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Der Israelit · 1899-06-08 · Heft 45 (8.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 45 (8.6.1899)
Date
1899-06-08
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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879 ersteren und schleuderte den Bann gegen Jakob Emden, wie gegen alle Gegner Jonathans. R. Schemuel Schmelke Hurwitz bekannt als Mystiker und Kabbalist verschied am 2. Jjar des Jahres 1778. R. Gerson Chajot, ein Enkel des Menachem Mendel Krachmal starb im Jahre 1789, auch er war ein Anhänger von Eibenschütz und wegen seines Scharfsinnes und seiner Gelehrsamkeit berühmt. Nach Gerson Chajot kam der bereits erwähnte R. Mordechai Benet, welcher der letzte Landesrabbiner war, der eine Ruhestätte auf dem hiesigen Fried- Hofe fand; denn sein Nachfolger R. Nehemias Trebitsch, berühmt durch seine hervorragenden, talmudischen Kenntnisie wurde auf einer Reise nach Karlsbad in Prag am 6. Juni 1812 vom Tode ereilt und wurde auch daselbst begraben, während sein weiterer Nachfolger im Landesrabbinate Samson Raphael Hirsch sein thatenreiches Leben in Frankfurt am Main beschloß. Sämmtliche hier angeführten, bekleideten in Nikolsburg das Landesrabbinat, welches über 800 Jahre in Nikolsburg verblieb. Nach Hirschs Abgang entstand hier ein Provisorium, in welchem die als Talmudisten berühmten Weinberger, Zils, Kohn und der noch heute lebende Joseph Knöpfelmacher als Rabbinatsafsefsoren funguten. Weit und breit war wegen seiner scharfsinnigen, talmudischen Gelehrsamkeit der bereits erwähnte M. L. Kohn berühmt, dessen Entscheidung von großen Capacitäten eingeholt wurde. Im Jahre 185)5 wurde der in Leipnik wirkende Rabbiner Salomon Quetsch als Lokalrabbiner hierher berufen, welcher infolge seiner ungewöhnlichen Gelehrsamkeit bie Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen auf sich lenkte. Leider blieb er nur kurze Zeit unserer Gemeinde erhalten, denn er starb ein Jahr nach seiner Wirksamkeit an einem tückischen Leiden. Nach einem abermaligen längere Zeit andauernden Provisorium wurde Rabbiner Dr. Meier Feuchtwang, der Vater unseres gegenwärtigen Rabbiners Dr. David Feuchtwang hieher berufen. Derselbe wurde im Jahre 1814 in Pappenheim (Bayern) geboren, genoß in seiner Jugend eine gediegene, hebräische und profane Bildung, die er dann durch eulsiges Selbststudium derart erweiterte, daß man ihn mit Recht einen in jeder Beziehung universell gebildeten Mann nennen konnte. Er war ein ebenso gebildete Talmudist, wie er ein Grieche und Lateiner, ein ebenso großer Kenner der jüdischen Literatur, wie er Naturhistoriker war. Der Ruf seines Wissens war so groß, daß derbayer. Cultusminister ihm die Erziehung und den Unterricht seiner Kinder anvertraute. Er war der erste bayrische Rabbiner der den Dr.-Titel erhielt. Die Regierungscommission, vor welcher er die philosophische Prüfung mit Auszeichnung bestand, ließ feine Bücher aus seiner Wohnung abholen, da Feuchtwang, der eine tiefgehende, wahre Religiosität besaß, am Sabbat keine Bücher tragen 'mochte. Von Neutra wurde er im Jahre 1860 hierherberufen, und wirkte er bis zu seinem im Jahre 1888 erfolgten Tode, segensreich, hochgeachtet, von allen, welche Gelegenheit hatten, die vorzüglichen Eigenschaften dieses Mannes kennen zu lernen. Seine schon ermähnte Frömmigkeit war eine so echte, innige, daß er den Ausspruch that, er fühle sich nicht berechtigt über Gebräuche, die hervorragende Männer eingeführt haben, sich hinwegzusetzen. Sein biederer, hehrer und uneigennütziger Charakter wird am besten durch die Thatsache erwiesen, daß er den Werth des Geldes buchstäblich nicht kannte, und daß er trotz seiner bescheidenen Verhältnissen nie ein Geschenk annahm. Nun schläft auch er in kühler Erde gebettet, ruhend neben seinen großen Vorgängern tm Amte, denen er sich als würdiger Genoffe erwiesen hat. Außer den erwähnten Landes- und Localrabbinen liegen noch eine Anzahl großer Gelehrten hier, die die ruhmreiche Vergangenheit unserer Gemeinde vervollkommen. Die hiesige Chewra-Kadischa läßt in schuldiger Pietät die Grabsteine berühmter Männer auffrischen, um so diese der Vergeffenheit zu entreißen. llnser Lokalrabbiner Dr. David Feuchtwang hat mit lobenswerthem Eifer gegen 2OO Grabinschriften der berühmtesten Männer und Frauen gesammelt, und wird dieselben wiffenschaftlich und kritisch bearbeiten. Wir zweifeln nicht, daß die hiesige CultuSvertretung, deren Pietät allgemein bekannt ist, dieses Werk fördernd unterstützen wird. ■r H n i e t fl e n. Für dm folgende« Thell ist die Redaktion nicht verentvortllch. Bad-Em». Speisehaustreng ILO, auf Wunsch Pension. Alls Verlangen werden Referenzen ertheilt. «. Leopold, [3870 F r ie d r i ch stra ß e 9. (Ein älterer, tüchtiger, jung. Mann sucht per sofort Stelle als Verkäufer oder Cornptoirist, unter bescheid. Ansprüchen. Branche gleich. Offerten unter L. M. 60 Suhl, Postlagernd. 18984 Ordentliches Mädchen, für Haushaltung u. Kinder, bei familiärer Behandlung, sofort gesucht. Off. unt. F. F. 500 Postlagernd BenS j heim a. d. Bergstr. [3980 j /Luche rel. Dienstmädch, bei bescheidenen Anfprüch. Leichter Dienst, gute Behänd!. Waise bevorzugt. [398s Godlew-ky, Cantor, N e u m a r k t, Oberpfalz.

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