Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 79-80 (2.10.1884)
- Date
- 1884-10-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXV. Jahrgang. M 79 & 86. Der Israelit ’ * Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthn«. Herausgegeben von »>'. Lehman» in Maürz. D o n n e r st a g , d e u 2. Oktober 5645 <1884). SglT* Wir geben heute eine Doppelnmnmer, da wegen des hl. Laichhütteuseftcs nächste Woche kein Blatt erscheint. WM- Bezugsbedingungen und Inhaltsverzeichnis befinden fich am Schluffe des Hauptblattes. Leitender Artikel. Me IeKesWte. Mainz, den 25. September In der Haftarah für den ersten Tag des Hütteufestes schildert der Prophet die Zeit, in welcher die Anbetung des alleinigen Gottes auf Erden herrschen wird, während die Nationen, die sich gegen Gott empören, zu Grunde gehen. Hierauf fährt der Prophet also fort: D"t.in 7rv "inun 7:: 'vti n’iNsir 4i ->7v7 nvinntt’n? raco rav ’td i7z?i nxo n7 '-'nv^mrDn jn n« :nn7i 't d'^it 7n p«n mnöero . 'vt Qw7Z) N7i ro«:» „Und es wird sein, alles, was übrig geblieben von allen Nationen, die da gezogen sind wider Jerusalem, und sie sollen hinaufwallen von Jahr zu Jahr, sich zu bücken vor dem Könige, dem Ewigen Zebaoth, und zu feiern das Hüttenfest. Und es wird sein, wer von den Familien der Erde nicht hinaufwallen wird nach Jerusalem, sich zu bücken vordem Ewigen Zebaoth, so wird auf sie nicht kommen der Regen. „(Secharia C. 14. V. 16 u. 17)". Es ist die Frage zu erörtern, warum von alten Festen des Jahres gerade das Hütteufcst es ist, dessen Feier nt der messianischen Zeit von den Nationen verlangt wird. Auch im Talmud finden wir etwas Aehnliches. Einst, erzählen die Weisen (Aboda Sarah 2 b.), werden die Nationen sich beklagen, daß Gott nicht ihnen die Thora gegeben. Und Gott spricht: - nn;« vd’jn ■c1? nzv nnoi '*7 n" n?p nino „Unter meinen Geboten findet sich ein leicht zu erfüllendes, das Gebot der Laubhütte; gehet hin und vollzieht es." Auch hier bedarf cs der Erörterung, warum von allen Mizwoth — es gibt doch viele noch leichter zu erfüllende — gerade die Snckah von Gott bestimmt wird. Die Festeshütte ist ein Symbol des steten Gottesschutzes einerseits, und andererseits wieder der bedingungslosen Hingebung au Gott. Zn Herbsteszelt, da oft schon der herannahende Winter sich ankündigt, verlassen wir unsere festen, dichten, wohleingerichteten Wohnungen, um uns in die Hütte zu begeben, die nur mit Laub gedeckt ist. cot ,'i7 dtp nynv nuryn rvcon m . nrcn 7y 7n crcur Die Festeshütte ist eine gottgcweihtc. Daraus deuten auch die einzelnen Vorschriften für die Snckah hin. Sie darf nicht uüt Dingen gedeckt werden, die eutpfänglich fiir die Unreinheit, nsöis, sind. Das sei uns ein Symbol, wie wir unser Leben einzurichten haben. Aus unseren Herzen sollen wir bannen jeden unreinen Gedanken, unsere Lippen dürfen wir nicht bestecken mit unreinem Wort, nicht sollen wir unsere Hände beschmutzen mit unreiner That. — Es ist ferner verboten, ein Tuch anszubreiten unter dein Laubdache. Das soll uns ein Symbol sein, daß nichts uns scheiden darf vom Ausblicke zu unserem Vater im Himmel. Nicht sind Frauen, kleine Kinder und Sklaven verpflichtet, in der Snckah zu wohnen; denn sie sind abhängig von Dir, während der freie Mann einzig und allein von Gott abhan-