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Der Israelit · 1886-05-20 · Heft 40 (20.5.1886) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 40 (20.5.1886)
Date
1886-05-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVIL Jahrgang. es Israelit. ZeitrrrrgsrrachrLchLen «rrd Corresposdenzen. Deutschland. Danzig, II.Mai. TcransgewiescueHandelsmann Simon Guycl in Danzig wurde in der vom Minister des Innern im Abgeordnercuhause crwähnre» Anklagesache wegen Vergehens gegen die Koncursordnnng (einfachen Bankrotts) frcigesprochen. Man wird sich erinnern, daß Minister von Puttkamer aus diese Anklage zur Rechtfertigung seiner Answcisungsmaßrcgcln ganz besonders Gewicht dem Abg. Ricken gegenüber legre. Rußland. Cbeffa, 2. Mai. Wie bereits gemeldet wurde, hatten einige Strolche am Abend des zweiten Osternrages den Versuch gemacht, eine Judenhexe in großem Maßsrabe zu iuscenircn, allein die Unruhen wurden durch energisches Einschreiten des alarmirrcn Militärs fast im Keime erstickt. Da von der tausendköpfigen Menge im Ganzen etwa 20 der Hauptanstifter der Excessc verhaftet wurden, so wurde mit denselben kurzer Prozeß gemacht, Indem sie gruppenweise je nach dem Revier, in welchem sie ergriffen wurden, beim betreffenden Friedensrichter zur Verantwortung gezogen wurden. Die Prozesse fanden, wie man der „N. Fr. Pr." schreibt, gestern und vorgestern bei den Richtern des neunten und fünften Reviers statt, vor welchen gegen fünfzehn Personen unter der Anklage der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung, sowie der Aufreizung zum' Plündern der Juden unter starker militärischer Bewachung erschienen waren. Wie nun aus den Verhandlungen dieser Prozesse hervorgchr, war der Erccß auf dem Volksbclustigungsplatz „Knlikowo Pole" entstanden, woselbst sich mehrere Lome daraus ein Vergnügen machten, Juden zu mißhandeln. Da ein Jude stark geschlagen wurde, so erschienen sofort Polizei und Kosaken, welche die Menge auscinanderzujagcn begangen. Tic angeheiterten Runen widerscxren sich der Polizei und setzten die Mißhandlung , der Juden in Gegenwart der Kosaken fort, welche schließlich in die Menge hineinritten und dieselbe vom Kampfplätze verjagten. Die in die Flucht getriebenen Feiertagsbunnnler zerstreuten sich gleichzeitig nach mehreren umliegenden Straßen, und während sie unter dem Rufe: „Hurrah! Haut die Juden!" fast kämmttichr Fensterscheiben auch urchtsüdrscher Hannrcr cinschlugcn, versuchten einige Hauvrrädetsführcr einige jüdische Tabakslädeu zu plündern, wobei sie jedoch noch rechtzeitig von den sie verfolgten Kosaken und Milirär-Patrouillen ergriffen wurden. Fast sämmrliche Angeklagten leugneten ihre Schuld ab und behaupteten, nur zufällig unter die Menge gerathen und irrrhümlicherweise arretirr worden zu sein. Ungeachtet dessen wurden alle Angeklagten der ihnen zur Last gelegten Vergehen schuldig erkannt und zu je zwei Wochen bis drei Monaten Arrest verurthcilt. Ucbcr. die so schnelle Verurrhciluug der Unruhestifter herrscht allgemeine Bcftiediguug, und ist der Umstand besonders ancrkcnncnswcnh, daß der Sradtgouverneur unverzüglich nach Erhalt der Nachricht vom Ausbruch der Exceffe sämmrliche Militäriruvven (mehr als 20,000 Mann) die Stadt besetzen ließ. B u l g a r i c n. / Rrrftschuk, 0. Mai. lieber die Ermordung eines .Kaufmannes wird der „Presse" geschrieben: „Wie. alljährlich an vielen Orten zum Osterfeste das Märchen verbreitet wird, die Juden bedürfen zu ihren Ostern des Mures von Nichtjuden, so geschah es dieses Jahr auch hier in Rustschuk. Der Hergang war folgender: Ein reicher Kaufmann ans Trapczunt' kam, wie alljährlich, im Monat April hier an, um mit seinen hiesigen und rumänischen Geschäfrssreuudcn Handelsangelcgenhciten zu ordnen. Er verkehrte auch viel mit jüdischen Wechslern. Plöxlich verschwand dieser Kaufmann/, alle Nachforschungen nach dem Verschollenen blieben erfolglos. Ta lenkte sich der Verdacht auf einen persischen Hadschcmar (Sndfrnchtcnhändlcr), mit welchem der verschwundene Kaufmann auch viel verkehrte und der ihm einen bedeutenden Geldbetrag schuldete. Ter Hadschemar wurde verhaftet, allein er berheneric, er wisse nicht, wo der Kaufmann hingekommcn sei, heuchelte großen Schmerz, daß einer seiner besten Freunde verschwunden und wahrscheinlich von den Inden ermordet wurde, welche sich seines Geldes und seines Blutes bemächtigen wollten. Er tbar ganz entrüstet, daß man gewagt habe, Um, den Unschuldigen, zn verhaften, und drohte, beim russischen Konsulate, unter dessen Schutz die hier wohnenden Perser stehen, über seine nugcgründetr Brrhastnttg Beschwerde zu fuhren. Ta leine

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