Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 96 (2.12.1884)
- Date
- 1884-12-02
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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XXV. Jahrgang. Mette Ertra-Bei An alle '•■00^4®} * -=^> v ajth— Indern ich meine Mazzoth - Fabrik auch dieses Jahr in empfehlende Erinnerung bringe, erlaube ich mir die Vorzüge der von mir verfertigten Mazzoth durch einige kurze Hinweise hervorzuhcben. Die Gleichgiltigkeit, ja geradezu Gewissenlosigkeit, mit welcher die Bereitung der Mazzoth vielfach da betrieben wird, wo jede zuverlässige rcligionsgesetzlichc Controlte fehlt, ist zwar dem Kundigen bekannt, nichtsdestoweniger spcculiren viele Verkäufer von Mazzoth auf die Leichtgläubigkeit und Unkenntnis; des Publikums, und nicht ohne Erfolg. Ein großer Procentsatz der Mazzoth- Eonsumcnten hält nämlich altes das, was unter dem Namen Mazzoth verkauft wird, auch dafür, wenn nur die gewöhnliche äußere Form beibehalten ist. Wer aber auch nur oberflächlich die rigorosen Bestimmungen kennt, welche das jüdische Gesetz für die Bereitung der M a z z o t h vorschreibt, lvird finden, daß ein großer Theil der Waarc, die unter dem Namen Mazzoth verkauft wird, cs tatsächlich nicht ist, sondern sich in vielen Fällen geradezu als Chomez erweist. - Viele Leute, die cs sich nicht verzeihen würden, am Peßach Chomez zu essen, genießen so dasselbe in dem Augenblick, wo sic glauben, die Mizwah des Mazzothgenusses zu üben. — Viele Mazzothbäcker kennen die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften gar nicht, andere scheuen die allerdings beträchtlichen Geldopfer, welche eine Einrichtung nach de» Anforderungen des Gesetzes erheischen. - Daß derartige Bedenken auf die von mir bereiteten Mazzoth keinerlei Anwendung haben, wolle - man aus dem unten beigcgebcncn Zeugnis; Sr. Ehrwürden nnsercs Herrn Rabbiners Dr. Lehman» ersehen. Andere Mazzothbäckercicn, deren religiöse Zuverlässigkeit zwar zweifellos fcststcbt, lassen sich ihr Kaschruth ans vielfache Weise bezahlen.*) Sie benutzen möglichst geringe Mehlsorten, und stellen dabei so hohe Preise, daß die Benachteiligung des Publikums auf der Hand liegt. — Für die von mir verfertigten Waaren verwende ich das feinste Waizenmehl, wie -ich cs sonst für die wertvollsten Backwaaren nicht benutze, ohne deshalb den Preis zu erhöhen. — Für die Qualität meiner Waare nach dieser Richtung hin führe ich nur den einen Umstand an, daß ich im vergangenen Jahre noch viele Wochen nach dem Peßachfeste Mazzoth backen mußte, um nur den Anforderungen meiner christliche» Kunden, zu genügen. Durch die Erwerbung ganz neu coustruirter Maschinen besitzen die von mir verfertigten M azz oth noch den weiteren, nicht zu unterschätzenden Vorzug, daß sie bei gewöhnlicher Größe von solcher Dünne und Leichtigkeit sind, daß 9—10 Stück erst l Pfund ausmachcn. Daß außer der erhöhten Schmack- *) (H soll selbstverständlich nicht in Abrede gestellt werde», dost c3 noch Ma;;othbäckcrcicn gibt, deren Waaren sowohl hinsichtlich der rcligioiisgcsetzlichcn Ansorderunge», als auch der sonstigen Qualität nichts zu wünschen übrig lassen; diesen beabsichtigt auch die Mainzer Magothsabrik keinerlei tioncur'renz ju machen.