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Der Israelit · 1901-02-14 · Heft 13 (14.2.1901) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 13 (14.2.1901)
Date
1901-02-14
Page
– (sequence 26)
Language
German
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366 vor. Den größten Bruchtheil von Juden weist in Preußen Berlin mit 50,2 pro Tausend auf, während der Durchschnitt in Preußen auf 12,4 pro Tausend stand. Ueber diesen Durchschnitt erhoben sich noch Westpreußen mit 15,3 Juden pro Tausend Einwohner, Provinz Posen mit 25,3 und Hessen-Nassau mit 26,8 Juden pro Tausend. Im Königreich Bayern war der Durchschnitt 6,6 pro Tausend, in der Pfalz mit 15,1 wurde er also erheblich überschritten. Im Königreich Sachsen war das Berhältniß nur 2,7 per Tausend, in Württemberg 6,2, in Baden 16,1 in Hessen 25,7, in Mecklenburg-Schwerin 3,8, in Sachsen-Weimar 3,8, in Meklenburg-Strelitz 5,9, in Oldenburg 4,4, in Braunschweig 4,0, in Sachsen - Meiningen 7,0, Sachsen-Altenburg 0,3, Koburg-Gotha 2,7, Anhalt 5,8. Sck>warzburg-Sondershausen 3,0, Schwarzburg- Rudolstadt 0,8, Waldeck 13,2, Reuß ä. L. 1,0, Reuß j. L. 1,2. Schaumburg-Lippe 9,3, Lippe 7,7, Lübeck 8,6, Bremen 5,7, Hamburg 28,7 und in Elsaß-Lothringen 21,6. Der Durchschnitt im ganzen deutschen Reich betrug 11,6. Derselbe ist, entgegen den weiter oben aufgrführten absoluten Zahlen, die eine Zunahme der Kopfzahl der Juden im Reich kennzeichnet, seit 1871 stetig gesunken, denn der Durchschnitt im deutschen Reich betrug 1871 auf tausend Einwohner 12,5 Juden, 1880 12,5, 1885 nur 12 und 1890, wie vorher bemerkt, 11,5. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzerr. Deutschland. Berlin, 7. Febr. Die Beisetzung des Handelsrichters Julius Lewisson, Chef und Begründer der gleichnamigen Droguenu. Chemikalienfirma, fand vorgestern statt. Eine ansehnliche Traueroersammlung füllte die in der Friedrichstraße belegene Wohnung des Verstorbenen. Man bemerkte Vertreter des Aeltestenkollegiums der Kaufmannschaft und das Präsidium des deutschen Handelstages. Die Gesellschaft der Freunde entsandte Vertreter, ferner die Polytechnische Gesellschaft, der Verein junger Kaufleute, sowie der Ausschuß hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine, der Verein Berliner Petroleumgroßhändler und andere. Nachdem Geheimer Medizinalrath Prof. Dr. Mar M o l f f, ein Neffe des Dahingeschiedenen, ihm eine kurze Gedächtnißrede gewidmet hatte, erfolgte die Beisetzung auf dem alten Friedhofe in der Schönhauser Allee. Hamburg, 6. Febr. „Ueber die Lage der Juden in den mohamedanischen Ländern" sprach dieser Tage im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" Herr Eugen Mittwoch- Berlin. Seit alter Zeit wohnen die Juden in Egypten, noch heute wohnen in Kairo, namentlich in dem alten Stadttheil „Habut el Jahut" fast ausschließlich Juden. Der überwiegende Theil hiervon find die spanischen Juden, welche an den Gebräuchen ihrer Heimath festhalten. Sie sprechen und schreiben spaniolisch, drucken in dieser Sprache ihre Zeitungen und bedienen sich derselben auch in ihrer synagogalcn Liturgie. Das Schulwesen in allen orientalischen Ländern läßt fast alles zu wünschen übrig, eine Ausnahme bilden nur die von der „Alliance" eingerichteten Schulen; trotz aller Aufklärung und Bildung herrscht aber auch unter den orientalischen Juden noch viel Aberglauben. Die äußere Lage der Juden in der europäischen Türkei und Egypten ist sehr günstig. Den dortigen Juden ist die freisinnige Verordnung der Hohen Pforte zu Gute gelommen, namentlich die Konstitution von 1876, welche die Gleichheit aller Ottomanen vor dem Gesetz verkündet. So finden wir sowohl in Egypten, als auch in der Türkei, Juden in der Deputirtenversammlung und im Senat. Die Mehrzahl der dort wohnenden Juden sind Kaufleute und Handwerker; einigen sehr reichen Familien steht die Mehrzahl gegenüber, die nur kümmerlich ihr Leben fristet. Schlimmer ist die Lage der Juden in Palästina, noch trauriger in Marokko und Persien, namentlich in Marokko haben sie viel von der fanatischen Bevölkerung zu leiden. Ingweiler (Els.s, im Febr. Ein imposanter Leichenzug bewegte sich am Mittwoch, den 31. Jan., durch die Straßen unseres Städtchens dem jüdischen Friedhof" zu. Galt es doch unserem so jung verstorbenen Lebrer A. Meyer das letzte Geleite zu geben. Trotzdem er kaum ein Jahr in unserer Gemeinde gewirkt hatte, erfreute er sich doch der allgemeinen Liebe und Achtung. Seiner Bahre folgte die ganze jüdische Gemeinde und die Lehrer des Kantons Buchsweiler. Am Grabe sprachen die Herren Rabb. Dr. Weill- Buchsweiler und Kreisschulinspektor Gasser- Zabern, welche beide das frühe Hinscheiden des braven Mannes und tüchtigen Lehrers beklagten. Herr Meyer wurde nur 39 Jahre alt. Er hinterläßt eine trauernde Wittwe mit vier unmündigen Kindern. Gotte tröste sie? Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Lemberg. (M ä d ch e n r a u b.) Ein Aufsehen erregender Vorfall brachte die jüdischen Einwohner von Zniesiene, einem belebten Vorort von Lemberg, in Aufregung. Der Bürstenmacher Samuel Reisler, wohnhaft in Zniesiene, schickte seine zehnjährige Tochter Golde um Schnavs, sie kam aber nicht bald zurück, und erst am Abend benachrichtigte die Gendarmerie den Vater, daß seine Tochter in Lesienice im Dorfwirthshause sich befinde, er könne sie von dort abholen. Als das Mädchen nämlich von Hause sortging, begegnete ihm eine Frau, welche ein Gespräch mit ihm anknüpfte und es auch durch Versprechungen vom Hauptwege ablenkte.

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