Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 48 (16.6.1884)
- Date
- 1884-06-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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I Nekrolog.) Tarmstadt, Ken 6. Juni. Am Mittwoch, den 2. Juni, verstarb in Lengfeld P e s a d) Lehmann in seinem 78. Lebensjahre, ein Mann, dessen Leben und Wirken es um so mehr verdient, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden, als unsre Zeit leider so arm ist an Männern von solcher Glaubensstärke, gepaart mit wahrer Menschenliebe, wie eS der Verstorbene gewesen, wodurch er sich die allgemeine Achtung^ seiner Mitmenschen erwarb, was sich ganz besonders in dem imposanten Leichenbegängnisse erwies. Nicht allein seine rastlose Thatigkeit und aüsdaurnder Fleiß in seinem-Geschästslcben, bas sich eines streng reellen Rufes e-srcute, sind eS, die ihn so ausgezeichnet , sondern se-n ganz von v'vr r.br durchdrungenes Leben, was sich bei jeder Handlung und in allen Lagen seines Lebens b-kundeie. Wie er so ganz und voll für die 'Wahrheiten des Judcnthums begeistert wer. suchte der Verblichene auch seine Lebensaufgabe darin, diese treue und innige Anhängl'chkeit?r,7p? aus seine zahlreiche Familie, wovon ein Sohn in Darmstadt rach seinem Sinne wirkt, zu verpflanzen. . ' Am Freitag brr 'e wurde die Leiche de? Verblichenen'zur ewigen Ruhe gebettet. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Marx ans Tarmstadt. Der sichtlich ergriffene Redner entwarf in meisterhafter Weise ein treffendes Bild des Verstorbenen, was bei allen Zuhörern einen gewaltigen Eindruck Hervorruf. Nachdem der Redner den Verblichenen als sorgsamen und liebevollen Familienvater geschildert, der, als ihm vor 28 Iah: en seine treue Gattin durch den Tod entrissen worden war, seinen Kind-rn auch noch die Liebe und Hingabe einer Mutter zu ersetzen wußte, führte er auch die hohen Verdienste des Verstorbenen, als Mitglied seiner Gemeinde an, die ihm lange Jahre das Amt eines Vorstehers übertrug, welches er mit der strengsten Gewissenhaftigkeit verwaltete. Nicht unerwähnt ließ der Redner die Liebe zur riw und deren Lehrer, wie sie der Verstorbene stets bewies, wie er ferner so bescheiden und einfach Zeit seines Lebens lebte, dachte und w'rkte. Nicht minder zeichnete er sich aus durch die Liebe zu seinen Mitmenschen. Sein Haus war eine Zufluchtsstätte für Arme und Bedürftige, in dem sie Unterstützung und thätigen Beistand fanden. Die Religionslehrerstelle zu Züntersbach mit Oberzell, wird hiermit ausgeschrieben. Der jährliche fixe Gchalt beträgt 550 Mk. nebst freier Wohnung und 5 Meter Brennholz, sowie 150 Mk. gesichertes Nebeneinkommen. Der Lehrer hat auch dieVorbeler- und Schächterfunc-ion zu übernehmen und wöchentlich zweimal in dem eine halbe Stunde entsemten Oberzell den Unterricht zu ertheilen. Bewerber um diese Stelle haben sich mit Vorlegung'ihrer Zeugnisse binnen 4 Wochen an das unterfertigte Amt zu wenden. Hanau, den 12. Juni 1884. Königliches israelitisches Vorsteheramt. 3112) Hamburger. Ein seminaristisch geb. E antor und N e l i g i o n s l e h r e r, vorzüglicher fo>P, anS geb. am Conservatorium ». a. d. Königs. Akademie der Musik zu Berlin» sowie am Conservatorium zu Paris, wünscht eine Stelle in einer in- oder ausländischen Gemeinde zu übernehmen. Vorzüglich ste Referenzen von Gemeinden und Rabbmen stehen zur Seite. Eefäll. Offerten unter Chiffre L. 73 befördert die Annoncen - Expedition von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. (3113 Zum Schluffe ermahnte der Redner die Kinder des Verblichenen, in dem Sinne ihres Vaters weiter zu wandeln und die Gemeinde, wi: bisher unter Führung Lehman n's, treu und fest zur Fahne des unverfälschten Judenthvms zu stehen. Auch wir rufen der trauernden Familie Worte des Trostes und der Theilnahme zu und sagen rer;!* p*7i izu (3106) W. 8. Vor einigen Tagen ist der würdige Gelehrte M. Nosenbaum einem Herzleiden erlegen. Sein Dahinscheiden beweint die Hinterbliebene Familie, aus der tiefgebeugten Frau und vier unversorgten Kindern bestehend. Um ihn trauert auch ein weiter Kreis von Freunden und Bekannten, die ihn als einen echten Jehudi in den verschiedensten Wechselsällen des Lebens bewährt gesunden haben. Eine Hoffnung, mit der dieser im jüdischen Schrislthum ergraute Mann sich herumtrug. nämlich durch die Veröffentlichung eines hebräischen CommeniarS auf die Tvn, die Mittel zur Verheirathung seiner ältesten Tochter zu gewinnen, hat er leider! mit in's Grab genormnen. Daß diese Hofsnllng aber nicht zu Grunde gehe, sich vielmehr verwirkliche und der verwaisten Familie eine Stütze werde — hierfür haben sich die Unterzeichneten vereinigt, zu bitten: Es möge ein Jeder die bisher erschienenen zwei Lieferungen deS in herrlichem Hebräisch geschriebenen CommentarS znm Preise von mindestens 3 Mark von den Unterzeichneten entnehmen und hiennit zugleich das erhebende Bewußtsein' gewinnen, eine wahrhaft edle That geübt zu haben, für die der Later der Wittwen und Waisen Seinen, reichen Segen verleihen wird. Berlin, 15. Siwan 5644. Dr. Israel Hildesheimer, Rabbiner. - .3105) Dr. A. Berliner, Docent. an fä.nmtliche Gemeinden und Geschäftsfreunde in Deutschland! Aus vielseitiges Verlangen sieht sich Gefertigter veranlaßt, Deutschland geschäftlich zu bereisen und glaubt mit seiner allerseits warm empfohlenen streng irr soliden Arbeit Jedem willkommen zu sein. Bitte daher mich mit einer Karte beehren zu wollen» damit ich die Richtung nehmen kann. Moritz HoSner, irw, 3118) Nagendorf bei Preßburg. Eestaoratlon M Biencitai > ffi« Herbst, Himburg, Er. Neumarkt 40, patt. - Restauration L la carte zu jeder Zeit. MittagLtisch von 12—4 Uhr per Couv.M. 1. Gesucht. Per sofort ein ordentliches Mädchen für Küche und Hausarbeit in eine kleine Familie. Offerten find zu richten an Frau Liidnig SSlocIi, 3023) Zweibrüike».