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Der Israelit · 1884-05-01 · Heft 35 (1.5.1884) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 35 (1.5.1884)
Date
1884-05-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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598 Macliraf! I K Bingen, 11. Nissan. Noch nie ist in unserer Stadt der sterblichen Hülle eines noch im Knabenalter stehenden Menschen eine so große Zahl wirklich leidtragender mrd Trauernder zur letzten Ruhestätte gefolgt, als heute Mittag der Leiche von Felir Levi; und gewiß noch nie war eine Theilnahme ausrichliger und inniger als die um den Tod dieser edlen Menschenblnthe. Tie ohnehin sehr vermischt wenig ausgeprägten consessioneUen Unterschiede in unserer Stadt waren heute gänzlich in dem einen großen Gefühle des Schmerzes um das Hinscheiden eines seltenen Kindes. "Nicht nur die geachtete Stellung der Eltern, die den einzigen Sohn verloren, nicht nur die allgemeine Verehrung für den greisen Großvater des Verblichenen, des Stadrathes Mayer Levi, der sein geliebtes Enkelkind in die frühe Gruft lenken sah, sondern noch viel mehr die persönliche Beliebtheit des in jeder Hinstchr lo hossnnngsreichen, ebenso frommen als geistig hochangelegten Knaben gestalteten die Leichenfeier Felix Levi's zu einer so imposanten Trauerkimdgebung. wie sie hier noch nicht gesehen worden, und die einen würdigen Greis geehrt hätte.. In der That betrauert nicht nur die Familie diesen bitter» Verlust, auch un ere Gemeinde har eine Zierde verloren, die nits eine Freude und unserer Jugend ein leuchtendes Beispiel alles Guten und Schönen war. Dem aufrichtigen -Schmer; des Lehrer-Collegiums und der Schüler der Realschule verlieh der Direktor der Anstalt in einer erhebenden Ansprache an die in der Turnhalle versammelten Schüler beredten 'Ausdruck. Atls dem Friedhose der Religionsgesellschast hielt Herr Rabbiner Dr. Sän er in seiner bekannten Meisterschaft eine Rede/ die passend in den Zeitrahmen des Monats "Nissan, eilte erhebende Trostrede war. Aufgeblüht wie eilte herrliche Blttme, sank der Kltabe in der Blüthenpracht der Jugend hinab ins Grab. Wie eine schöne und seltene Blume blühte er körperlich und geistig gleich stark atls, und um als farbenprächtige Alles erfreuende Blume in unserer Erinnerung sortzuleben, ging er hinüber, von Gott m den Garten des ewigen Blühens weiter zu leben in den Gefilden der Verklärten. Von seiner tiesinnigen Frömmigkett gab der Knabe Felir während seines vierwöchentlicheu Krankenlagers die ergreifendsten Beispiele. Seine Gottergebenheir und sein grenzenloses Gor wertrauen wurden auch wahrend feinerKrankheit ein befruchtendes Beispiel ..v ~f4- .v.v - - sich täglich in unserem j des geliebten Freundes Flehen der Erwachsenen sollte Erhörung finden; der gütige Allvater hatte es in seinem unergründlichen Ralhschlusse anders beschlossen. Und "darum standen wir heute schmerzenüllt am offenen «"Wabe des allzufrüh Dahingeschiedenen, den wir hofsumwsreich den Unseren nannten. Schließt auch seine Hütte der finstere Grabesriegel ein, so lebt doch sein Angedenken gesegnet in unserer Mitte. Möge dem frommen Todten in diesen Zeilen ein Denkmal geweiht sein, ivie wir Alle es ihm in tlnsercm Herzen errichtet haben. Tie fchwergeprüsten Eltern und Großeltern ntöge Gott trösten imb altsrichten, denn Er löst, was wir binden, er stürzt, was wir bann, Wir konnen's nicht ergründen, wir können nur vertrauen. E' ganz kleine Haushaltung (Wann und Frau) zum sofortigen Eintritt gesucht. Behandlung familiär. 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