Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 75 (17.9.1900)
- Date
- 1900-09-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449120--51589-2502105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
K? ".r-T^^y^j i.- f^'TV^^T^'-'jr^.y* ’-f:- "‘^s 4t. Jahrgang. Zweite Meilage zu Jfs 75 des „Israelit". £itcrari)ci7cs. „Hakarmcl,' von Josef G r ü n b a u m , M. Sziger, Vider 1900. Hebräischer Titel: nczm 'ix ‘rcizn ' *ri”‘ 1 — - „Wenn Könige bauen, haben die Kärrner zu thun." Und ein König im Reiche des Geistes, ein Fürst der Tooraaelehrsamteit, ein Herrscher aus dem Gebiete der Vibelscrschung war Malvim. Leine Bedeuiung als Ereget ist noch lange nickt nach Gebühr gewürdigt, j wenn auch seine Werte in verschiedenen Auslagen verdienet sind. Man must weit zurüctgehen, man must bis zu den großen Eregeren des Mittelalters zurückgreifen, um einen Meister seinesgleichen zu finden, der die ganze zrzzv "Tr,, den gesummten Lchatz der heiligen Schriften, mit einem durchgängigen, in einheitlichem Sinne j gedachten -Kommentar versehen hat. In der Erklärung! der Lynonvma, der sogenannten rr~“:r r;,zv, stehl j er jedoch unerreicht da; weder vor ihm noch nach ihm ist ein derartiger kübner und erfolgreicher Versuch gemacht worden, mir dein bequemen Prineip des r?cz [•:>." rsz; rr."? total zu brechen. Gr hat jedem Worie,! jedem Ausdruck seine genau abgegrenzte Bedeutung, j seinen bestimmten Werthinhalt nn Bereiche der heöräj ischen Sprache zugerviesen. er hat gezeigt, daß der Pa- , rabelismns der Glieder in der hebräischen Poesie kein! bloßes Wortgepränge ohne Erweiterung und Bereiche-! rung des Sinnes sei, und aus diese Weise hat er eine; vollkommene hebräische Synonymik geschaffen. Seine Leistungen auf diesem Gebiete iverden auch von nichtjüdischen Gelehrten geivürdigt und sie ivürden es noch mehr sein, wenn die Benützung seiner Werte von Seilen der Richtjuden inir iveniger Schwierigkeiten verknüpft wäre. Der selige Franz Delitzsch, dem die Kenntniß des rabbinifchen Idioms nicht fremd war, hat in seinen Kommentaren Malbims Erklärungen häufig angeführt. Malbim hat eine hebräische Synonymik g e - schassen, aber er hat keine versaßt. Seine Erklärungen zur Synonymik stehen zerstreut in seinen Kommentaren zur hl. Schrift und in seinen sonstigen Werten. Wer sich über die Bedeutung irgend eines Wortes orienriren will, must nicht nur sämmtliche Werte Malbims besitzen, er mrrst auch nachschlagen und suchen, bis er die betreffende Erklärung findet. Das vorliegende Werk ist bestimmt, diesem Mangel abzuhelfen. In alphabetischer Reihenfolge, in Form eines Wörterbuches, umfaßt es alles, was Malbim an sprachlichen Forschungen und Worterklärungen in seinen sämmtlichen Werten niedergelegt hat, und zwar mit des Meisters eigenen Worten. Und wahrlich, der Ertrag dieser Sammel- oder Kärrnerarbeit ist bedeutend und achtunggebietend, wenn wir diesen imponirenden Band von fast 800 Seiten Großoktav betrachten. Jahre der rastlosen Arbeit und des emsigsten Fleißes hat der würdige und gelehrte Verfasser darauf verwendet, um 'einem iiber alles verehrten Meister, von dem er nicht mit Unrecht sagt, daß er der Rabbi Akiba seines Zeitalters war, dieses Denkmal der Liebe und Verehrung zu errichten. In der Einleitung bringt er auch eine biogravhische Skizze, in der er voller Pietät und mit Begeisterung die inenschliche Größe dieses -rps: feiert. Wenn man bedenkt, daß der Verfasser selbst ein mittelloser Mann ist und daß er sich über die Enttäuschungen. die den Herausgeber hebräischer Werke in unserer Zeit erwarten, keine Illusionen gemacht hat, wie er dies ergreifend genug in der Vorrede ausspricht, so inust man seinen hohen Grad von Idealismus bewundern, der ibn vermochte, so viel Opfer an Zeit, Mühe und Geld nir seine Lie'llingsidee — den Gedankenschatz Mal bims in weiten Kreisen zu verbreiten — zu bringen. Es ist auf's Innigste zu wünschen, daß er die von ihm im Voraus befürchteten Enttäuschungen nickt in allzu hohen' Maste erfahren möchte, bast er durch reichlichen Obsatz seines Wertes tbeiliveise für die anfgewenbeten Opfer entschädigt noerde. Zum Schluß bemerken wir, bast der Mangel eines Inder bei der Benützung des Werkes sich störend bemerkbar macht. Diesem Mangel sollte der Verfasser noch krachträglich a schelten. Zeitungsnachrichten und Corrcspondenzen. Deutschland. Magdeburg, 14. Sevt. Auf dem antisemitischen Parteitag Hierselbst ist es nunmehr zu einer offenen Trennung der beiden Flügel der Partei gekommen, die unter der Führung der Abgeordneten Liebermann und Zimmermann sieben. Tie Herren sagten sich gegenseitig die größten Ofsenberzigkeitcn in's Gesicht. Dem Abgeordneten Liebermnnn von Sonnenberg wurde insbesondere vorgeworfen, daß er die Partei tyrannisire, die Abgeordneten schlecht behandle und nur die Geschäfte der konservativen Partei besorge. Herr v. Liebermann geht thatsächlich mit dem Gedanken um, ein Kartell der Antisemiten, Konservativen und Bündler zu Stande zu bringen, um dadurch unter anderem auch dem „verjudeten Liberalismus" den Garaus zu machen. Schließlich wurde auf dem Parteitage eine Vertrauenserklärung für den Fraktionsvorstand und die Fraktion mit 86 gegen 75 Stimmen verworfen. Die Herren v. Lieber- WWWMMM «WWW WWW