Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 27-28 (9.4.1885)
- Date
- 1885-04-09
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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459 N ii ch v tt f. Oberdorf bei Bopsingen. AllsgangS vut« mc rzv ging hier ein Mann ins bessere Jenseits, an welchem sich die Worte unserer Weisen 2*711'^ 22'P P37N nrn otk Sjin cznsr ^2'331 v?.v n=h und welche nso er viel geübt hat, buchstäblich bewahrheitet haben;;u IO Jahren verlor er den Vater, mußte, um sein Fortkommen zu finden, ein Handwerk lernen, brachte es aber nebenher doch zn bedeutenden Kenntnissen in n«« und 'Ta, so da st ihm schon als pn der -cn verliehen wurde; er lebte in glücklicher Ehe, sah 8 Kinder, 38 Enkel und 2 Urenkel seinem Stamme entsprossen, feierte vor 2'/* Jahren die goldene Hochzeit und war nie krank gewesen. An seinem Todestage ging er rüstig, wie immer, zur Svnagoge, machte nach nav 'hw noch n’nan, einige Stunden später fühlte er fich wach und entschlief, beinahe 80 Jahre alt, ohne jeden Schmerz oder Kamps von Angehörigen und Freunden umgeben, wie unser graste Lehrer nra sagt np'r;a; wir dürfen detzhalb getrost aunehmen, dast ihm auch das pp im jenseits zu Thcil geworden ist. Gestern am 'anan rar gab's bei seinem Sohne eine rn'a m: und :*n»a ia zugleich, oaS Kind erhielt natürlich seinen Namen. n*3-s«3«n Aufruf an die israelitische Lehrerschaft und an die ehrwürdigen Herren Zladdiner Böhmens. Am 1. Mai a. c. wird Herr Lazar Bencsch, Lehrer und Rabbiner in der Eultusgemeinde Kardafch Retschip in Böhmen, das Jubiläum seiner 50jährigcn Dienstzeit, die er am 1. Mai 1835 daselbst begonnen und auch vollenden wird. In einer und derselben Gemeinde ein halbes Jahrhundert im Dienste der Erziehung, des Unterrichtes und der Seelsorge zu wirken, der ErT.her und der Weiser einer ganzen Generation zu sein, gehört unstreitig zu den bisher einzig dastehenden Fällen unter den Rabbinern und Lehrern Böhmens. Muß uns nicht die Ausdauer, die Beharrlichkeit, diese heroische Widerstandsfähigkeit, die hohen Eharaktercigcnschastcn dieses Jubelgreises die höchste Achtung und Ehrerbietung abgewinnen?! Must uns das nicht in Staunen und Bewunderung versehen, in einer Eultusgemeinde, in der bekanntlich die Dienstverhältnisse der Eultusbeamten auf labiler Grundlage ruhen, 50 Jahre ausgcharri zu haben! Wahrlich ein solcher Manu hat sich im wahrsten Sinne des Wortes die Siegespalme errungen, hat den schönsten Sieg der Selbstverleugnung erfochten, ihm gebührt unsere gröstre Hochachtung und Wcrlhschätzung, er ist der Held unter der Lehrerschaft und Rabbinern Böhmens. Seinen Iubcltag am I. Mai zu feiern und würdig zu begehen, ist unsere Pflicht. Wer fich und seinen Beruf ehrt, wird auch Demjenigen die Ehre nicht vorcmhalten, der die Würde des Amtes in so cclatanter Weise in einem so hervorragenden Grade zur Ehre brachte. Er sei uns Jüngern und Aeltern, ein leuchtendes, nachahmungswürdiges Excmpel, ihm in gleicher Weise nachzustreben. Um dem Jubelgreise ein greifbares Zeichen unserer Hochachtung und Ehrerbietung zu geben, hat der gefertigte Bereinsvorstand beschlossen, ihm im Namen der isr. Lehrerschaft und der Herren Rabbiner Böhmens ein Ehrengeschenk zu überreichen, wie cS eines solchen Mannes würdig ist. Zur Erreichung dieses Zweckes hat der Unterzeichnete Bereins- Borstand auch den Beschluß gefaßt, um bei Anschaffung dieses Ehrengeschenkes eine collcctive Bctheiligung herbeizusühren, eine Sammlung einzuleiten. Es ergeht hiermit an alle P. T. Herren Lehrer und Rabbiner die höflichste Ausjorderung und Bitte, etwaige Beiträge bis längstens 15. April a. c. an den Obmann Herrn Siegmund Springer in Kralup a. M. gelangen zu lassen. Die eingclansenen Beiträge werden im Bcrcinsorgan ausgewiescn und verrechnet tvcrden. Zeiget Lehrer und Rabbiner, daß ein Band uns alle umschlingt, bekundet durch munisicente Gaben für die dem Jubelgreise darzubringcnde Ehrengabe, dast wir uns gegenseitig achten und schätzen, und beweiset bei diesem Anlässe, daß collegiale Einmüihigkcit die isr. Lehrer schast Böhmens beseelt! Vom Vorstände des Israel. LehrcrvcrcmcS in Böhmen. Prag, am 26. März 1885. S. Königsberg, Ter Obmann»: Schriftführer. Sicgmund Springer, D. StranSky, M. Zimmer, Eassirer. Obmannstcllvertretcr. S. Angel, D. Kohn, S. Mautner, Vorstandsmitglieder. Znnz, Bibel ist aus dem Verlag von L. Gerschel in Berlin in den mcinigen übergegangcn. Ein Neudruck dieser vortresslichen Bibel- Uebersepung befindet sich unter der Presse und erscheint in ca. 4 Wochen. (1799 Frankfurt a. M. I. Kauffmann. Mörallfaa^eii. Auf hiesigem Plap^ wäre einem jüdischen, streng religiösen Bäcker, der soviel Vermögen hätte, um eine Bäckerei kätlslich oder pachtweise zu erwerben, ein ziemlich reiches Einkommen geboten. Reflektirende wollen Anfragen unter Nr. 1796 an die Expedition dss. 'Bl. richten. Mnnonee. Eine tüchtige, jüdische Köchin, welche schon länger gedient und selbstständig perfect kochen kann, wird gegen hohen Lohn per t.Mai gesucht. Zeugnisse erbittet man unter M. H. Nr. 1801 an die Exped. d. Bl. für mein am ras.’ streng geschlossenes Kurz-, Weiß- und Wollwaarcn - Geschäft. Eintritt Ende Mai. (1805 Bad Schwalbach. A. Aoscnbcrg. Schadchanim werden um Mittheilung ihrer Adresse an die Exped. d. Bl. unter Ehiffre „P. B. 1814 gebeten." Ssetalmg1 mit guten Schulzeugnissen findet in unserem Tuchgeschäft en gros, Stelle. Samstag und Feiertage geschlossen. - M. Mayer Söhne, 1810) Frankfurt a. M. Lehrüngs-Hesuch. Ich suche für meine Gerberei einen kräftigen Jungen aus achtbarer Familie als Lehrling. Kost llnd Logis gegen Vergütung im Hause. Samstag und Feiertage geschlossen. Eintritt kann sofort erfolgen. I. Oster, 1808) Sonsbeck (Niederrhein). s^ür meinen Sohn, welcher die jüdisch- O orthodoxe Unterrichtsanstalt in Frankfurt a. M. mit gutem Erfolge absolvirt hat, suche ich eine Stelle als Lehrling bei einem Handwerker oder Kaufmann bei möglichst freier Kost und Logis. Abrah.nn Mandelbaum, Ludwigshafen.