Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 44-45 (31.5.1900)
- Date
- 1900-05-31
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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920 Noch lange unterhielt sich der Fürst mit dem Weisen über manche unbekannte Naturkraft und zog ihn später noch oft zu Rathe. Wie viele wichtige Erfindungen mag der Aberglaube des Mittelalters, der die Erfinder als Zauberer verschrie, gleich bei ihrem Entstehen vernichtet haben! c> l d l cr n d p h i r. Dr. Karl Peters wurde, wie Londoner Blätter berichten, bei seiner Ankunft aus Afrika von einem Vertreter des „Reuter'schen Bureaus" ausgesucht und faßte das Ergebniß seiner Reisen in Afrika, besonders seiner Entdeckungen über das alte Goldland des Salomo, in Folgendem zusammen: In diesem Sommer habe ich das Land zwischen dem Zambesi und dem Pungwe, portugiesisch Ostafrika und das östliche Maschonaland erforscht. Schon vor meiner Abreise von England führten mich geographische Informationen zu der Annahme, daß Fura nahe dem östlichen Eingänge zur Lupataenge liege. Dort fand ich es auch. Es liegt an den Ufern des Muiraflusies, ungefähr 16 Meilen südlich vom Zambesi und in der Mitte zwischen Sena und Tete. Zur Zeit meiner Entdeckung hatte ich Mr. Puzey und zwei Bergwerksingenieuere, die Herren Gramann und Napolski, bei mir. Fura ist eine bei den Eingeborenen gebräuchliche korrupte Form des Wortes Afur, unter welchem Namen die Araber des 16. Jahrhunderts den Bezirk kannten. Afur ist die sabäische oder südarabische Form des hebräischen Namens Ophir. Ich habe reichliche Beweise, daß das Fura, das wir diesen Sommer entdeckten und erforschten, das Ophir des alten Testamentes ist. Fura bedeutet in der Sprache des Volkes, welches jetzt das Land bewohnt, auch Bergwerk. Die Eingeborenen, deren Häuptling der mächtige Macombe ist, nennen sich Makalanga, d. h. Volk der Sonne. Im Gegensatz zu den anderen Afrikanern, die ich kenne, sind sie bis zum heutigen Tage Sonnen- und Feueranbeter. Sie sind den gewöhnlichen Afrikanern ganz unähnlich, haben einen ausgesprochen jüdischen Gesichtstypus und sind meiner Meinung nach ein Gemisch der asiatischen Eroberer mit den Ureinwohnern des Landes. Als ich in das Land kam, fand ich bald, daß die Eingeborenen noch eine gewisse Vorstellung von der Existenz des alten Ophir hatten. Nach der Regenzeit waschen sie Gold, und wenn sie es in Spulen aufgespeichert haben, treiben sie damit einen ausgedehnten Handel mit Beira und Teti. Zuerst hatte ich große Schwierigkeiten mit diesem Volke. Fünf Wochen weigerten sieb die Leute, mir Nahrungsmittel zu verkaufen und vollführten Kriegstänze, um mich zu erschrecken. Dann sandte der Häuptling Macombe mir seinen Bruder Cuntete, um zu fragen, was ich in seinem Lande wollte. Da ich inzwischen Lebensmittel aus anderen Quellen bekommen hatte, schien Cuntete geneigt, freundlich zu sein; wir wurden Freunde, und ich brachte ihn mit nach England. Bis jetzt wundert er sich am meisten darüber, daß er die Sonne nicht gesehen hat. Dieser Häuptling gab mir später werthvolle Informationen über die Lage der alten Ruinen und Werke. Als ich zu der bezeichneten Stelle kam, fand ich ehemalige Ruinen von unzweifelhaft semitischem Typus. Ich entdeckte Pallus-Embleme, die immer mit der alten semitischen Sonnenverehrung verbunden waren. Fura selbst, fand ich, besaß eine Formation von quarzhaltigem Schiefer und Diorit, zwischen denen goldhaltige Quarzadern liefen. Unter den Ruinen fand ich eine große Alluvialschicht, in der wir Gold entdeckten, und nahe dabei prächtige Quarzreefs. Die alten Bauten lagen nicht nur auf der Oberfläche, sondern es waren auch Schächte und Wege in den Fels gehauen. Eine Station baute ich in diesem Distrikt, eine zweite in Jnyanga, und beide sind in der Obhut von zuverlässigen Europäern. Im nächsten Sommer beabsichtige ich, die Spuren von Diamanten, Kohlen, weißem Glimmer und Salpeter, die wir fanden, weiter zu erforschen. Meine Theorie über das alte