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Der Israelit · 1900-12-27 · Heft 102-103 (27.12.1900) · page 47

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 102-103 (27.12.1900)
Date
1900-12-27
Page
– (sequence 47)
Language
German
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47 Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1898. (II. Fortsetzung.*) Urtlieile über das Waisenhaus. Wenn man das Elend Jerusalems gesehen, kann man erst lühlen, welche Bedeutung ein Waisenhaus für diese Stadt besitzt. Nachdem ich einen Blick in diese Anstalt gethan, kann ich vornehmlich die überall herrschende Reinlichkeit hervorheben, für die Noth die grösste Wohlthat Möge Jeder die Bemühungen des Herrn Dr. Grünhut, der wahrlich um sein Institut in liebevoller Weise besorgt ist, fördern. In diesem Falle kann materielle Hilfe recht viel zur Regenerirung des heran wachsenden Geschlechts in Jerusalem beitragen. gez. Leo Mozkin. 11. Juli 1899. In diesem Hause verbrachte ich an der Seite des Herrn Dr. Grünhut und seiner Familie inmitten der Zöglinge schöne Stunden, die zu den guten Erinnerungen meines Lebens und zu den besten in Jerusalem gehören. Indem wir Zionisten den Sinn der Judenheit diesem ihrem alten Heimathlande zuwenden, hoffen wir, auch diesem Asyl für elternlose Kinder zu nützen, das der Hilfe bedarl und ihrer würdig ist. Hier wird mit Liebe zum Judenthume Lust und Stolz an körperlicher Arbeit erzogen, Freude an Reinlichkeit und guter Sitte. gez. H York-Steiner. Jerusalem, 4. Dezember 1898. Eine Anstalt in der heiligen Stadt, die einen hohen Rang einnimmt unter den Institutionen zur Förderung der Humanität, ist das jüdische Waisenhaus. Arme Kinder, die ihrer natürlichen Hilfe beraubt sind, finden dort in dem Hause, welchem Herr Dr. Grünhut und seine Gemahlin mit rastlosem Eifer, mit selbstloser Hingebung in altjüdischem Geiste vorstehen, einen Ersatz, der es ihnen ermöglicht, nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zu werden. Der modernen Cultur zugeführt und doch nicht der altjüdischen Frömmigkeit entbehrend, werden sie einst dazu beitragen, den Stand der jüdischen Gemeinde zu Jerusalem zu erhöhen. Mögen Alle, die es mit Menschenliebe, mit Religiosität und mit Bildung gut meinen, ihre Unterstützung dieser Anstalt zu Theil werden lassen! gez. Hermann Gumpertz aus Hamburg. Jerusalem, 15. Februar 1899. *) S. Nr. 718. Das jüdische Waisenhaus, welches unter Leitung des Herrn Dr. Grün hu t steht, macht einen vortrefflichen Eindruck. Die Kinder sind sauber, sehen wohl und frisch aus. Der Unterricht, den sie in der Lämmel-Schule erhalten, wird nach den neuesten pädagogischen Prinzipien ertheilt. Die Schüler lernen nicht mechanisch, sondern haben den Lehrstoff verarbeitet. Bei den Schwierigkeiten, welche die grosse Verschiedenheit der Sprache der Schüler dem Unterricht bereitet, ist dieses Ergebniss doppelt anzuerkennen. Die Schüler der Anstalt werden demnach durch Bildung und Erziehung gut vorbereitet sein, ihren Platz im Leben auszufüllen. gez. Dr. Heinrich Meyer-Cohn. Jerusalem, 27. Februar 1899. Urtheile Aber die Lämmel-Schule. Bei meinem Besuche dieser Schule freute ich mich, die Kinder durchwegs gutgeartet und wohlunterrichtat zu finden. Sie sind bewandert in der deutschen Sprache, tüchtig in Bibel und Talmud, in der Geschichte unserer Nation und des heiligen Landes, in der Topographie der Stadt Jerusalem, in Geographie und Weltgeschichte. In Erstaunen versetzte mich die Leichtigkeit, mit der sie das Hebräische sprechen. Ja, es rührte mich geradezu, diese todtgeglaubte Sprache lebendig zu sehen im Munde dieser Kinder, die mit grösstem Eifer sich gerade dieser Sprache gerne bedienten. Das bedeutet gerade in Jerusalem sehr viel, wo die heilige Sprache das Bindemittel sein muss zwischen den verschiedensprachigen Juden. gez. H. York-Steiner. 4. Dezember 1898. Es gereichte mir zu grosser Genugtuung, die Lämmel-Schule zu besuchen, die Lehrweise zu beobachten und den Geist wahrzunehmen, in welchem die Schüler unterrichtet werden. Hier ist unter der Leitung des verehrten Direktors, Herrn Cohn, Alles geschehen, was geschehen kann, um die Jugend zu einer höheren Stufe der Gesittung zu erziehen. Die Schwierigkeiten der Erziehung sind in dieser Stadt sehr gross, da die verschiedenartigsten Elemente sich znsammenfinden, am derselben theilhaftig zu werden. Auch die verschiedenen

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