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Der Israelit · 1907-12-12 · Heft 50 (12.12.1907) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 50 (12.12.1907)
Date
1907-12-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Frankfurter ein V olksgetränk 1. Kirr das schwächste alkoholhaltige Getränk. Das Bier ist dasjenige alkoholhaltige Getränk, in welchem der Alkohol in geringster Menge vorkommt. ' Der Alkoholgehalt desFrankfurterBürgerbräns betragt 3—4°/«, im Durchschnitt 3^/, °]0/ der i eS Weins 6—14°/0, im Durchschnitt 10°/0 und der des Branntweins 25—50% und darüber. Der im Vergleich damit so außerordentlich geringe Alkoholgehalt unseres Bieres kann bei einem mäßigen Genuß desselben dem menschlichen Organismus überhaupt nicht nachteilig sei«. S. Jeder Mensch Alkohol- Konsument. Auch bei völliger Abstinenz von alkoholhaltige« Getränke« nimmt jeder Mensch dnrch die Ernährung dauernd Alkohol «nd alkoholbildende Stoffe zu sich. S. Die meiste« Uahrnugsu. Germßrmttrl alkoholhaltig. Z« de» alkoholhaltigen Nahrnngs- und Geuußmttteln gehören: a) Das Brot, das rach neueren Untersuchungen ganz regelmäßig gewiss- Mengen Alkohol enthalt, d) Gelagertes Obst, Fruchlsäste und bergt, c) Die sogenannten alkoholfreien Getränke, die nur i ' sehr eltenen Ausnahmefällrn als wirlich alkoholfrei befunden worden sind. 4. Alkohol auch im menschlichen Körper. Die Bildung von Alkohol erfolgt nicht nur dnrch die dea geistigen Getränke« zugrunde liegende alkoholische Währung, sondern findet auch im menschlichen Organismus selbst statt. Es ist bemerkenswett, daß das Fleisch, vor alltM aber auch das Gehirn der Säugetiere, Alohol in freiem Zustande enthält. 8 Alkohol rin Ualsrungsmittel. Der Alkohol ist ei« vollgültiges Nahrungsmittel, da er Fett ersetzt nnd.Eiweiß'schützt. 6. KürgerbrS« rin Pollrs nahruirgsinitlel. Mit vollem Recht wird das Bier als Bolksnahrnngsmittel, als „slüssiges Brot" bezeichnet. Ein Liter Bür«*erbräu enthält je nach seinem Charakter (Hell! — Dunkel — Export — Bock): Trockensubstanz 50—100 Gr. mmdarin sind enthalten: &) Eiweiß 3—8 Gramm, d) Nährfalze, namentlich phosphorsarrre Salze, die für den menschlichen Organismus von großer Wichtigkeit sind, o) Malzextrakt (Hauptbestandteil der Trockensubstanz), der für Kranke, Rekonvaleszenten und schwächliche Personen als Nähr- und Stärkungsmittel von den Aerzten mit bestem Erfolg empfohlen wird. 7. Nahrungsmittel möglichst auch Geimhrnittel. Brot ist zwar als Nahrungsmittel viel billiger zu haben, als die gleiche Menge Nährstoff im Bier, doch darf dabei nicht überjehen werden, daß auch das Eiweißbedürfnis des menschlichen Körpers sich dem Kostenpunkte nach in sehr verschiedener Weise decken laßt. Denn das aus Fleischabfällen und dergl. gewonnene Eiweiß ist an sich ebensogut imstande, dem Organismus als Nahrungsmittel zu dienen, wie dieselbe Menge Eiweiß in einem gut zubereiteten Stuck besten Fleisches, das natürlich auch erheblich teurer ist, als das aus Abfällen und dergl. gammende Eiweiß. Der Kulturmensch braucht eben ie Nahrungsmittel gleichzeitig auch als Genußmittel zubereitet, wenn der Körper sie ohne Widerwillen aufnehmen soll. { I« dieser Beziehung ist daher auch das Frankfurter Büraerbräu ein das Ang nehme mit dem Nützlichen i« hohem Maße vereinigendes, nahrhaftes Geuußmittel, dessen B deutnng «nd Wert besonders durch die eigenartigen Mischungs- und Berbindnuas- Berhältnrsie voa Kohlenhydraten, Nährsalzen, Alkohol und Kohlensäure bedingt ist. 8. Unmäßiger Mrrgermß schädlich. Unmäßiger Biergenuß ist unzwe.selhaft schädlich. Die 'chädlichenFolgen unmäßigen Biergennsses sind aber nicht allein dem darin enthaltenen Alkohol, sondern vor allem der übermäßigen Flüssigkeitszusnhr zuzuschreiben. Auch Unmäßigkett im Genuß größerer Mengen nicht alkoholartiger Getränke, wie Aassee, Tee, Mineralwasser «. a. füitt zu denselben schweren Schädigungen des menschlichen Organismus, wie sie vielfach fälschlich dem Alb-Holnützbrauch zur Last gelegt werden. 9, Kaffer u. Tee schädlicher als Kirr. (9480) dem als Ersatz für Bier von mehreren ‘ Plenen Kaffee oder Thee kommt 'st nur durch ihren Gehalt an giftigen Alkaloiden auch oh«e übermäßigen Genuß sehr bedenlliche Schädigungen des Nervensystems zur Folge haben können. 10. Kirr von jeher da» deutsche Nationalgetränir. Seit den frühesten Tagen ist das Mer das allgemein verbreitete und gewohnte Genutzgetränk der Deutschen. Die größten Geister unserer Nation, Schiller, Goethe und Bismarck, unsere größten Dichter und Denker, sie alle waren einem frohen Trünke nicht abhold und pflegten des Bacchus und Gambrinus Gaben sich dankbar zu freuen. In unverminderter Kraft hat der deutsche BolkSkörper durch alle Jahrhunderte hindurch feine LebenSfryche bewahrt. Achtunggebietender denn je klingt heute der deutsche Name über den Erdkreis. Nur ein durch und dnrch gesundes Volk vermochte diese Machtfülle nach außen zu entfalten und den Reichtum an Kulturgütern sich zu erringen, deren wir unS heute erfreuen können. Unsere Vorväter waren keine „Abstinenten" und wußten nichts von der grämlichen Weisheit der Wafserapostel unserer Zeit. „Seben und leben lassen" war allezeit ihr .Wahlspruch. Gin gesunder Sinn weiß ohnedies auch im Genuß das richtige Maß zu hatten, und es ist nicht zu besorgen, daß dieser Sinn uns eines Tages abhanden kommt. In rastlosem Fortschritt sind Technik und Wissenschaft bemüht, die auch dem materiellen Lebensgenuß dienenden Güter zu verbessern und zu veredeln. In rühmlicher Weise kann die heute glänzend entwickelte deutsche vraniudnstrie das Verdienst ehmen, in für sich in Anspruch nehmen, im Verein mit der Wissenschaft bestrebt zu sein, dem Botte stets ein gesundes, nahrhaftes und schmackhaftes Erzeugnis zu bieten. Rein — Bekömmlich In Flaschen erhältlich in den durch Schilder bezeichneten ttesta/urattonen, besseren Kolonialwarengeschäften u. s. w. d&n Kür die Mwagogtfche veramwotttt i r m«»« , . a. «. — Verlag de» „ Hnaktustei«^ löomia*, «. *.

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