Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1908)
- Date
- 1908-02-06
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Me SO. St 0. Der ZVraeltt. 6. Februar rSvd. sich brieflich entschuldigt, noch hat die - - er er die Dokumente zur Verfügung gestellt. Jedenfalls war er wieder einmal tarn! oder auf Reisen und hier scheint auch sein ckous «x machioa nicht helfen zu können. Dieses Verhalten Friedländers spricht Bände.*) Bor mehreren Monaten hat Friedländer wieder einmal ein Klip Zerlassen**) — ohne Datum, wie daS so seine Gewohnheit ist — indem er dem Herausgeber des Tel Talpiosz und dem Kritiker im Israelit die lieblichsten Titel giebt — jedenfalls, weil, wie es scheint, die gerade am besten über ihn unterrichtet sind — und seine Freunde 0'2mi Ö’jain zu Hilfe ruft, dieselben möchten doch ja zusammenkommen und Handschrift und Briefe und Quellen prüfen, damit die Sache aufgeklärt werde etc., und nun ihm die beste Gelegenheit dazu geboten ist und die Rabbiner-Kommission in Budapest versammelt ist — erscheint er nicht und läßt nichts von sich hören!! Frellich hat er schon früher sowohl an den Werräbbiner in Waitzen,***) als auch an den J"1 Bleiweiß in Brisk geschrieben, daß er. vor Ablauf eines Monats — und schrieb er im non — eine große Bersmnchlung von Rabbinern und Gelehrten zuftmMen rufe — drei Versammlungen in drei Andern, Ungarn, Rußland, Galizien, der er alle Dokumente zur Prüfung vorlegen werde, aber bei Herrn Friedländer ist eben zwischen Verbrechen und Erfüllen ein npini "pl! Doch zurück zur Sache. Soviel steht fest, daß, was dieTraktate niii22i pVin angeht, und allein um diese adhic lis est— es Herrn Meyer ganz und gar nicht gelun g<rn ist, zu beweisen — Herr Meyer hat wohl kund getan, aber mit dem Beweisen sieht es allertraurigst aus — daß dem Herausgeber und Kommentator wirklich ein Manuskript Vorgelegen hat! Eines war mir, nachdem ich den Artikel des Herrn Meyer zu wiederholten Malen gelesen, immer rätselhaft geblieben. Warum hat Herr Friedländer da es sich ja um 0111221 l'Sin handelt, Herrn Meyer und Andern nicht die an- «Mich für Josua Benveniste angefertigte Kopie oieser Traktate zugesandt, da er ja schon im Nvki berichtet, daß er die Handschrift D'p*?n 'y nvTDi pVin (2 psiy O'n2f (2 micn mmo nam pl022 vn'2pi habe, die ikö 'b ipru »in Ipttf '121-1 'S 122]V1ttO (ich zitiere aus dem eigen- *) Wir crbalten jetzt von Friedl. folgendes Schreiben: „Geehrter Herr Redakteur! Bon mehreren Gerten wurde mir mitgeteilt, daß in der jüngsten Nummer Ihres g. Blattes eine Notiz -«schienen ist, nach deren Inhalt ich vor eine Rabbinerverfammlung nach Budapest geladen wuroe, um nähere SrLLNurgen über den von mir herausgegelenen Jeruschalmi abzugeben, und nicht-erschienen bin. Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß ich totäe ober dergl. Anforderung nie erhalten habe. ÄM ist dagegen, hak mir der Satmarer Oberrabbiner bei memem letzten Besuche bei ihm folgendes mitteilte: „Es wurde mir von der Zentralkanzlei mitletettt, daß in kurzem in Budapest eine Versammlung .— Z - *--- — A 9 (DahU*^ em ttniD, ner zur Jnteress _ _ erscheinen, und mit diesen Rabbinern Rücksprache darüber zu nehmen." Doch ist mir auch dieses zu spät mitacteilt worden.' Ich richtet» daher an den KanzleiprSstdenten ein höfliches Schreiben, in welchem ich ihn versicherte, daß ich zu jeder Zeit geneigt bin, r» Budapest vor einer Rabbinerversammlung zu erscheinen, mit folgenden Bedingungen: 1. daß mir die «lfforderung wenigstens acht Tage früher in Hände» kommen soll und 2. vast sämtliche Kosten die Kanzlei zu tragen hat. Sowohl der Satmarer Oberrabbiner wie der Kanzleipräsident sind ja n"2 wohlauf Tfi hK irrend »rrt pm Hochachtungsvoll Rabbiner Dr. S. Friedländer." — Diese Mitteilungen F.'s scheinen uns eher eine Bestürmung als eine Widerlegung der — übrigens Lchmr vor 5 Wochen von uns