Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1886)
- Date
- 1886-04-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XSLYILdfifteras- ♦ -»V Leitender Nrtikcl. Kterarifcher MeriHi. Zwei neue Schriften von Dr. A. Berliner find soeben ans dem Büchermärkte erschienen. „Die Schriften des Dr. M. Steinschneider zu seinem 70. Geburtstage, 30. März 1886, zusammeugeftcllt von Dr. A. Berliner" — so betitelt sich die erftere im Verlage von Ad. Mampe in Berlin erschienene Arbeit. Dieselbe umfaßt, trotzdem sie nur die Titel aller Schriften des genannten Ge-, lehrten auftahlt, nicht weniger als Zwei Druckbogen. Der Vers, citirt die Beiträge Steinschneiders Zu den Schriften Anderer, seine Beitrage für periodische uud Sammelschristen, die von ihm herausgegebenen Cataloge, 17 an der Zahl, 23 selbstständige Schriften, Abhandlungen oder Vorträge und die von St. im vergangenen Jahre gelöste Preisangabe der Pariser Akademie. Diese Zusammenstellung selber ist ein Product emsigsten Sammlerfleißes; sie wird die betheüigten literarischen Kreise in hohem Grade interessircn und als willkommener Führer auf den weitverzweigten Gebieten der jüdischen Literatur und in ihren vielfachen Beziehungen zu anderen Wissenschaften dienen. — Die zweite vorliegende Schrift ist ein Abdruck des Vortrages: „Aus den letzten Tagen des römischen Ghetto," welchen Dr. Berliner im Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Frankfurt a. M. gehalten hat uud über den z. Z. im „Israelit" eingehend referirt wurde. Der Vortrag, welcher 33 Druckseiten um- - faßt, gewinnt einen bleibenden Werth durch die wortgeöeue Mttheilüng des bisher nur im Manuscript befindlichen Gnaderlgesuches, der römischen Juden an Pius IX. Der Schrift sind einige Quellen nachweisende Noten bcigefügt. Die interessante, recht empfehlenswerthe Schrift ist im Verlage von Rosenstein und Hildesheimer zu Berlin erschienen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deuts ch l a u d. Verkitt, 25. März. Die vereinigten D'ne Berith-Logen haben auch am vergangenen Purim 90 .Kinder armer würdiger Eltern (58 Knaben und 32 Mädchen) vollständig mit Kleidungsstücken beschenkt. Die Bertheilung fand in Cassels Hotel statt. Nachdem die Kinder mit Torten und Kuchen beschenkt worden, hielt ein Logenmitglied eine Ansprache, an welche sich die Vertheilung der praktischen und geschmackvollen Gaben anschloß. Die - Logen hatten für den edlen Zweck allein 2000 Mark gespendet. Posen, im März. Die ziemlich unparlamentarische Weise, mit welcher der —d— Correspoudent aus Frankfurt a. M. einige Aeußerungen über nnV ^n, die nur gelegentlich eine Erwähnung der Gemeinde btrxr my veranlaßt hatten, gerügt hat, fordern zu einer Replik heraus. Der Angriff muß zunächst als ganz unbegründet zurückgewiesen werden. Ich habe in meiner Korrespondenz weder „Glossen über die Gemeinde »"y" gemacht, noch überhaupt mir ein Urtheil über die Organisation der betreffenden Gemeinde erlaubt, sondern lediglich im Allgemeinen — und auch dies nur gelegentlich . der Mttheilüng von der Bildung eines Eomitö's zur Beschaffung von Stellen für religiöse Handelsbeflissene — das Bedauern ausgesprochen, daß dev rosö&n ein bereits so tief eingewurzeltes Uebel ist, was auch die Thatsache beweise, daß sogar diestreng-religiöse Gemeinde '"zi sich der Ausnahme solcher Mitglieder, bie .rci? sind, nicht verschließen kann. Daß dieser. Umstand auch bei der Gemeinde „Adath Jeschurün" in Frankfurt obwaltet, ist eben nur ein weiterer Beleg für die Berechtigung der ausgesprochenen Klage, daß nämlich eine Gemeinde, deren Mitglieder ausnahmslos ros? new sind, sogar in Frankfurt a. M. ein undenkbares Ding ist. Es ist dies eben ein Zeichen der Zeit, gegen die anzukämpfen wohl Pflicht ist, aber nicht in unserer Macht steht. Diesen beklagenswerthen Umstand habe ich hervorgehoben; ein Urtheil aber über die Prinzipien, resp. die Organisation der Adaih Jisroel auszusprcchen, ist allerdings nicht meines Amtes und auch nicht geschehen. Der Herr —b— Eorrespondent hat sich also ganz obue Grund ereifert: immerhin aber sei es gestattet, ihn darauf aufmerksam zu machen, daß seine Auseinandersetzung, wonach er einen UntöMied - zwischen Gesetzesübertretungen kennt, die durch Umkehr gut zu machen fast unmöglich ist oder von denen man ablassen kann, durchaus unzutreffend ist. Es gibt keine Ueberttetung, die nicht gut zu machen