollendete. -Seine großen Liebeswcrkc zum Heile und zum Wohle seiner Glaubensgenossen wie der gesammren Menschheit sichern ihm die Unsterblichkeit und noch die spätesten Geschlechter werden in heiliger Ehrfurcht des großen Sir Moses Moutefiorc gedenken! . . . Ter Ehewra-Ausschuß hat in seiner am 8. Cctobcr 1885 abgehaltenen Sitzung einstimmig beschlossen und protokollarisch angeordnet, daß in gerechter Würdigung der unsterblichen Verdienste von weiland Baronet Sir Moses Montefiore für diesen großen und edlen Ischjehudi durch die Ehewra-Kadischa die. immerwährende Haskorah vorzuuehmcn sei. — Im abgelauscueu Jahre hatte die Ehewra 1511 Stcrbesälle: cs starben 775 Erwachsene und 736 Kinder. Darunter hat die Ehewra den Verlust von 89 Mitgliedern zu beklagen. Von den 1511 Leichen sind nicht weniger als 927 u. z. 382 Erwachsene und 545 Kinder gratis, d. h. auf Kosten der Ehewra- Kadischa beerdigt worden, wobei die Ehewra den Betrag von 9240 fl. verausgabte. Ans den hauptstädtischen Heilanstalten übernahm die Ehewra die voll fentber zugereisten und hier gestorbenen Israeliten 307 an der Zahl, welche allesammt gratis 33 . beerdigt wurden. — Daß dieser Berichr mir großem Beifall und ungeheurer Befriedigung zur Kemmuß genommen wurde, ist leicht begreiflich. Der Vicepräsident der Pcsther isr. Religionsgemeinde, Herr Samuel Deutsch koume beim auch nicht anders, als der ganzen Vereinsleitung, uameutlich ader dem vielverdienten Präsidenten Herrn Earl Reuß den Dank Namens der Generalversammlung ansznfprechen. Tie Generalversammlung stimmte denn freudig bei, erch eilte der Lercinslcitung das Absolutorium und nach einigen herzlichen Abschicdsworten 'des Präsidenten schloß die Sitzung. — Wir können ohne Ueberhcbung es aussprcchen: die Pesthcr Ehewra-Kadischa gereicht nicht nur dem ungarländischen Jndemhume, sondern der gesammten Judenheir zur Ehre: möge sie unter Gottes Beistand stets größer und angesehener werden! D, H. S. Italien. Livorno, 14. Mai. Der Fall, den ich Ihnen heute mirrhcile, beweist neuerdings, daß der religiöse Glaube in unserem Volke, Gott sei Dank! noch nicht gänzlich erloschen ist. Eine gewisse Anna Pesaro hier wurde nämlich vor mehreren Jahren schon ihrer Ehre halber gezwungen, einen Christen zu hcirathen und mußte sie sogleich auch denen Glauben annchmeu. In ihrem Herzen blieb sie aber noch weiter Jüdin und wo und wann sie nur konnte, erfüllte sie getreulich die Pflichten unseres heiligen Glaubens. Hauptsächlich vernachlässigte sie es nie, das Pessachfest und den Versöhnungstag mit ihren ehemaligen Glaubensgenossen zu feiern. Vor einigen Tagen erkrankte sie mm und suhlte sich bald auch dem Tode nahe. Sie ries nun ihren einzigen Sohn an ihr Sterbelager und erklärte ihm, daß sie in dem Glauben ihrer Väter aus diesem Leben scheiden wolle. Derselbe begab sich nun sogleich zu den beiden hiesigen Oberrabbinern, den Herren Ben-Hamoseg und Eofla und theilte ihnen den Entschluß seiner sterbenden Mutter mit. Diese trafen sogleich die nöthigen Anordnungen, damit die Sterbende nicht ohne jüdische Bewachung bleibe und daß sie auch vor ihrem Hinscheiden die Tröstungen unseres heiligen Glaubens empfange. Umgeben von ihren jüdischen Angehörigen und in den Armen ihres christlichen Sohnes hauchte die Arme bald darauf unter dem Rufe: Schemah Israel! ihre Seele aus. rraan