Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 35 (3.5.1886)
- Date
- 1886-05-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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werde Ihnen über dieser Feier seinerzeit schon berichten. M a r o c c o. Aus der Leidensgeschichte der Juden in Marokko erzählt Earringtön in seinem Werke „The New- Wortd" solgende Episode: Ern Beispiel, welches den Bckehrungseifer der Mauren sowohl, als die Anhänglichkeit der Juden au ihren Glauben zu erkennen gicbt, ereignete sich kurz vor Carrington's Ankunft in Tanger. Zulckiah Haschul war ein junges Mädchen von dreizehn Jahren und hatte demnach eine geistige und physische Reise erlangt, die in unserem kälteren Klima erst mit dem sechzehnten oder siebenzehntcn Jahre einzutreten pflegt. Ihre ungewöhnliche Schönheit hatte allgemeines Aussehen erregt und ihr besonders die Liebe einer Nachbarin, einer alten Maurin, erworben, die vom heißen Verlangen beseelt wurde, ihre reizende junge Freundin zu der ihrer Meinung nach allein selig machenden Lehre des Islam zu bekehren. Tie Umstände schienen endlich ihren Wunsch zu begünstigen. Die Eltern Zulekiah's bedrohten sie eines wirklichen oder eingebildeten Vergehens halber mit einer Züchtigung, was sie veranlaßte, nach dem Hause ihrer Nachbarin zu entfliehen und deren Schutz anzusprechen. Die alte Maurin benutzte diesen Anlaß, sich zum Kadi zu bebcgcben und ihm zu erklären, das Mädchen habe in ihrer Wohnung Zuflucht genommen, sich zum Glauben des Propheten bekannt und den Namen Allah's angerufcn. Zulckiah mußte vor dem Kadi erscheinen, leugnete aber auf das Bestimmteste, ihre Religion verändert oder einen solchen Schritt auch nur beabsichtigt zu haben, weshalb man sie bis aus Weiteres cinsperren ließ, während der Kadi dem Hofe Bericht über die Sache abstattcte. Der Kaiser befahl, sie nach Maquinez zu schicken, wo er damals seine Residenz hatte, und bei ihrer Ankunft wurde ihr ein Gemach im Harem angewiesen. Man bot ihr prächtige maurische Kleider an, welche sie mit Verachtung ausschlug, indem sie ihre Anhänglichkeit an die is- - raelitischcn Sitten und Gebräuchen betheuerte. Dreimal wurde sic stör den Nichterftuhl des Kaisers berufen, wo sie mit. der größten Unerschrockenheit fortfuhr ihre Abtrünnigkeit zu leugnen, obgleich man ihr versicherte, das; die Annahme des Islam das einzige Mittel sei, ihr Leben zu retten. Das dritte Mal wurde endlich ihr TodeSurtheil ausgesprochen. Sie wurde sogleich von der Wache ergriffen und unter dem Zulauf des Volkes nach dem jenseits der Stadtmauer gelegenen Richtplstz geschleppt. Beim Schanot angÄommen, drang man von Neuem in sie, den Namen Allahs anzurufen, voraus sie «vredertr, „die jüdische Religion sei der Glaube ihrer Voreltern gewesen, die deswegen Verfolgungen aller Arten und selbst den Tod erlitten hätten, und auch sie würde nicht austehen, sich für eine Sache auszuopfern, für welche Propheten, Sänger und mächtige Kriegshelden ihr Leben gelassen". Dem Kaiser -sagte sie, in Gegenwart seines Hofes und der Wachen: „feine Geschenke und Kleider wären für ein jüdischxs Mädchen unziemlich und würden ihr erneu Fluch zuzkehen, wenn sie'sie anlegte." Als der Monarch ihr wiederholte, daß sie Mnhamed anerkennen oder das Haupt verlieren müpe, antwortete sie, daß sie ebenso bereit sei, die Wahrheit ihres Glaubens mit dem Leben zu bekräftigen, als er, unschuldig Blut vergießen zu lassen. Von Verwunderung über ihre Schönheit und ihre Festigkeit durchdrungen, ließ der Sultan kein Mittel unversucht, sie von ihrem Entschluß abzubringen und nachdem der Henker ihr einen Einschnitt in den Nacken gemacht hatte, fragte er sie zum lebten Mare, ob sie Allah anerkennen und leben wolle. Sie erwiederte mit fester Stimme: „Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist mein Gott; ich erkenne keinen anderen." Ihr Haupt wurde dann vom Rumpfe getrennt. Die zahlreichen Juden, die Zeugen dieses Auftrittes waren, vergaßen in der Wuth ihre gewöhnliche Behutsamkeit. Sie stürzten sich auf die kaiserliche Leibwache, und obgleich mehrere von ihnen schwer verwundet wurde», gelang es ihnen, sich der Leiche des unglücklichen Mädchens zu bemächtigen, welche sie in der Nähe von Maquinez begruben. BZochen-Kaleuder. Mittwoch» 5. Mai 30. Nissan. *« "mp *k an Donnerstag, 6. Mai, 1. Jjar, naip ,n*Yi *a an Freitag» 7. Mai, 2. Isar. narp Samstag, 8. Mai. 3. Jjar. 'rr* "dp ,'a jne a*n» na» Sabbat-AuSgang 8 Uhr 20 Min. (Mainzer Uhr). Montag, 10. Mai. 5. Jjar. vnp ,nv nayn Donnerstag, 13. Mai, 8. Jjar. nr«p /wart swpr Briefkasten der Expedition. l\ K. in Prag. Oesterr. Briefmarken werden in Zahlung genommen.