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Der Israelit · 1885-04-30 · Heft 34 (30.4.1885) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 34 (30.4.1885)
Date
1885-04-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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569 Feiertage noch Speiscgcsetze. Daß der Rabbiner der Gemeinde, Herr Dr. Bcttelheim ihm eine warme Trauerrede gehalten und den großen Verlust der Gemeinde tief beklagte, mag selbstverständlich erscheinen; warum sollte dies ein Reformrabbiner nicht thun? Das ist eine Erscheinung unserer Zeit, die bei uns in Amerika und wohl auch bei Ihnen in Deutschland bei den Reformern oft vorkommt. Ich würde Ihnen auch von dieser so gewöhnlichen Thatsache weiter nichts berichtet haben, wenn nicht in diesem Falle noch ein besonderes Vorkommuiß den Herrn Rabbiner B. zu einem minder demonstrativen Auftreten hätte veranlassen sollen. Bei dem am legten Purim stattgefundcnen Maskenballe, welchem Hunderte von Christen anwohnten, hat der Verstorbene durch seine Maskerade öffentliches Acrgcrniß erregt. Er verkleidete sich als Rabbiner, zog ein Sargenes au, setzte rvte und pcn auf, crthciltc den Leuten den Segen, und machte theilte von dem Brode aus und 'küßte dabei die irjrs, ging an das Fenster, um die enpe nzk zu sein u. s. w. Kurz und gut, cs war ein Auftreten, das die Gefühle aller religiösen und noch religiös denkenden Israeliten auf das tiefste empört hatte. Es wäre mir wahrlich nicht eingefallen, von diesem Factum zu berichten, zumal der Thätcr gestorben ist, wenn nicht die Lobhudelei des Rabbiners bei dem Leichenbegängnisse des Herrn R. die Gefühle vieler hiesiger Glaubensgenossen aufs Reue in Empörung gebracht hätte. M a r o c c o. Fez. Ter Fanatismus des Großveziers tritt immer mehr zu Tage. Erst neulich hat er wieder einen seit Jahren abgeschassten beschämenden Gebrauch bei Uebergabe der jüdischen Steuern eingeführt. Rach diesem Gebrauche müssen die lleberbringer der Steuersninmen barfuß und ohne Kopfbedeckung vor den Steuerbehörden erscheinen, und während ein Beamter das Geld dem Inden mit der einen Hand abnimmt, gibt er ihm mit der andern Hand einen Schlag auf den Kopf. Das sind echt mittelalterliche und unmenschliche Zustände, die jeden Rechtlichdenkendcn miss tiefste betrüben müssen. LNrhNge Losungen fnnvten ein: Helene und Nosalie Nosncr, (^olniifa; T. i*. Spider, Stampfen, Ungarn; Marianne Schöncmann, Sontra; Moses Weil, Braunfels; Lehrer Joseph Straus;. Zündcrsbach; Friederika Lukas, Weisweilcr; Lehrer Tobias Kob». 'Vallendar; Rosalie Frank, 9liedcr Ohmen; Wwe. t^oudchaux, Saargemiind; Lehrer I. Bloch, Bcntschen; Ijaac Rosenthal, Wronke; Leopold und Amalie Schutz» Holzappel; Lucien Uhry, Ingweiler i. E.; Klara Ambacher, Leutershausen; Lehrer S. Rothschild, Ncmagen; Vonifc B. Leon, Hechingen; H. Frank, Gabshenn; Lehrer S.<S. tippfiein, Unlerdeufstetten; Joseph Samuel Ullpisk, Zülpich; Isac Klein und Filz, Sul; n. W. Alex. Kann, Landhausen; Abraham Nordmänn, Frcibnrg (Schweif; Iran Lehrer Stein, Treis a. d. ü.; '„'einer Isidor I5afjn, Rohlinge«; Fanny Krans, Michelstadt; Lcbrcr Neumann, Impsingcn; Redctka Behr in Tuckum. Kurland; Julius Uhlmann, Fraiitsurt a. M.; Minna Sulzbachcr, Mergentheim; Ferdinand Schiusk; Ignatz Rosner Batorkesz; Johann Mandl, Austerlitz; Ferdinand Jelinek in Galanta; Lehrer Adolf Lcvn in Berwangen; Eantor u. Lehrer M. Kilschncr in Bu blitz; Joses «"reger in Ekyn (Böhmen). nzeige tt. JCX3GQGCCGCCOGCÖQGCCGC 1ÖOOOOCQCC AbonncmcnlS - und Inseraten-Annahme für Frankfnrt a. M. bei I. (.»anffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhösen?kr. 35; für ^öln bei ifco Frank, Stcinfeldergasse 7; für München bei N. Bcttelheim, Färbergrabcn 29; für Fürth in Bayern bei M. Dörnbcrger, hebr. u. deutsche Buchhandlung; in Böhmen, Mäbrcn und östcrr. Schlesien bei Jacob B. BrandciS, Buchhandlung in Prag. ccccx2cccx;cxxxocccxx:accccGGcccccccccco Für den folgenden Theil ist die Medaetion nicht verantwortlich. hiatt jeder besonderen Anzeige. Sva Jfozxntfetiz Sdniond' 0]Coz/ite Derloble. (2231 Remillv Paris Für eine bcbciiteiibe Badestadt Süd dentschlands ein unvcrheirathcter Schochet und NcligionSlehrer mit Zeugnissen von anerkannt orlhodorcn Rabbinen gesucht. Ter Ertrag der Stelle wird mit Mark 1500 jährlich garantirt. Offerten erbeten unter R. B. Nr. 2290 an die Exped. d. Bl. Jalirzeits-Taliellen auf's Eleganteste in Goldschrist kalligraphisch ausgcführt, auch mit Photographie nach dem Bcrstorbcncn, mit 50jährigcr Berechnung (auch in französ. und engl. Sprache), liefert billigst W. Kauders, 2279) Pilsen (Böhmen).

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