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Der Israelit · 1884-03-27 · Heft 25 (27.3.1884) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 25 (27.3.1884)
Date
1884-03-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXV, Jahrgang. Zweite Leilage zu Ar. 25 -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Worte der Erinnerung an seine Eminenz den in Gott ruhenden Erzbischof Dimitri. Gesprochen in der großen Ltadtsynagoge vom Stadtrabbiner Dr. Simon Leon Schwab ach er. Odessa. 8. Es wird sich Mancher — nicht mancher Jude— wundern, daß ein Rabbiner dem Gedächtnis eines dahingegangenen Erzbischofs an geweihter Stätte die Gedächtnisrede hält. Nicht ein Jude — wir wiederholen dieses — wird sich wundern, denn das alte, das talmudische Judenthum, lehrt die gerechte Anerkennung eines guten Menschen ohne Rücksicht auf sein Bekenntniß. Und diesem wahrhaft guten Menschen, der wie ein Edler gespendet hat, ohne den Empfänger nach dessen Eonfession zu fragen, der wie ein Edler gelebt und gelehrt bat, der seine Stellung in großem Unterschied zu einem vielgenannten Amtsbruder in Deutschland, dazu benutzt, mit seinem Worte, den Sturm zu beschwören, berauch in seine Diöcese gegen die Juden auszubrechen drohte, diesem Namen gebührt der ehrende Nachruf. Herr Dr. Schwabacher hat die Aufgabe, die er sich gestellt, gut gelöst und wir empfehlen diese kleine Schrift einem weiten Leserkreise, insbesondere Nichtjuden, daß sie lernen, wie ein wahrer Hirt sein soll und was das alte Judenthum über Humanität lehrt. Methodischer "Lehrgang des ersten hebräischen Sprachunterrichts von. Hauptlehrer N. L i e b m a n n. 1. Theil Lese-Fibel. 2. Aufl. Frankfurt a. M. 1883. Kauffmann. 8. Nach kurzer Zeit ist eine zweite Auflage dieser gut angelegten und methodisch gut geordneten Fibel nöthig geworden, ein Beweis, daß sich dieselbe die Zuneigung und Anerkennung der Lehrer erworben hat. Sie verdient auch diese Anerkennung im vollen Maße, und ist es da besonders hervorzuheben, daß der Vers, sich bei dem Erfolge nicht beruhigt hat, sondern wesentlich mit bessernder Hand an dem Büchlein geändert hat. Die Fibel schließt sich insofern dem Leseunterricht im Deutschen an, als sie nach der Schreiblehrmcthode verfährt und durch den Laten beigegebcnen Abbildungen, Muster künstlich vollkommener Holzschnitte (die Abbildung der Nuß nehmen wir von diesem Lobe aus), den Werth des Buchstaben zur deutlichen Anschauung bringt. In der 71. Hebung hätte der Verf. sich ein wenig beschränken sollen; hier kommen Fragen vor, die dem Alter, für welche diese Fibel geschrieben ist, nicht angemessen sind. 'Wir wünschen dem schön ausgestatteten Buche die weiteste Verbreitung. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. D e u t sch l an d. Mainz, 23. März. Wir haben heute zum Besten der Armen, Nothlcidenden 2c. im heiligen Lande 3206 M. 70 Pf., an das Central-Comitö in Amsterdam übersandt. Wir benutzen diese Gelegenheit nochmals, ans den von uns im Vereine mit dem Central - Eomitö und Herrn Distriktsrabbiner Bamberg er in Würz bürg erlassenen Aufruf aufmerksam zu machen und die Angelegenheiten der . Armen und Nothlcidenden im heiligen Lande unseren wohlthätigen Brüdern und Schwestern auf das Dringendste zu empfehlen. Posen, 23. März. Der Geburtstag des Kaisers wurde in der Jnterimssynagoge in recht würdiger Weise gefeiert. Nach der rmrn nxnp wurden vom Kantor die zwei Psalmen 21 und 72 vorgetragen: Hierauf hielt der Rabbiner Dr. Feilchenfeld die Predigt, die zunächst von der Bedeutung anm rnsna handelnd, in geschicktem U ebergange sich der Feier des Tages zuwandte und mit einem weihevollen Gebete für den Kaiser, sein Haus und das Vaterland schloß. Nach der Predigt trug der Kantor das übliche Gebet .iznvn in erhebender Weise vor. Beiläufig erwähncnswerth ist das von Herrn Rabbiner in die Predigt eingeflochtene Citat des Psalmverses;s mej? wrrip ivarn, welcher, das Wort rs im Zahlenwerthe nehmend, den Sinn ergibt: „Du setzest auf sein Haupt die Krone von siebenundachtzig", (Jahren) das Alter des Kaisers.

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