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Der Israelit · 1899-06-05 · Heft 44 (5.6.1899) · p. Seite 850

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 44 (5.6.1899)
Date
1899-06-05
Page
Seite 850 (sequence 16)
Language
German
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850 it. Hilfvitf «tu* Jt«tt! i Brüder und Schwestern! Ein iNothruf ist es diesmal, der im Namen zahlloser Unglücklichen der heiligen Stadt zu Euch dringt. irrra;vs jtehb Mit erhobenen Händen erbitten wir Euere Hilfe für die schwer heimgesvchten Brüder und Schwestern in der Zionsstadt. Eine im vorjährigen Spätsommer epidemisch ausgetretene Augenentzündung, die mit verheerender Vehemenz in der heiligen Stadt gewüthet, und weder Groß und Klein, noch Jung und Alt verschont, hat viele Hunderte jüdischer Seelen ins Unglück gestürzt, und des theuersten Lebensgutes, des Augenlichtes, beraubt, rathloS standen die hiesigen Aerzte, ohne Helsen zu können, dem Unglück gegenüber, und da wir keinen Spezialisten hier haben, konnten nur Wenige gerettet werden, und zahllose Existenzen mußten der verheerenden Seuche zum Opfer fallen. Das leider mit solcher Wucht hereingebrochene Unglück und Elend hat die gefertigten Gemeinde-Vorsteher veranlaßt, eine Hilfsaction ins Leben zu rufen, und mit Aufbietung aller Kräfte und Mittel einen Arzt aus Egypten zu berufen und eine besondere Klinik zu eröffuen, und arbeitet nun unser Arzt Herr Tr. Nächstem, Augenspecialist aus ' Alexandrien, von früh bis abends, um, wo eS möglich ist, Hilfe und Rettung zu bringen, aber die Zeit 'eines Eontractes ist abgelaufen, und wieder kommt der heiße Sommer, wo es unsere heilige Pflicht ist, unsere Klinik, die eine wahre Rettungsanstalt für die Bewohner Jerusalern'S ist, mit aller Kraft zu erhalten, nnd die nöthigen Hilfsmittel und Instrumente anzuschaffen.' aber leider sind wir nicht im Stande, bei einer durchwegs armen Bevölkerung die nöthigen Kosten für den Gehalt des Arztes, des Personals und der Localitäten aufzubringen. Sollen und dürfen wir, theuere Mitbrüder, das begonmue Hilfswerk einstellen! Angst und Zagen erfüllt uns schon bei dem Gedanken der schrecklichen Eventualität, unsere armen so schwer heimgesuchten Brüder und Schwestern mit ihren kleinen Kindern rettungslos dein Verderben zu überlasten. Brüder und Schwestern! Im Namen des Mitleids nnd Erbarmens, dieser Erbtugend unseres Volkes '22 c’jsm oxrn! Im Namen der Zionstadt! Hm Namen Euerer leidenden Brüder und Schtvestern und ihrer kleinen hilstosen Kinder bitten wir Euch uns Euere Hand zur Hilfe zu reichen, uns beiznstehen, damit unsere schwer geplagten Hände nicht erlahmen und die Klinik nicht zu schließen gezwungen sind, und das begonnene Hilfswerk forrsetzen können bis der Allmächtige seine Geisel von unserer schwer geprüften Stadt abwendet und uns Erbarmen schenkt. Und von Zion soll der Allmächtige eö Euch mit seinem Lohn und Segensfülle vergelten und Euch vor Schmerz und Leid schützen und bewahren. Tie Vorsteher d. Israel. Aschkcnasiin-Gemeinden. Salaman B. Levy, Lazar Spira, Abraham L. Minzberg, David Biedermann, M. N. Wallenstcin. Das gefertigte Verwaltungs-Komitee hat der vorstehenden Bitte unserer Vorsteher und Herrn Rabiner nichts als die dringende Bitte an unseren edelgesinnte Brüder bei -ufügen, diesem Nothruf aus Zion Beherzigung zu schenken, und nicht als Stimme in der Wüste verhallen zu lassen, damit wir das neu eröffnete und mit allen nöthigen Mitteln ausgestaltete Hospital cmj? fipis erhalten und das begonnene Rettungswerk zur Hilfe Tausender leibenden Brüder fortsetzen und dem Unglück steuern können, nnd soll die nitfo allen Wohlthätcrn, zum Segen gereichen. jen. Hilfs Komitee für Augcnleidenden u. Spital O'NtH npi? tn Jerusalem. I. M. Roth, G. N. Broder, N. Meier, I. Slew, S. Roth, I. Eh. Lewy, H. galant, I. N. Lewy, A. S. Lider, Eh. S. Weisenberg. Mit inniger Bttte erlaube ich mir das Herz unserer edlen Brüder, die Gönner Zions u. Jerusalems anzuregen, sich unserer durch eine schreckliche Angen-Enl zündung, welche viele Opfer erforderte, schiver heimgesuchten Armen, erbarmen zu wollen. Wessen Herz wird nicht erschüttert nnd wessen Auge füllt sich nicht mit Thränen bei diesem furchtbaren Unglück und ist es dringend nöthig einen tüchtigen Augenarzt zu unterhalten: vieleicht erbarmt sich der Allgütige und heilt den Bruch Zion's. Das Verdienst dieser großen Mizwah möge allen, die dazu helfen, segnen und beschützen. £3810 Samuel Galant, Oberrabbiner der Aschkenasim-Gemeinde Jerusalem. i\orderiiev. p P- Mit Gegcinväriigem erlaube ich nur meinen werthcn Freunden und Bekannten die Nlitthcillrng, daß ich mein seit 30 Jahren streng rituell geführtes Kofel (& Restaurant an Herrn Iwan Hirsch verkauft habe. Indem ich für das mir geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte ich dasselbe auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll £3931 Guste Cohn. Airschließend an obige Annonce, erlaube ich mir dc.S von Frau E o h n übernommene -wr Atel $ Kcdnurnnt den geehrten Besuchern 'Norderneys bestens zu empfehlen. Das bisher der Frau E ohn bewiesene Vertrauen bitte auch mir schenken zu wollen nnd wird es mein Bestreben sein, für gute und coulante Bedienung zu sorgen. Res. Sr. Ehrto. Herr Landrabbiner Dr. Löb in Emden, welcher auch die Güte hatte Schochet u. Aufsichtsdame zu empfehlen. Hochachtungsvoll Awarr Hirsch. Vcrd-Enrr. Lahnstrahe 21. VILLA CÖL0B1A. Besitzer: I. S. Solomon—Cöln. Mache hierdurch bekannt, daß ich daS frühere Hotel Brommct käuflich erworben habe. Empfehle schöne, luftige Zimmer mit herrlicher Aussicht für die Badesaison. £3960 Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schcn Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.

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