Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1886)
- Date
- 1886-03-11
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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UsfotizerL. -^3.. Die Mission in Jerusalem. Es ist bereits vielfach darauf hingewiesen worden,dass dieMissumare bei Allem, was sie für einen Juden thnn, den Missionszweck im Auge haben, und dass es der grösste COT b'bTl ist, wenn man von ihnen auch nur einen Gefallen sich erweisen lässt, da sie nichts ohne Hintergedanken thun. — In der letzten Zeit mag es vorgekommen sein, dass sich einige Juden, ohne Arg dabei zu haben, durch einen Missionär englische Briefe schreiben Hessen. Wie dies ausgenutzt wird, zeigt ein Artikel in den „Nachrichten aus Zion", in dem der Missionsvorsteher über die Anwesenheit des Herrn Dr. Adler in Jerusalem Bericht erstattet und unter Anderem erzählt, dass viele Juden bei dieser Gelegenheit ihn ersucht hätten, Bittbriefe an Dr. Adler zu schreiben, und dann folgendermassen fortfährt: „Auch dies gereicht uns zu grossem Nutzen. Durch das, was ich nach ihrer Angabe in den Briefen zu schreiben habe, lerne ich alle ihre häuslichen Verhältnisse und alle ihre Bedürfnisse kennen, was wir Alles späterhin sehr gut verwerthen können; wir erfahren hierdurch, wie wir an jene Leute herankommen und womit wir sie fassen können; auch dies ist ein Weg, den die Vorsehung wählt, um uns bei unserer Arbeit zu helfen und die Juden unter die Fittige des Heilands zu bringen!" — Es ist uns nicht bekannt, ob in der That viele Juden sich an Missionäre mit jener Bitte gewendet, — nach der Mittheilung eines Begleiters des Herrn Dr. Adler sollen unter den Bittbriefen überhaupt keine in englischer Sprache gewesen sein, und man ist es gewöhnt, dass jener Missionär aus der Fliege einen Elephanten macht; immerhin ist anzunehmen, dass in der That Juden mit einer ähnlichen Bitte zu ihm gekommen sind. — Ist dies nun schon bei einem einzelnen Privatmanns als Unrecht zu bezeichnen, um wie viel mehr, wenn eine ganze Gemeinde dergleichen sich zu Schulden kommen lässt; und doch lässt die sef&rdis che Gemeinde ihre sämmtliehen englischen und italienischen Briefe durch einen Misstonsgeistlichen schreiben! Wenn schon nach Eingeständniss der Missionäre die Kenntnisa von d«n Verhältnissen eines Einzelnen ihnen von bedeutendem Nutzen für ihr „Geschäft" ist, wie muss dieses erst durch das Bekanntweeden mit affm Gemeindeverhältnissen gefordert werden! Wie lange noch werden wir selbst der Mission in die Hände arbeiten!1 „Wir verhehlen uns nicht," bemerkt hieran die Bedaction des "'DOT«, dass die Missionäre auch dies an die grosse Glocke hängen werden, dass sie, wie wir es gewöhnt sind, unsere Berichte für ihre Zwecke ausnutzen, als Beweis für die grossen Erfolge, die sie erzielt, und wie sie überall ihre Hände im Spiele haben, hinstellen nnd zu neuen Spenden für sich anregen werden. Sie sind einem wilden, ansgelassenen Knaben zu vergleichen, der vor seinen Kameraden sich rühmt: „Sehet, wie jener Mann mich fürchtet, er hat seinen Sohn geschlagen, weil er mit mir umgeht.“ Der Narr! Der Vater fürchtet ihn nicht, er hält es nur für eine Schande, dass seine Kinder solchen Umgang aufgesucht.*) Den Missionären in Jerusalem hatte Einer aus Asmir vor etwa sechs Jahren seine drei Kinder, zwei Mädchen und einen Knaben, zugesandt. Nunmehr erinnerten sich einmal wieder die Eltern ihrer Kinder; die Matter kam, die Kinder abzuholen, wurde jedoch fort und fort mit Vorwänden hingehalten und ist es ihr bisher noch nicht gelungen, ihre Kinder wieder zu erhalten, r— *) Es ist das grosse Verdienst des durch sein unermüdliches Bekämpfen der Mission, durch, seine muthige und offene, von jeder falschen Rücksichtnahme vollständig freie Darlegung des unerhörten Gebahrens der Sefardim, einen 12122 als *9*212,11212 zu beschäftigen, diesen endlich beseitigt au haben. Wir rufen ihm dafür ein herzliches IITfll TTJ2 1©*% zu. 1 1 I>. Bod. -H Oraehi D&Tid beeis Wolff ln ttsgdebturs*