Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 84 (24.10.1901)
- Date
- 1901-10-24
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1900. (Verwaltu ng’ssitz: F r a n k fit 1' t a. M a i 11.) (L Fortsetzung *) Am 3. Februar fand in der unter englischem Schutze stehenden Haupt^ynagoge der Aschkenasim-Gemmnde, in Anwesenheit des britischen Generalkonsuls von Pa’ä-dina und des gesammten Konsularstabs, unter starker Betheiligung d-r beiden Gemeind n eine Trauerandacht für die verstorbene Königin von England statt An diesem spontanen Akte Fr Pietät und Dankbarkeit, betheiligte sich die Schule insofern, als der Leiter derselben, einer Einladung dts ehrw. greisen Oberrabbineis, Herrn Samuel Sa laut, Folge leistend, die Trauerrede hielt, und sowohl in englischer als auch in hebräischer Sprache den dankbaren Gesinnungen der hiesigen jüdischen Bevölkerung für die erhabene Person der verewigten Königin, der bewährten Freundin Sir Moses M on tefi or e’s, Ausdruck gab. Im Laufe des Jahres unternahmen unsere Kinder mehrere geographische Ausflüge in die Umgegend Jerusalems und einen eintägigen Ausflug zu Wagen nach Dilb, in dessen Eichenwäldchen, eine Seltenheit in dirsem Lande, die Kinder einen vergnügten Tag zubrachten. Die Lücke, welche durch die Reise des Herrn Yellin nach Europa in der Ausführung des Stundenplanes entstanden ist, wurde in liebenswürdiger Weise speeiell von Herrn Pin es, und nach Möglichkeit auch durch Herrn M^yohas, Lehrer d^s Hebräischen an der hiesigen Eveline de Rothschild'sehen Mädchenschule, ausgefüllt. Das Fehlen einer so vorzüglichen Lehrkraft, wie Herr Yellin, hat natuigemäss d n anderen ordentlichen Lehrern ein grösseres Mass von Arbeit auferlegt. Während nun Herr Yellin in Deutschland mit grosser Hingebung in Sachen der Piopaganda für unsere Anstalten tliätig war, und Dank der Opferfreudigkeit unserer Glaubensgenossen, mit Erfolg, hat Herr Press sich mit Eifer bemüht, seiner erschwerten Aufgabe durch unverdrossene Mehrarbeit in lobenswei ther Weise gerecht zu werden. Sein Versuch, seinen vortrefflichen Anschauungsunterricht in deutscher und hebräischer Sprache vereint zu geben, erzielte den besten Erfolg, und dürfte derselbe in Zukunft seine ausgezeichneten pädagogischen Fähigkeiten mehr als bislang auch in den Dienst des hebräischen Sprachunterrichts stellen. Von den geehrten Gönnern unserer Anstalt, den Herren Gebrüder Schwarz in Nürnberg, sind uns auch mit Schluss dieses Schuljahres 40 Mk. zugegang.ni, um den Kindern einen vergnügten Tag zu bereiten Die herzlichen Zeilen, welche dies: Gabe begleiteten, bekunden Freude am Wohlthun und innige Tueilnahme für unsere Anstalt Ein Besucher Palästina^ Herr J. Klein aus Lompoc Cal , bekundete sein Interesse an unserer Schule durch Ueberreichung von 2 L. und sein Anerbieten, im Freundeskreise Propaganda für dieselbe zu machen. Möge das Interesse an dem Werke der Jugenderziehung in Palästina sich immer weiteren Kreisen mittheilen, damit dieses Werk diejenige Ausdehnung erlange, welche Löthig ist, um eine dauernde Bessergestaltung der Verhältnisse innerhalb Fr hiesigen jüdischen Bevölkerung herbeizn führen!“ Ferner schreibt H«ur Director Cohn unterm 21. Mai: „Das neue Schuljahr begann am 16. April mit 127 Schülern, welche sich auf die einzelnen Klasen wie folgt vertheilen Deutsche Hebr. Kla? seneintheilung Klasseneinteilung Kl. 17 Schüler I. Kl. 28 Schüler 11. „ 18 II. „ 25 „ III. „ 39 III. „ 37 IV. * 53 IV. „ 3/ Sa. i2/ Schüler Sa. 127 Scüüler (14 Interne (8 Ascbkeuassim und 6 Sephardim) und 113 Externe (9l Aschkenassim, 19 Sephardim, 1 Christ und 2 Mohamedaner). Bei einer vorsichtig n Prüfung der Anmeldungen, weiche um so röthiger erscheint, als uns die Klassem äume eine Beschränkung in der Aufnahme auflegen, konnten wir nur 28 neue Aufnahmen gestatten, nachdem aus dem früheren Schuljahre 99 verblieben waren. Eine Anzahl von Anmeldungen musste deshalb znrückgewiesen werden, weil deren Berücksichtigung die Bildung einer Parallelklasse zur vierten Klasse notbwendig gemacht hätte. Für eine solche Klasse fehlt es uns gegenwärtig sowohl an Raum, als auch an einer ferneren Lehrkraft. Dank der genannten Schenkung seitens der Jewish Colonization Association, zu *) S. Nr. 786.