Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1884)
- Date
- 1884-07-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Der Herr Distrikts - Rabbiner Bamberger dahier hat folgende Alinonce in der jüdischen Zeitung „JSraelit" bekannt gegeben: »Sehe «ich zur Bekanntgabe veranlaßt, daß in dem israelitischen Hotel „Europäischer Hof" dahier Fleisch von auSwärtS bezogen wird, für dessen KascheruS Ich natürlich keine Verantwortung tragen kann. Bad Kisfingen. Rabbiner Bamberger." DaS Interesse «einer Geschäftes, welches Herr Rabbiner Bamberger hierdurch zu verdächtigen und zu schädigen sucht, zwingt mich zur folgenden Erklärung: Dessen „Grundangabe" Fleisch von auswärts zu beziehen ist diese verschleierte Abfassung zu weitgehend und von Herrn Rabbiner Bamberger absichtlich so geschehen, auf daß keine gerichtlicke Klage erhoben werden könne. Man könnte ja Wunder denken» woher ich das Fleisch beziehe, allein Herr Rabbiner Bamberger weiß ganz genau, daß ich daS Fleisch vom Herm Metzgermeistrr Max Oppenheimer von Schweinfurt erhalte, der s. Z. seinem srl. Vater, dem berühmten Rabbiner Seligmann Bär!8ambergec Jahre lang das Fleisch besorgte und von dessen Bruder Josef Oppenheimer in Würzburg der jetzige Rabbiner Bamberger, daS jüdische Seminar und die frömmsten Israeliten in Würzburg das Fleisch beziehen, und berechtigt dieses mit Sicherheit zur Annahme, daß überhaupt die Familie Oppenheimer für streng gewissenhaft in ihren Geschäften renommirt ist. Der Herr Rabbiner Bamberger weiß auch so gut wie Jedermann hier/ daß gerade die hiesigen Metzger am Samstag und an höchsten Feiertagen wie an Werktagen daS Fleisch verkaufen re. — und dem Anscheine nach kann Herr Rabbiner Bamberger dafür trotzdem die-Verantwortung tragen, da er dasselbe von ihnen bezieht. Folgendes Zeugniß des Herm Distrikts-Rabbiner Lcbrecht in Schweinfurt wird mich rechtfertigen: Äpn Berlage von M. Poppelauer’s <\3 Buchhandlung in Berlin, 0 Nr.Sk, Neue Friedrich-Straße, ist soeben erschienen n^O'in nY? ®r" W. Poppelauer’s Berliner Volks-Kalender für Israeliten auf das Jahr 5645 (1885). Mit literarischen Notizen, Messen, Märkten und einem Gedenkblatt versehen. Preis SO Pf.. ohne Mäi kte 30 Pk., auf Velinpapier, durchsch. 75 Pf. Wandkalender für Synagogen» Lehru. Geschäftszimmer auf 5645. Velinpapier. Preis 50 Pf. Bekannte eorrecte und schön auSge« stattete Kalender. (3404 CTfteine miLD Arbeiten sind auch durch I. Kauffmarm, Buchhandlung in Frankfurt a. M., zu möglichst billigen Prersen zu beziehen. Jacob Mayer, ns, 3411) Frankfurt a. M. „Auf Ersuchen d-S Restaurateurs Morck von Kissingen wird bezeugt» daß der Metzger Herr Oppenheimer dahier, von welchem jener, nach beiderseitiger Aussage, sein Fleisch bezieht, sowie auch der hiesige Schächtrr Herr Ledermann einen so ungetrübten religiösen Leumund besitzen, als irgend ein anderer Metzger oder Schächter, daß ich demnach die Verantwortung für das von demselben als koscher gelieferte Fleisch so weit übemehme, als man überhaupt für Menschen Verantwortlichkeit übemehmm kann. Schweinfurt, am 30. Juni 1884. Leb recht, Distr.-Rabbiner." Im Besitze obigen ZeurmffeS des Herrn Rabbiner Lebrecht und zur Veröffentlichung drS wahren Sachverhaltes, glaube ich, daß die Bekanntgabe des Herm Rabbiner Bamberger auch für den frömmsten Israeliten gegenstandslos fein werde und zwar noch aus dem weiteren Grunde: In Folge, daß die Stadt Schweinfurt die bedeutendsten Viehmärkte im Königreiche Bayem hat, so ist daS Jahr über auch der größte Verkehr dort, und zwar von denjenigen Israeliten, die der streng orthodoxen Richtung angehören, und die alle in den jüdischen Restaurationen Schweinfurt's effen. Run scheint der Herr Rabbiner Bamberger dahier für das Seelenhril der Kurgäste aus Rußland, Preußen re. weitaus besorgter, als für die Gläubigen seines eigenen Bezirkes zu sein, denn im wirklichen Falle müßte er schon längst veröffentlicht habm, daS Fleisch von Schweinfurt sei nicht koscher. Hievon hat ja im ganzen Bezirke Niemand eine Ahnung! und ich glaube, daß der Herr Rabbiner Lebrecht zu Schweinfurt ebenso religiös ist, als Herr Rabbiner Bamberger dahier. Herr Schächter Ledmnann in Schweinfurt gerade so gewisseuhast in seinem Demfe ist, wie Herr Schächter Selig in Bad Kissingen, endlich, daß die Schweinfurter Metzger so brave Leute wie die Bad Kisstnger sind. Zum Schluß erkläre ich noch: ich achte und verehre Herm Rabbiner Bamberger nach wie vor, sollte er meinem Geschäfte auch grundlos geschadet hoben, so ist diese Verantwortung größer, als von Schweinfurt Fleisch zu beziehen, jedoch diese Prrncipien deS Herrn Rabbiner Bamberger, daß überhaupt Fleisch „nur von hier sein darf" und mau so noch der willkürlichsten Behandlung deS Metzgers überliefert ist, werden b« mir keinen Erfolg erzielen. Zur gefälligen Beherzigung diene noch, daß ick bei der weiteren Anfechtung die Vertretung der Sache dem kgl. Hofrathe und RechtSanwalte Herm vr. Full in Würrburg übertragen werde. (3413 »-» Riffina«. Leopold Morck. /Aiebenzehn gebundene Jahrgänge, von w 1867—83, billig zu verkaufen. Näheres bei S. Jsnig. 3406) Klavierhandlung, Münster i. W. (Cin j. geb. Mädchen aus f. Fam. sucht Stell, als Eefellsch. od. Stütze d. HauSfr. Beste Rcfer. Gf. Off. unter F. 2583an Rud. Mosse, Berlin, N. W. KarlSstr. 18a. (3412 /Cin junger Mann, der leine dreijährige Vi Lehrzeit in einem Manufactur-, Damen- und HenenconfeciionSgeschäft bis 1. September beendigt hat, sucht Stelle alSEommiS in einem an Sabbatu. Feiertagm geschlossenen Geschäfte. Osserten unter 8. öl. 3417 an die Exped. d. Bl. 0»ür einen jungen Mann aus sehr guter ö Familie, der eine höhere Schule besuchte und mit besten Referenzen versehen ist, wird eine Lehrlingstclle gesucht. Offerten ttrtcr Ehifsre L. 33 an die Anno» cen-Erpedition von A. I. Hofmann, hebr. Buchhandlung in Frankfurt a. M. (3410 /ein braver, kräftiger Junge kann bis 'S' Ans. August die Bäckerei erlernen. 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