Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1886)
- Date
- 1886-03-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXVjlL Zahrgaug. Zettrurgsrrachrrchte« rrsd Correfposdeszerr. D eutschlan d. Worms. Am 21. v. M. feierte der hiesige isr. Unterstützungsvercm in dem festlich erleuchteten Saale des Herrn Weil sein 25jähriges Stiftungsfest. Es detheMgLen sich au dem Fest ca. 70 Mitglieder und Freunde des Vereins. Der ehemalige Präsident desselben, Herr Marcus Cahn — jetzt in Frankfurt —war zu dieser Feier hierher gekommen. Herr Rabbiner Dr. Stein begrüßte die Versammlung durch herzliches Willkommen und hielt eine mit großem Verfalle aufgenommene Rede über die verschiedenen Zwecke des Vereins. Nachdem noch von verschiedenen Mitgliedern Toaste ausgebracht wurden, in welche die Anwesenden herzlich cinstimmten, wurde noch besonders die ThLtigkeit zweier Mitglieder der Verwaltung hervorgchoben, von welchen der Eine das schöne Fest nicht mehr erlebte, der Andere durch Unwohlsein verhindert war, demselben beiznwohnen. Herr Leopold Schestel, der gegewartige Präsident des Vereins, widmet seit 17 Zähren , unverdrossen und. unermüdct seine Kräfte dem Vereine und scheut kein Opfer an Zeit und Geld, um dessen Bestehen zu sichern, seine segensreiche Wirksamkeit zu fördern. Als 80jahriger Greis hat er bis vor ganz kurzer Zeit, (wo ihn leider Unwohlsein daran hindert) tagtäglich von 11—12 Uhr die Vertheilung der Untersetzungen geleitet, und den - Armen, die ihn Alle kennen und lieben, stets mit freundlichem Angesicht die Gaben verabreicht. Zu seinem 80jährigcn Geburtstage nw 'z rm hatte besten Sohn, Herr Adolf Schestel in New-Aork, zur Feier des' Tages dem eisernen Stocke des Vereins die schöne Summe von M. lpOO gleichzeilig aber auch den gleichen Betrag zur Vertheilung an hies. Arme gesandt. Herr Salomon Hüttenbach, welcher 14 Tage vor dem fchönen Feste, ans welches er sich so sehr gcftcut hatte — zu seinem himmlischen Vater abgerufen? wurde, war ein eifriger und warmer Vertreter dieses Vereins. Er war der Vater des Gedankens zur Gründung des eisernen Stockes und hat diesen Lieblingsgedanker, mit Liebe und Sorgfalt - und mit gutem Erfolge gehegt und gepflegt. ♦ Er war immer und überall bereit die Noch der Armen und Bedrängten in der Nähe und Ferne zu mildern und kein gemeinnütziges Unternehmen gab es, dem er seine rege Mitwirkung versagt hätte. Eine Sammlung für den eisernen Stock ergab das schöne Resultat von mehr als M. 2000 und stehen noch weitere Gaben in Aussicht. Schließlich will ich noch lobend und dankend eines dritten Verwaltungsmitgliedes, des. Herrn Mayer gedenken, der die durch den Tod seines Schwagers Herrn Hüttenbach und das Unwohlsein des Herrn Schestel vermehrte Arbeit und Mühe bei der Vcrtheilungs-Commisfion mit unermüdlicher Hingebung leidet und bei der täglich stattfindenden Vertheilung niemals fehlet. N.... . n. Oesterr.-Ungar.Monarchie. Wien. Dem drciunddreißigsten Jahresbericht des Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten entnehmen wir: Wie wir in unserem letzten Berichte hervorzuheben Gelegenheit hatten, mußte am Schluffe des Vorjahres zur Herstellung des Gleichgewichtes zwischen den Einnahmen und Ausgaben ein Betrag von ö. W. fi. 1482.49 dem Reservefonde entnommen werden. Wenn. uns diese Thatsache auch die Hintanhalrung jedweder Erhöhung unserer Ausgaben nahelegte, so hielten wir eine Einschränkung derselben durch eine Redncirung unserer Zöglingszahl insolange nicht mit den Tendenzen unseres Vereines für vereinbar, als nicht alle Mittel ergriffen und jeder Weg versucht war, um durch eine Erhöhung der Jahreseinnahmen wenigstens den gleichen Anforderungen wie im Vorjahre ohne in Anspruchnahme des Reservefondes gerecht werden zu können. Dieses Ziel haben wir — wir können cs mit innerer Gcnugthuung verzeichnen — nahezu erreicht; unsere Einnahmen sind von ö. W. fl. 10,536,03 im Jahre 1884 ans ö. W. fl. 11,873,20 gestiegen und haben die Ausgaben von ö. W. fl. 11,967,50 bis auf den geringen Bettag per ö. W. fl. 94.30 zu decken vermocht. Wir danken dies vor Allem jenen unter unseren Glanbensgenoffen, welche unserem Aufrufe znm Beitritt als Mitglieder Folge geleistet und uns dadurch einen erfreulichen Ersatz geboten habe» für die int verflossenen Jahre entstandenen Lücken, gleich Jenen, welche im Hinblick auf unsere finanzielle