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Der Israelit · 1899-06-08 · Heft 45 (8.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 45 (8.6.1899)
Date
1899-06-08
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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882 den 19. Juni dazu erkaufst den Völckerischon Bleich- Garten hinter der Juden-Mauer, um dardurch ihren Kirchhofs zu erweitern, welches letzter aber nachgeblieben, und sie disen, insgemein den Juden-Bleichgarten, genannten Garten zu ihrem bleichen behalten, biß sie An. 1713 die fünff große Backöfen und über dieselbigen Wohnungen gestanden haben." Diese wenigen Worte geben uns in Kürze die Entstehungsgeschichte dieses Friedhofs, dessen ältester Denkstein au» den Jahren 1272 stammt, (vgl. Horovitz das. S. 92) und der, ein Wahrzeichen au» alter Zeit in die Gegenwart hineinragend, uns erzählt von der großen Vergangenheit der alten Frankfurter Gemeinde, von den Männern, die hier gelebt und gewirkt, und deren Wort weithin gehört und als maßgebend geachtet wurde. Das Bild, das unsere heutige Nummer bringt, läßt uns in das Innere des Friedhofs einen Blick werfen. Die heilige Brüderschaft der Kabronim hat den Sarg der Brüderschaft der Gemiluth-Chassodim am Eingang abgenommen, um dem dahingeschiedenen Glaubensgenossen den letzten Liebesdienst zu erweisen, in langem Zuge folgen Freunde und Verwandte. Es fütb nicht bezahlte Todtengräber und Leichenbestatter, es sind die angesehensten und wohlhabendsten Männer der Gemeinde, die mit großen Opfern an materiellem Aufwand und persönlicher Hingabe die Ehrenpflicht hier ausüben zu dürfen, sich erwerben. Denn eine Ehre war es, in eine dieser Brüderschaften ausgenommen zu werden; vor allem war ein frommer, fleckenloser Lebenswandel die Vorbedingung für die Zulassung zu diesen Vereinigungen. Da» Innere des Friedhofs ist sehr einfach, Steine, nur Steine, Pomp und Luxus liebte man nicht, das Grab des Reichen sollte nicht vor dem des Armen in prunkhafter Ausstattung sich Hervorthun; das Einzige, was man sich erlaubte, war, der Gelehrsamkeit die Huldigung zu erweisen, daß man für die Grabsteine der Gelehrten ein höheres Maß als für die anderen gestattete. Am Auffallendsten wird e» dem Uneingeweihten erscheinen, daß der Zeichner ein Thier auf dem Friedhof umherlaufen läßt. Es ist dies ein „Bechor", ein Erstgeborenes, das von dem Eigenthümer nicht benutzt werden darf; es kam nicht selten vor, daß ein Kohen morgens ein munteres Rindchen vor seiner Thür angebunden fand, dieser schickte e» dann auf den Friedhof, wo es graste, bis es entweder starb oder von einem Gebrechen befallen wurde, das es, während der Tempel noch stand, für die Opferung untauglich gemacht hätte, worauf es dann dem „Kohen" zum Genuß gestattet war. lUber die Mauer hinaus erhebt sich ein dreistöckiges Haus, das ist das alte Gemeinde-Hospital, höchst einfach, bei dem natürlich von einer Anlage nach hygienischen Grundsätzen keine Rede sein konnte; doch war man, wenn man in dasselbe eintrat, über die Peinliche Sauberkeit, die dort herrschte, überrascht, und die Sorgfalt, welche die Kranken, deren es zwar nie viele dort gab, gewidmet wurde, war eine solche, wie sie heute, abgesehen von den medizinischen und hygienischen Verhältnissen der Neuzeit, nicht besser sein kann. Als die Familie Königswarter vor nunmehr zwanzig Jahren der Gemeinde ein neues Krankenhaus in der Außenstadt errichtete, wurde dieses alte außer Thätigkeit gesetzt, und bald mußte es der an dieser Stelle errichteten neuen Gemeindesynagoge den Platz räumen. Mnzetgen. -©g Für Iti folgende« Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. «ür ein junges Mädchen, V aus guter Familie, in der Haushaltung sowie im kaufmännischen Geschäft sehr tüchtig, mit einer Mitgift von 15,000 Mk. wird paffende Parthie gesucht Ein Rohproduktengeschäft könnte ev. mit übergeben werden. Diskretion Ehrensache. Gefl. Zuschriften unter A. Z. 3944 an die Geschäftsstelle dss. Bl. LLin anständiges, junges Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, z. stütze der Hausfrau, neben einem christlichen Mädchen, per 1. Juli gesucht. Off. an [3946 A. Stein, Manufacturgefch., Seligenstadt, Hessen. 8t. Moritz-Bad (Over-Engadin, Schweiz) [344? Pension Edelweiß eröffnet am 15. Juni ■-= _X-i. Bei33Q.a,n.n. Kotei de France Besitzer G. B r o m e t © BAD-EMS. ©^ Anerkannt als streng “ibo. Hotel ersten Ranges, Ganz in der Nähe der Bahn und des Curhauses; Pension nach Uebereink. Res. Sr. Ehrw Herr Bezirks-Ravv D. Weingarten dahier. [3875 Buchhalter u. Korrespondent. gesucht. [3992 Für mein Samstags und Feiertage geschloss. EngroS- Gefchäft suche einen mit doppelter Buchhaltung u. selbstständigem Monatsti. JahreSadschlntz durchaus vertrauten Herrn. Anfangsgehalt Mark 1700. Nur mit prima Zeugnissen versehene Reflectanten, nicht unter 24 Jahren, die durchaus selbstst. arbeiten können, woll. sich meld. an ML J. 109 Hauptpost!. Frankfurt a. M.

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