Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 30-31 (18.4.1884)
- Date
- 1884-04-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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BBSEMBSBSR .538 [Nekrolog. (Unlieb verspätet.) Stcinbach bei Lohr a. M-, den 16. Mär;, wiederum hat der unerbittliche r odckcngel eine edle Secle ihrer irdischen Hülle entsühn. Am Iv. Adar verschied dahier Frau Fr umm et Gut!rnd in ihrem 90. Lebensjahre. Sie war zu Niederstetten um den Verblichenen rhabenen iuccuden und edlen Eigcusck'afiert eS vetdienen. in weiteren kreisen bekannt gemacht :n werden. Schon in frühester Jugend wurde sie für die Wahrhaftigkeit und Heiligkeit unsrer Religion empfänglich gemacht. Sowohl im Hause ihrer Großeltern, als im Hause ihrer vSlteru war der reine. ungeschminkte Thorageist heimisch. So lange die Kinder unmündig, waren ständige Hauslehrer cngagirt, welche der ganzen Familie den lautern Born unsrer heil. Religion erschlossen und sie mit dem Wesen und der Bedeutung der göttlichen Gebote bekannt und vertraut machten. Das patriarchalische t.'ebeu unsrer Stammeliern hatte sich treulich in ihrem Hause abgespiegelt. Die Eltern waren überall das leuchtende Vorbild, und die Kinder hatten keinen andern Wunsch, als den geliebten Eltern nachzuleben. Eine solche Erziehung kann und muß für die Berheiligten gute Früchte reifen, und ich darf gestehen, die Aussaat war bei der nunmehr Verklärten aus keinen unfruchtbaren Boden gefallen. Der reiche Schatz an Gotteserkeuptniß und Gottesfurcht, den sie in ihrem Ellernhause ausgenommen, er hat sich während ihres Lebens zur herrlichen Blüthe entfaltet. Zu jeder Zeit, in jeder Lage Hatto sie Gott vor Augen. Sie mag im Glücke sich gesonnt haben, oder von harten SchicksalSschlagtU — und solche blieben ihr nicht erspart — getroffen worden , sein, immer und überall erkannte sie den Vater aller Geschicke, die. weise Leitung der himmlischst Vorsehung. Jede Regung der Freude, jede Zuckung'des Schmerzes war geweibt. den sie so sehr gesiebt und dessen heit. Gebote sie mit der größten Gewissenhaftigkeit lind genauester Pünktlichkeit zu erfüllen bestrebt war. Tagtäglich verweilte sie stundenlang in der Synagoge, um daselbst ungestört ihr aufrichtiges Gebet setz' deine Hoffnung. Er wird dick versorgen," war ihr Wahlspruv. Stets — erzählte ne häufig _— habe ich mein Schicksal Gott anheimgegeben, und inrmer — setzte sie unter Thronen hinzu — hat er mich erhört und mir geholfen. — Aber diese.tiesernste Gottesfurcht war es nicht allein, von der sie erfüllt war, auch die' mtgeheuchesie. edle Mensche-'liebe saß ihr warm im Herzen. Freundlich und gefällig gegen Jeden, war sie besonders den Armen sehr zuaethan. Gleich dem Hause unsres Erzvaters Abraham war das ihrige der A'.mmh geöffnet. Hier hielten alle an, hier rasteten sie, hier legten!ie ihr Gepäck aieber mib hier erfreuten sie sich der besten Ausnahme und Eewirthung. ncincr verließ hungrig ihre Schwelle, und nicht nur leibliche Nahrung fperbeie sie, sondern auch Worte der Hossnung und des Trostes gab sie dem Wanderer mit auf den Weg, so daß alle leichtern Herzens das Haus verl eßen. Deluitden schon diese Tugenden den hohen Adel ihrer Gesinnung, so kamen ihr noch tiefe Demuth und Bescheidenheit zu statten, um sich bei Verwandten und Bekannten . Israeliten wie Rrchlisraclilen, beliebt zu machen. Kinder wie Erwachsene unterhielten sich gern mit ihr, sie wußte Jede» durch ihr feines Benehmen anzuziehen und zu gewinnen. Kein Wunder also, wenn der Tod der Dahingeschredenen allgemeine Trauer veranlaßt hat. Jeder, zu dem die Kunde von ihrem plötzlichen Ableben drang, eilte herbei, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Ihr einziger Wunsch, Gott möge ihr kein langes Krankenlager bescheiden, ging in Erfüllung. Ohne vorherige Krankheit fühlte sie Abends ihr Ende herannahen, segnete ihre Tochter, »eichte ihr die Hand, wie zum Abschiede, sagte alle mvv selbst mit und schlummerte dann sanft und ruhig hinüber ins bessere Jenseits. Tort wird sie nun den reichlichen Lohn ihres tugendhaften Lebens gcnießen. Möge der Allgütige uns und Allen, die um die Hingeschiedene trauern, himmlischen^Trost senden. (2015 9fm 1. Juli er. ist die hiesige Steve ' *■ -es Eultusbeamlen, welcher a!$; Vorderer, Schächter und Religionslehrer zu fuugiren har, neu zu besetzen. Fester Gehalt jährlich 800 cJfr nebst . freier Wohnung und ca. 800 o/& Nebenj einkommen. j Bewerber wollen unter EnEcndung ihrer Zeugnisse sich bis zum 1. Mai ber unS! melden. 1014? Driesen, den 1. April 1884. Bcp Vorslaad tlei* Syäi » gogew-Gem ela ile. | Anzeige^ Ein vom Staate angestellter Elementarlehrer , musikalisch gebildeter Ehasan, err, siip :r3, der auch einen religiösen Vortrag; zu halten versteht, sucht in einer größeren Gemeinde Stellung. Eintritt am 1. September event. sofort^ Offerten unter 8. 8. Nr. 1750 besorgt jbie Exped. d. Bl.!3sr. Töchter-Pensionat und Höhere Unterrichts - Anstalt. i Gegründet 1864. Ausnahme jeder Zeit.! Prospekte aus Wünsch. Referenzen großer j Gelehrtesu. b. 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