Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 6 (18.1.1900)
- Date
- 1900-01-18
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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15 einen derartigen Schrecken hervor, dass Baruch Kolm Kapoport am sas'ts, während er die üblichen Klagelieder vertrug, plötzlich verstummte und aus der Synagoge sich entfernte, aus Furcht, es könne aus dem Inhalt dieser Gebete eine Denunziation gegen ihn abgeleitet werden. Wenn schon durch den damaligen Feldzug gegen jüdische Bücher der Rabbiner von Fürth in Mitleidenschaft gezogen wurde, indem man ihm viele Bücher wegnahm (1712), so war dieses drei Jahrzehnte später noch mehr der Fall, da eine grosse .ludenbücheruntersuchung stattfand (1744). Dieselbe folgte unmittelbar auf den Sturz des fürstlichen Residenten Isak Nathan und umfasste sämmtliche hebräische Werke, die im Fürstentum sich vorfanden. So wurde auch Baruch Kolm Kapoport, nachdem ein grosser Tlieil seiner hebräischen Bücher weggenommen worden war, vor eine Kommission geladen, um dort über die den beschlagnahmten Werken entnommenen 38 Stellen, die als anstössig und die christliche Religion verletzend bezeichnet wurden, die gewünschte Auskunft zu ertkeilen. Die Aufregungen , welche derartige Vorkommnisse bei den daran Beteiligten hervorriefen, gingen auch an Rapoport nicht spurlos vorüber. Er erkrankte und starb in der Nacht des 22. Nissan (12. April) 1746. Das Fürther Memorbuch rühmt seine grosse Bescheidenheit, seine hervorragende Frömmigkeit und seine asketische Lebensweise; 35 Jahre hatte er lernend und lehrend in Fiirt li verbracht. R. JonatanjJEibeschütz widmete ihm eine Trauerrede (pn nnr 1, 75). Abhandlungen über religionsgesetzliche Fragen befinden sich von ihm in nSpj -rx rr.tp Nr. 39 und in npy zv iw IV, Nr. 1. Ausserdem sind im Michael’schen Katalog 8. 324 handschriftliche RGA von ihm verzeichnet. Verschiedene Approbationen rühren von ihm her. Auch im b’Shjh cb* (Buchstabe b Nr. 20) von Asulai, sowie in dessen pina IT Nr. 42 wird Baruch Kohn Rapoport erwähnt. Die tiefe Gelehrsamkeit und Geistesschärfe, welche unsern Rapoport auszeichneten und ihm den Ehrennamen spn "|*-ib i eintrugen, gingen auf seine Söhne über, ebenso, wie^seme Töchter mit Männern sich verbanden, die gleichfalls auf dem Eelde des Thorawissens klangvolle Namen hatten/’ Mit diesen-Abzweigungen-des Stammes Rapoport in Deutschland werden wir uns jetzt zu beschäftigen haben. Fortsetzung folgt.) Eine merkwürdige Entdeckung. (Aus „Jew. Cbrouicle“ übersetzt von L. Cohen—Rees a. Rh.) Stade s „Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft“ (1896 I. Theil) hat einige vortreffliche Artikel, von welchen der folgende (S. 122) besonders interessieren dürfte : „Pfarrer S. Behnke tlieilt. in demselben folgende wirklich überraschende Entdeckung mit: Die „Sprüche Salonufs“ von Kap. X bis XXII, 16 werden von den Massorethen und allen neuern Kritikern als eine abgeschlossene, dem König Salomo zugeschriebene Spruchsammlung bezeichnet. Die Zahl der Sprüche in dieser Abtheilung beträgt nun genau 375 nach dem Zahlenwerthe der Buchstaben des Wortes nate Doch das ist noch nicht alles. Kap. XXV bis XXIX enthalten eine andere für sich abgeschlossene Sammlung mit der Leberschrift, „Auch dieses sind Sprüche Salomo’s, welche die Männer des mptn, Königs von Juda, zusammengetragen.“ Diese Sammlung enthält 136*) Sprüche nach dem Zahlenwerthe der Buchstaben des Wortes irrpirt Ist dieses blosser Zufall? Oder haben wir hier eine wirkliche Spur der rabbinischen nwnooa in der Bibel? Diese Frage scheint interessant genug, derselben von eompetenter Seite näher zu treten. Zeitschriften. Revue des fetudes juives (Paris) Bd. 38, Nr. 76. April—Juni 1899. Th. Reinach: Antiochus Cyzicene et les Julis. — .1. 8»eh: Israel et Juda, — M. Friedländer: Encore un mnt sur Minim, Minout et Guilionim dans le Talmud. J. L6vi: Le mot „Minim“ etc. — W. Bacher: Les trois brauche« de la Science de la vieille tradition juive, le Midrasch, les Halacliot et les Haggadot. — Fürst: Notes lexicographiques (fin) — 8. Krauss: Les gloses h6braiques du grammairien Vitgilins Maro. — M. Schwab: Inscriptions liSbraiques eil France (nouvelle s6rie). — D. Kaufmann: Les synagogues de Tolöde. — M. Kayserling: L’archidiacre Ferrand Martinez et les pers^cutions de 1391. — Notes et Mfelanges. — Bibliographie. — Actes et Conferences. Dieselbe. Bd. 39, Nr. 77. Juli—September 1899. J. Levi; Les nouveaux fragments hebreux de l’Ecclesiastiqne etc. — Th. Reinach: Le decret athenieu eu l’houneur d’Hyrcan. — J. Sach: Israel et Juda (fin). — H. P. ( ’hajes: Les juges juifs en Palestine, de l’an 70 ä l’an 50t). — 8. Krauss: Sur la s&mantique des mots talmndiques empruntes au grec. — D. Kaufmann: Lettres de Scheschet b. Isaac b Joseph Benveniste de Saragosse aux princcs Kalonymos et L6vi de Narbonnc. *) Nach meiner Zählung 137 ohne die Ueberschrift. Wo steckt der Fehler? L. C.