Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 34 (26.8.1909)
- Date
- 1909-08-26
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Satzprobe. 91 Kap. 17 (2—3—4). ffiK /una—TOßte In diesen drei Versen bergen sich große Schwierigkeiten.- Wir dürfen, unserer unmaßgeblichen Meinung nach, ebenso wenig auf Gott beziehen, als wir dies bei oder tun dürften Demnach stellt sich uns Vers 4 und im Zusammenhänge mit diesem auch der vorhergehende Vers 3 in einem ganz andern, von der herkömmlichen Erklärunqsweise abweichenden Lichte dar. Eine Prüfung war's. Du, o Gott, wolltest mein Herz prüfen, und ich habe die Prüfung nur halb bestanden. Wenn auch dem geschriebenen Gesetze Genüge geschehen, so mußte ich doch, das höhere Gebot der Moral im Auge, zagend denken: ob Du, der Du mich läuterst, nickt die Schlacke finden würdest anstatt des reinen Goldes. .«ran bi 'anens n'r“? mps 'ib nana Nun wäre es für den siegreichen Herrscher ein Leichtes gewesen, nach Tyrannenart die öffentliche Moral umzuprägcn. Ich hätte als König meinen hart an Fehltritt streifenden Schritt durch eine machthaberische Proklamation als legitim erklären können, und gewiß, des Königs Wort hätte sich Achtung und in weiten Kreisen auch Glauben erzwungen. Die volle Legitimationserklärung meiner Handlungsweise hätte im Lande einen starken Widerhall und bei gar manchem im Lande sogar schmeichelnde Anerkennung gefunden. Ter vom Nimbus der Autorität umgebene Mächtige hat ja die Meinung der Menge in seiner Gewalt und vermag es, Fehler in Verdienste zu verwandeln. Das Salböl auf der Stirn des Gekrönten macht die Person des Königs heilig und das Gewissen seines Volkes — geschmeidig. — So erlebt man es oft in monarchischen Staaten, wo vom Throne herab die Parole ausgegeben wird für die Politik und die Moral und für eine — politische Moral. Allein gerade dessen rühurt sich unser Psalmist, daß er mit einem solch offenen Königswort, das ja all den geheimen, gehässigen Anklagen und Verdächtigungen seiner Person ein Ende gemacht hätte, peinlichst streng zurückgchalten habe. wa an« r-s nar ,vhm „Mein Sinnen war's — damit es ja nicht meinen Mund überschreite —: Zur Tatenwirkung der Menschen wird's durch das Wort deiner Lippen!" Der Psalmist suchte sich in seinem Innern mit dem Gesetze, seinem