gebrachten — Notiz gebrachten — Notiz fern. Wir htcken unseren Budapester Korrespon« ir, der uns oie Notiz zugehen ließ, um seine Seaffautig übet Fr.'s Angaben ersucht. D. Red. "" Derselbe U^t unS in der von uns mit dem lk>WnM derglichenm Abschrift vor. D. Red. Brief lte^t unS vor. D. Red. 121 IM ,1"V ttl.11 hä n digen Brieft Friedtändrrö *) —warum sendet er ein Stück von D'rot zur Verifizierung von pVinniH22i? Das war mir stets auffällig, ms sich auch dieses Rätsels Lösung ergab. — Da erhalte ich von einem hervorragenden Rabbiner Rußlands, der sich mit unserer o«a>v cel&bre beschäftigt, ein Schreiben des Schülers Friedländers, Abraham Rosenberg **) — es ist derselbe, welcher auch mit anderen im Namen des Meisters korrespondiert, datiert von ikcdkd nD*m 020 '' 'tt Di'. Der Schreiber unterzeichnet lyDys 'o pi2"tt (mit welchem Rechte, kann man aus dem Schreiben des Präsidenten der Landeskanzlei Herrn A. Frankl 1"12 ersehen,***) das lalltet: DH2tt DV2 21 tt122 tt?1 '.1 ttv lyDpS 'D py/p2 2iZ)22Z)ttti (121 — und am Schlüsse desselben berichtet er dem Adressaten, daß er ihm die Handschrift, welche Herrn Meyer Vorgelegen hat, zusenden werde, während er inzwischen den 2. Perek von Rabbiner Gordon in Waschilkowa, der von Friedländer und dessen Schüler zu einer Autorität ersten Ranges promovirt ist, und die Perokim 6. 7. 8 von Herrn Fränkel o'2tP' 'nstr '2211 rron bn2D kommen lassen möge etc. Am Schlüsse dieses Briefes nun schreibt Rosenberg: Wenn der Verein '"ttn das Manuskript kaufen wird, wird alles in seinen Händen bleiben D'i02 Olttv?2 13^ in^S' Niv.11 2 s'tt '2 121 pVirf ff"n 1^2p'1 2y/H 160 D12D 1202 ntn pbrn 1Z)21 D012p') ID 2 D'p^il.1 IN' 22 pp'2 '2 1121V1? ".1' IVO1? 2/yii 320 d'to 800 by '"nrn bz nby' .... .itt'iev. Also Friedländer hat erst einen Teil der Handschrift ]'2iy DTI2T und erst, wenn er dasGeld haben werde, wird er auch die andern Teile erwerben, dos schreibt der Schüler, der bei Abwesenheit des Meisters alles leitet und Hauptkorrespondcnt ist, am 10. Tebeth 5668 während der Meister am 28. Thammus 5667 drei Teile für schwel es Geld erworben hat. Jedenfalls erklärt sich hieraus, warum, während es sich um.nii122 f'^in handelt, eine Handschrift D'N2I den Getreuen gesandt wird. Ch u l l i n -Be ch o ro th ist noch nicht erworben, also die Handschrift, welche für den Verfasser des yonn' mtf kopiert wurde, liegt für unsere Traktäte nicht vor, und doch hat Herr Meyer kundgetan, „daß tem Herausgeber und Kommentator des D'Bnp -hd 'v^Vii'" — man vergesse nicht, daß wir allein rvni22 pbin kennen und bei Drucklegung dieser Traktate ist von der für ytsin' ms Sy2 kopierten Handschrift, die Friedländer erst viel später, nachdem seine Edition verdächtigt worden war, das Glück hatte, als Panzer gegen seine Lästerer, um vieles Geld zu erwerben, noch gar keine Rede — „wirklich ein Manuskript Vorgelegen hat." DaS kann natürlich dann nur das in der Einleitung beschriebene zirka 700 Jahre alte sein, an dessen Existenz wir eben glauben müssen, oeüroskp«, Herr Friedländer hat's ja gesagt! Ehe ich mich nun der Handschrift zuwende, die Herrn Meyer veranlaßte seinen Artikel zu schreiben, muß ich noch auf folgendes verweisen. Es soll also eine für MIN' niV kopierte Abschrift existieren, nach Friedländer hat er sie zur Bettung in der Not, als der angezweifelt wurde, im nvri vorigen Jabres erhalten, der Schüler berichtet, )aß sie noch jetzt nicht in ihren Händen ist, weil das nötige Geld noch fehlt - dann muß aber Friedländer mit prophetischem Geiste bei Drucklegung seinesnm22 p^in 'DtoiT nicht nur die Existenz der Handschrift andern auch eine Leseart derselben vorausgeschaut haben. Ich lese nämlich Chullin 16 b s. v. 11 so gendes: nitf jiru.i pTiyniP 'ynD2i inoi2 pi »in dk 'hm r^i viyv2 du di2 Mm' tti.iV '2VV1 'tob 2"2 nmV '"ronD p pmyrw Itt * •n2i22n tt'n «Dip '*«« -Pitt pi 'tob pwv