Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 20 (10.3.1884)
- Date
- 1884-03-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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UV. Jahrgang. Zweite Anlage;« illr. 20 des Israelit. Leitende». -Artikel. Zu unscrer Extrabeilage für Nr. 20. Unsere musikliebenden Leserinnen und Leser dürften nicht unangenehm überrascht sein, auch von uns zum bevorstehenden Purimfeste ein bescheidenes r.V n«D zu empfangen. Die eigentliche Mizwah ist nun zwar Eßwaaren zu schenken, da aber die Post unsere Anfrage, ob es gestattet ist, jeder Nummer eine Torte und zwei Apfelstuen beizulegen, mit einem lauten und vernehmlichen Nein beantwortet hat, so mußten wir es auf andere Weise abmachen und wir glauben. Sie haben keinen schlechten Tausch dabei gemacht. Denn Herr Japhet, der Componist' des. wundervollen Wer-' kes „Schire Jeschurun"*) hat. uns. in liebenswürdigster Weise gestattet, von den schönen Gesängen der schönsten einen unserem Blatte zur Erhöhung oer Purimfreude anzufügen. Die einfachen, lieblich ernsten Weisen unserer Synagogen und Volksgesange haben Jahrhunderte hindurch mit mächtigem Zauber auf die Gemüther unseres Volkes gewirkt uno zu seiner Erbauung in gemeinsamem Gebet wesentlich beigetragen; ihre Erinnerung haben wir aus den Tagen unserer Kindheit mit uns herübergenommen und sie sind heute auch uns noch ehrwürdig und heilig als ein theures Vermächtnis; vergangener Zeiten. Auf jüdischem Boden entstanden, dem jüdischen Herzen entquollen, haben sie durch alle Länder Verbreitung gefunden *) Frankfurt a/M. I. Kaufsmann 1881. und ihr Ursprung, den wir, eben weil er unbekannt, nicht auf Ehrgeiz und Eitelkeit zurückführen dürfen, verräth vielmehr das fromme Gemüth einer Gott ergebenen Seele. Die von uns heute mitgetheilte Melodie des Liedes -nr.' ist, gewiß ebenfalls nruralt und stammt dieselbe auch nicht gerade vom Maharil (Rabbi Jacob Möln von Mainz, gestorben in Worms 1427), dem die Volksmeinung die Eompositiön und Einführung der meisten uns überlieferten Gesänge zuschreibt, so ist sic doch gewiß viele hundert Jahre alt oder vielleicht gar noch älter als der Maharil — wer kann es wissen? So viel steht fest, sie ist schön ansprechend und von Herrn Japhet vorzüglich niedergeschriebcn, und wenn uns am schönen Purim**) die Tochter des Hauses das Liedchen am Klavier vorspielt, so wollen wir von der wöhlbcsetzten Tafel aus fröhlich mit einstimmen! FeilnngSnachrichten und Korrespondenzen. Afrika. Algier. Herr Jsac Chuchana jr. in Guelma hat der isr. Gemeinde daselbst zur B.enußung als Friedhof ein Terrain von 540 Quadratmeter geschenkt. **) Unsere geschälten Leser in der Ferne, bei welchen dieses Blatt erst nach Purim eintressen sollte, müssen sich wohl bescheiden, das Lied erst später bei einer anderen zu benutzen. EJ Hi S2 I (St @2 m. Für den folgenden Theil ist die Redaüion nicht verantwortlich. (£m junger Mann von angenehmen 'S Aeußern guter vmc u. ausgezeichneter Gautot mit klangvoller Stimme, sucht in Deutschland eine seinen Fähigkeiten angemessene Stelle. Gehaltsanspruche sehr bescheiden. Eintritt nach Verlangen. Einsender dieses ist überzeugt, daß der in Rede stehender j. Mann eine jede Gemeinde vollständig befriedigen wird. Adresse beliebe man zu richten an Herrn CSiaft&Bi Cfiaf$©fr, in Telschen (Rußland), Gouvernement Kowno 1366) Haus Kanzel. e>nr m. Sabbat u. Feiertage geschlossenes. Xj Manufactur- und EonfectionSgeschäst [ suche einen Lehrling mit guter Handschrift. Lm. llirseb, 1337) Usingen. c^n meinem gemischten Waarengeschäft, \j welches »"n wt streng geschlossen, suche einen Lehrling mit guten Schulkenntnissen. Kost und Logis im Hause. Salmünster Station d. Frankfurt Bebraer Eisenbahn. M. Neubau», 1315) B. Mays Nachfolger 2 Knaben, welche sich für den kaufmännischen Beruf vorbereiten wollen, finden aus Ostern unter sorsältiger Ausbildung Ausnahme in meiner Schule. Gute u. sehr billige Pension im Privathause. Beste Referenzen. 8. Fleiscbmann, Lehrer, 1341) Bodigheim (Baden).