Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 4 (15.1.1885)
- Date
- 1885-01-15
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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Herr Dr. Pinsker, unterstützt durch Herrn Zederbaum, beantragt: Es sollen die Summen festgestellt werden, welche nach Palästina zu senden seien, ferner soll eine Commission gewählt werden, welche die Anträge, die sich ans den bisherigen Berathungen ergaben, präcisiren soll. Damit ist die Versammlung einverstanden und die Zahl der Mitglieder dieser Kommission wird auf 7 festgestellt. Es erfolgt hierauf die Wahl. Diese ergiebt von 28 Stimmen: Für Herrn Cordon 20, für Herrn Rabb. Mohilewer 18, für Herrn A. Zederbaum Redact. 16, für Herrn Kliwanski 16, für Herrn P. Rabinowicz 16, für Herrn Dr. Pinsker 18, für Herrn Iasinowski 20. Die Gewählten nehmen die Wahl an. Herr Bramsohn liest eine von ihm ausgearbeitete Instruktion vor, weiche der Commission übergeben wurde. Hierauf entsteht unter den Delegirten eine ungeordnete Debatte über diese Instruction. __ Fortsetzung folgt.) *) Die betreffende Stelle der Rede lautet: „Sein — Montet io re’s — Lieblingsziel, den Landbau unter seinen Brüdern in Palästina zu verbreiten, wurde von vielen Tausenden in Russland, Rumänien, Oesterreich, Galizien, Frankreich und einigen Theilen Deutschlands mit Enthusiasmus aufgenommen. Er hatte die Freude, am Dienstag, den 23. September d. J. einen Delegirten von 53 russischen Gemeinden zu empfangen, der ihm ein Album überreichte, in welchem die innigen Wünsche und Gebete für die fernere Dauer seines Lebens enthalten waren. Dasselbe war von 1562 Repräsentanten von 50 Vereinen unterzeichnet, welche den Namen „Zionsfreunde“ führen und deren Ziel der Landbau in Palästina ist. Sie feiern den Geburtstag durch eine Delegirten Versammlung, welche sie in der Stadt Katto witz O.-Schl. abhalten, um eine Montefiore-Stiftung zum Zwecke der Forderung des Ackerbaues in Palästina zu begründen. Nach einem Einladungsschreiben, das ich erhielt, werden diese Vereine in einer Grenzstadt zwischen den genannten Ländern gelegen, ein Centval-Comite ein setzen und ein Executiv-Comite im heiligen Lande. Nach Mittheilungen der genannten Delegaten ist im letzten Jahre die Coionie „Pessach Tikwah“ gegründet worden, in welcher jetzt 20 Familien dem Ackerbau obliegen.*) Ebenso viele wohnen in „Jessod Hamaalah“ am Merom-See unweit Saffed und 16 Familien im Gadara, in der Nähe von „Pessach Tikwah“. In allerletzter Zeit haben 30 Familien aus Rumänien sich entschlossen, aus eigenen Mitteln Land zum Ackerbau anzukanfen. Vier Colonien: „Rösch Pinah“, „Rischon l’Zion“, Samavin und Ekrön hat ein grosser und edelherziger Mann in Frankreich, dessen Name nicht genannt werden soll, unter seinen Schutz genommen. Die „Zionsfreunde“ in Warschau wollen durch den Verkauf von 100,000 Exemplaren des Montefioro-Portraits einen Fond aufbringen, aus welchem eine neue Coionie zum Andenken an den heutigen Geburtstag gegründet werden soll. Es ist aller Grund vorhanden zu glauben, dass die Zeit kommen werde, in welcher alle Hindernisse, welche den neuen Ansiedlern bereitet werden, avifhöven müssen. Geber diesen Gegenstand pflegte Sir Moses immer zn sagen: „Sr. Kaiserl. Majestät, der Sultau Abdul Hamid, keimt keinea Unterschied zwischen einem Unterthan und dem anderen, — er behandelt sie alle mit gleicher Gerechtigkeit nnd mit gleicher Liebe. Die Zeit wird kommen, in welcher der Mund der Verleumder geschlossen sein wird nnd Sr. Majestät wird sich von der Wahrheit überzeugen, dass diejenigen Söhne Israels, welche das Land der Verheissung bebauen wollen, kein anderes Ziel haben, als in Frieden unter dem Segen seines Schutzes zn leben.« Betrachtet man den trotz aller entmuthigenden Zeitungsnachrichten erzielten Erfolg, so wird man denselben als günstiges Vorzeichen für die Zukunft anerkennen müssen. Ein anderer edler Freund, wie der in Frankreich, wird sich finden und seine helfende Hand denen reichen, welche in Noth sind. Mit der Zeit werden noch mehr solche Männer sich finden, um die grosse Sache zu stützen und hätte es auch keinen anderen Zweck, als den armen Hassen Trieb zum Ackerbau anstatt zum Kleinhandel einzupflanzen, so wäre damit allein schon ein grosses Werk vollendet. Unser geliebter Sir Moses möge noch lauge leben, um das realisirt Zusehen, was sein Herz so innig wünscht!“ *) P. T, ist die älteste der Colonien. A. B. in K. Ihre Sendung hat mich recht gefreut, es waren aber nicht, wie auf der Postkarte angegeben, 75, sondern blos 72.17 M. — Auf Ihren geehrten Wunsch hin theile ich Ihnen an dieser Stelle die Verwendgng des Geldes mit. Für R. II und das in Jerusalem zu erbauende „Montefiore-Haus“ 18, für die R. HI und IV je 10, für R. IX 18, für die von der Mission hart bedrohte Gemeinde jN2N 9.17, für die arabisch-jüdischen Flüchtlinge in Jerurusalem 7 M. — Warum bewahren Sie mir gegenüber so strenge Anonymität?! Ich hätte Ihnen verschiedene Drucksachen zuzusenden, und bitte Sie darum höfiiehst um gütige Angabe Ihrer werthen Adresse. — Auch wäre es mir äusserst angenehm, wenn Sie in Zukunft rPR die Gelder nicht in Packeten, sondern durch »Post- Anweisung" mir gütigst zukommen lassen wollten; es wäre dies auch für Sie eine billigere und leichtere Art der Versendung. Jedenfalls hoffe ich, bald wieder von Ihnen zu hören, nnd können Sie mir keine grössere Freude bereiten, als wenn Sie mich recht oft zum yfljßö irSl# machen. — Druck von David Louis Woiff tu Magdeburg.