Also eine Leseart aus der Skopie, die der Verfasser deß ymi' .ilV von der alten Handschrift, *) UnS vorliegend. **) L egt unS vor. ***) Lügt unS vor. . c- : " D. Red. D. Red. D. Red. Friedländer Vorgelegen hat, ayg^ertigd hat, während Friedländer in -der Einlettung von dieser Kopie noch nichts erwähnt und erst im Thamus vorigen Jahres in den Besitzgekommen ist. Jst's nicht 02 *11112 D2?? Nun^ für Herrn Friedländer geschehen eben Wurther! Und nun das vorgelegte Manuskript! Herr Meyrr hat also von Friedländer ein Manuskript erhalten und dasselbe Herrn Prof. Euttng vorgelegt, welcher die oben abgedruckte Ermirung darüber abgegeben hat. Dem Redakteur dieser Blätter erzählte Herr Meyer, daß Professor Euttng die Handschrift im ganzen 1 '/»Stunden in Händen hatte. Daß Prof. Eulina über die Vorgeschichte derselben, daß sie eigentlich an Stelle einer zirka 700 Jahre alt sein sollenden getreten sei, und ferner, welcke Person dieselbe ans Licht gefördert — unterrichtet worden sei, ist wohl von, vornherein nicht anzunehmen. Nachdem ich den Artikel Meyers mit der Erklärung Pros. Eutings gelesen, wandte ich mich an Prcf. Euting und wies darauf hin, daß er die Handschrift nur so kurze Zeit in Händen gehabt, über deren Vorgeschichte wohl nicht unterrichtet sei, und bat ihn, sich dieselbe zur nochmaligen genaueren Prüfung zum zweitenmale vorlegen zu lassen. Herr Professor Euring antwortete: „Auf eine inh ältliche Prüfüng des mir durch Herrn L. Meyer aus Karlsruhe vorgelegten angeblichen Tnlmud-Jerüschalmi Mannskript-Fragments konnte und will ich mich nicht ein lassen — weil ich nicht genug davon verstehe Ich konnte nur sagen, daß die äußeren Zeichen (Papier, Tinte und Schrift) mir unverdächtig und gleichzeitig mit dem in dem Fragment genannten Datum erscheinen. Auf ein weiteres Eingehen in die Frage der Fälschung kann ich mich nicht einlassen."*) Das ist sehr bedauerlich, aber man sieht cut& obigen vorsichtigen Worten des Professor Euttng, daß derselbe noch durchaus nicht für die Echtheit des Manuskriptes einsteht. Man braucht sich nur der Schapiro-Geschichte zu erinnern, um zu dem Resultate zu kommen, daß daraufhin^ „daß die äußeren Zeichen (Papier, Tinte, Schrift) unverdächttg etc. erscheinen", das Manuskript noch lange nicht für echt zu erküren ist. Der gelblich abgeblaßte Faden, mit dem ein Teil der Handschrift geheftet ist, kann in der Tat sehr alt sein, ohne daß das Manuskript es zu sein braucht. Jeder Besitzer alter Bücher wird wohl solche haben, die vor mehr als 200 Jahren gebunden sind. — Ich muß noch darauf Hinweisen, daß die Angaben, die Herr Meyer über das Manuskript macht, nicht gerade in Uebereinstimmung find mit denjenigen, die wir von Friedländer vernommen haben. Nach Meyers rejp. der Frau Friedländer als nvD 'D^ nn'DD ist das Manuskript in losen Blättern in die Hände Friedländers gekommmen, während Herr Friedländer selber von D'pfyl mit Angabe, wasjeder Teil enthält, spricht,- ich meine, daß wir dabei wohl an Bände und nicht Blätter zu denken haben — aber auf solche Kleinigkeiten kommt eS ja bet dieser so rätselhaften und widerspruchsvollen Geschichte nicht an — worauf es aber wohl ankommt, ist die Merkwürdigkeit, daß auch dieser Kopie die famosen Briefe beigefügt sind, deren Unechtheit zwar schon aus den Unterschriften erweislich ist (Siehe Litt Warte Nr. 25 und Nr. 44 Note IV), aber weiter unten nochmals unwiderleglich erwiesw werden wird. — Die Blätter, welche diese Brieft enthalten, find „mit gleicher Schrift geschieieben" (ich kursivire) „wie das im Jahre 5429a. m. von emem 'ms pnir auf Bestellung, des ynn' ms fya in K'2'i2Waip (!) bene Manuskript - Herr Meyer schreibt, baß diese Briefe „ein unbedeutende Abweichungen auftpessen^ eS L.f- —~ ■ - - - ' - 3;'?' *) Liegt uns in der von unS mit dem VMimS Her- Mtzveen WbsihM vor. D. Red. ~ <Sortfe*ati6fte& -- ■ - äL-rfe