Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 93 (23.11.1899)
- Date
- 1899-11-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XL Jahrgang. Zweite Seilage M M 93 des „Israelit". Jetlnngsnachrichten und Eorrespondenzeu. Deutschland. Homburg v. - H., 17. Nov. Gestatten Sie mir auf eine dunkle Stelle des pß*i in unserem Wochenabschnitte aufmerksam zu machen. Es heißt dort zu Cap. 35. Vers 3 u. 4. „Juda nannte feinen Sohn *w, den Namen von fflinj nt nrw abs leitend, seine Frau nannte den zweiten Sohn pe, die Thora giebt uns für diesen Namen keine Begründung an; es ist anzuneinnen, daß sie ihn so nannte, weil nrriSs ppn. Es war überhaupt die Sitte der Frauen, ihre Söhne danach zu benennen, so nannte die Mutter des py ihren Sohn so, weil axys imS’, und ebenso machte es auch Atara, die Mutter des Onan . . . nxip viBW “jmu3 ns mny ptySa iy usS *np mrp pn wib vpmt> pm noS svjth ibd kSi pis •wn ce> ->diS py iLL» riKipty pay dsd ht Sy orr» Dir sipS .... pt dk (yjt) moy nntpy p an nyyn iir6' '3 Die Schlußworte des pon sind vollkommen unverständlich, wie kommt er dazu, als Mutter des Onan die Atara anzugeben, da es doch ausdrücklich in unserem Wochenabschnitte heißt, daß Onan der Sohn der Schua, der Frau Juda's war. Diese Schwierigkeit wird wohl auch der Grund dafür sein, daß in unseren Ausgaben des pDi hinter Atara der Zusatz p-y "px sich befindet. Die Bemerkung des poi erklärt sich einfach aus Chronik I, Cap. 2, Vers 26, wo es heißt: nm ’nm d:ik dk K'N msy nocn SKDNN'S ninK. „Und Jerachmel hatte noch eine andere Frau mit Namen Atara, sie ist .die Mutter des Onam." Wir haben dann nur im pDi statt p'K — DnK zu lesen und der Gelehrte wollte mit seiner Bemerkung ausdrücken: Ebenso wie wir aus der in Chronik angegebenen Begründung des Namen Javez Dxya vnS* '3 auf die Begründung des Namens Onan vnte rpn durch seine Mutter schließen können, können wir es auch in Bezug auf Onam, den Sohn der Atara thun. Dr. H. K o t t e k. Beverungen, 15. Nov. Gestatt-n Sie mir ein Wort der Erwiderung auf den in Nr. 90 des „Israelit" enthaltenen Artikel „Aus Bayern". In demselben wird von dem Einsender der Gedanke vertreten, daß mancher in einer orthodoxen Lehranstalt erzogene Seminarist unserem Judenthum leider nicht zur Zierde gereichen kann, weil die verschiedenartigsten Einflüsse, die im Leben auf ihn einwirken, ihn zuweilen dem Judenthum entfremden. Sollte man nun nicht glauben, daß gerade von einem in einer orthodoxen Lehranstalt erzogenen Seminaristen dies um so weniger zu erwarten sei? Ist ihm denn nicht in einer solchen Lehranstalt die Erhabenheit und Echtheit unserer Religion, die tiese, unumstößliche Wahrheit ihrer Lehren in einer Herz und Gemüth begeisternden Weise von den Lehrern dieser Anstalt mit beredten Worten enthüllt worden? Ist ihm dort nicht das Judenthum in wahrhaft frommer und nachahmenswerther Weise vorgelebt worden und hat er dort nicht streng nach den Vorschriften unserer heil. Religion gelebt? Woher nun dieser Umschwung der religiösen Gesinnung im späteren Leben? Hierauf giebt es meines Erachtens nur eine Antwort: Es fehlt diesen so herangebildeten Jünglingen die wahre religiöse Erziehung vom elterlichen Hause her. Denn wenn dort das Kind von Jugend an daran gewöhnt worden ist, die Gebote msmpn unmn zu erfüllen, wenn ihm dort die Religion von den Eltern in ungeheuchelter Frömmigkeit, in lauterm Wandel vorgelebt worden ist, und wenn dann der religiöse Sinn des herangewachsenen Knabep in einer orthodoxen Lehranstalt weiter gestärkt und gekrästigt worden ist, so wird das spätere Leben mit seinen vielen Versuchungen und Verführungen wohl kaum imstande sein, ihn zu einem v»k umzuwandeln, zu einem Menschen, dem die von unseren Vätern ererbte Religion gleichgiltiq ist, und der sich bei den geringsten Anlässen über ihre Vorschriften hinwegsetzt. Es ergiebt sich hieraus, daß ein bleibender, tief-religiöser Sinn in dem jungen Lehrer nur dann zu erhoffen ist, wenn im elterlichen Hause der Grund dazu gelegt worden ist und wenn dann die Piäparandenschule und das Seminar in diesem Sinne weiter gewirkt haben, wenn sie die religiöse Erkenntniß ihres Zöglings zu vertiefen und zu erweitern bemüht g wesen sind. Es geht aber auch daraus hervor, daß die orthodoxen Bildungsanstalten allein, besonders wenn es an einer religiös-häuSlichen Erziehung mangelt, es nicht, oder doch nur sehr selten vermögen, bei ihren Zöglingen eine derart felsenfeste, religiöse Ueberzeugung zu begründen, daß sie gesetzestreue Jehudim sind und bleiben. So sind dem Schreiber dieser Zeilen Collegen in leider nicht geringer Zahl bekannt, die obwohl sie aus orthodoxen Lehranstalten hervorgegangen sind, dennoch nicht mit wahrer Treue zur Fahne des Judenthums halten. Andererseits aber habe ich zu meiner Freude die Erfahrung gemacht, dast viele junge Lehrer, die das in letzter Zeit in diesen Blättern wiederholt als „neolog" bezeichnte Seminar zu Cassel besucht haben, als treue Bekenner des Judenthums mit leuchtendem