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Der Israelit · 1886-04-15 · Heft 30 (15.4.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 30 (15.4.1886)
Date
1886-04-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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533 4 ' i CiMümst beim Staate uicht orlsngen ksnn§L, so I Mcibt ihnen nichts übrig, als der-Mrmch ALerj Lauer zu werden, damit auch das Odium als ß ^Handttsjuden" adDstreffen, was sie mit ihrem Sci suche, ihnen SLaaMändereien zu bewiLrgen, bezwecken, 'j Daß sie damit mdetz keine Berü§sichti§nng sindm,; me bei schon vielen gerechten Bitten anderer Art, ffr, ] weil hier von Zinmänien die Rede, so selöftverstLnv- | lich, daß ich es nicht erst besonders zu bemerken 1 brauche. | Fra lt I r ei ch. 1 Paris. Der Staatsrath Harden israelitischen i - Konsistorien das Recht der Ucberwachung von Wohl- ) chätigkeitsanstalteu, der Gründung und Erhaltung i von Schulen entzogen. I Die Rothschild'schen Stiftungen, das Hospital, j das Waisenhaus und das Asyl für Unheilbare wurden vom Staatsrath als Institutionen „von öffentlichem j Nutzen" anerkannt. Palästen a. Palästina. Mr. Laurence Oliphant, der bekannte Palästinaforscher, hat am nordöstlichen Ufer des Galileesecs die Ruinen von Zwei Synagogen entdeckt. Eine derselben, in einem Orte Namens Kanef gelegen, ist eine vollständige Ruine; die Mauern der anderen stehen noch bis zu einer Höhe von 9 Fuß. Letztere Ruine ist in Khurbar Dar Aziz, an der nördlichen Abdachung des Wady Shukeyef, gelegen. Die Architektur ist einfach. Die jüngst in Jerusalem entdeckte alte Mauer, die Dr. Merril für die zweite Mauer hält, ist bis zu der Länge von 120 Fuß freigelegt worden. Im Laufe der Ausgrabungen wurden viele Ueberbleibsel der 10. Legion gefunden, darunter eine Inschrift auf einer 15 Fuß unter der Oberfläche Vorgefundenen Marmorsäule. E g y p.t e n. Alexandrien. Eingedenk der schönen und Practischen Lehre unserer Weisen: cv bvr myo vcnn man soll immer vom Tagesgegenstande predigen, d. h. man soll vor Allem actnell sein, eine Lehre, die übrigens auch jeder Zeitungs-Berichterstatter beherzigen und beachten soll, werde ich Ihnen nun, als Berichterstatter Ihres geehrten Blattes im Pharaonenlande, in dem unsere Vorfahren 210 Jahre geknechtet waren, heute, da das Peffachfest eben vor der Thüre steht, eine wifsenschaftlich-historische Korrespondenz über das ms» tvbi ägyptische Exil), dann über cnyo nN’sr (den Auszug aus Egypten) und schltetzlich auch über die v' njrT (Spaltung des MochLu Meeres) Mmden, und hoffe .ich, -daß diese-ArLM auch bm 'LrrM Ihres Mehrten Leser- MöLkums fmlm wird. .Ich ,rmch jedoch gleich m Vsrhmcks um EttrHrkdiMNZ bitten, - Verm / ich Manches ungeurM oder falsch Lnführeu sollte^ da ich leider von mir sagen muß: p kÄ 'S»» 'ssr «ca smlstis mctea^is heißt dies nämlich, ich bin weder ein Eayptologe noch ein Hieroglyphenckenner, wohl aber kenne ich die alte und die neuere Geschichte dieses Landes, wodurch ich michfür berechtigt halte, über den Aufenthalt unserer Voreltern in diesem Lande ein wenig wissenschaftlich plaudern zu dürfen. Der erste unseres Stammes, der nach Egypten kam — der Name Egypten stammt bekanntlich vom griechischen „Aigyptos" her, das wieder eine Corruption des egyptischen Wortes „Kipt" (Nil- oder Schlammland) ist, eine Bezeichnung, die von den alten Eghptern nur selten gebraucht wurde, da sie ihr Land gewöhnlich „Chemi" nach ihrem Stammvater Cham, on nannten, wogegen die Araber noch -heute Egypten „Mazr" d. h. der schmale Landstrich, nennen, woraus dann die alten Israeliten das dualistische Wort omss d. h. das schmale Land zu beiden Seiten des Nils geformt haben — war bekanntlich der Patriarch Abraham,' der dieses Land in Gesellschaft feiner Gattin Sarah besuchte, da die Hungersnoth in Kanaan sie zur Auswanderung von dort zwang. Schon damals herrschte ein Pharao über das Nilland. Der Name Pharao ist jedoch kein Eigennamen, sondern ein Titel, zusammengesetzt aus den zwei egyptischen Worten „Pha (Liebling, Freund)" und Ra (Sonne) d. h. der Sonnenlieblmg, den die Könige Egyptens führten und der sehr stark mr das „Boi soteü (König-Sonne)", wie die französischen Höflinge in speichelleckerischer Weife Ludwig XIV benannten, erinnert. Die Bibel unterläßt es gänzlich, die egyptischen Könige bei ihrem Namen zu nennen, sondern führt blos deren Titel „Pharao" an, so wie wir noch heute, wenn wir vom russ.Kaiser sprechen, nicht Alexander III., sondern blos der Czar sagen, da er unter diesemTitel allgemein bekannt ist. Die Bibel erwähnt auch gar nicht, nach welcher Stadt Egyptens, Abraham und Sarah sich geflüchtet haben, da sie blos von „Mizrajim" spricht: cs ist aber wahrscheinlich, daß darunter die Stadt Tanais (jys) an einem Nilarme in Unteregyptcn, verstanden ward, welche Stadt bis spät nach dem Auszuge der Kinder Israels die Haupt- und Residenzstadt Egyptens war. In Tanais residirte auch jener Pharao, der Joses zu seinem Stellverttetcr oder Bicekönig ernannte und auch der Pharao, unter dessen Herrschaft Moses seine Brüder

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