Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 10 (2.2.1899)
- Date
- 1899-02-02
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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WWWWWWWWWWWWWWWWWW'WUHWWMM- XL, JahLgaAg. Zweite Beilage M M 10 -es „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 80. Jan. DaS statistische Jahrbuch der Staat Berlin bringt über die Kriminalität der Juden manch interessanten Ausschluß. Wir entnehmen demselben die folgende Tabelle', in die aber nur diejenigen Verbrechen resp. Vergehen ausgenommen sind, wegen deren iO oder mehr Juden bestraft worden sind. Die eingeklammerten Zahlen betreffen jüdische Personen. Hausfriedensbruch 915 (18), Verletzung der Wehrpflicht 442 (48), Vergehen gegen die Vorschriften beziehungswOse die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern 75 (23), Vergehen gegen die Konzessionspflicht 659 (13), Vergehengegen die Sonntagsruhe 1877 (I Hl), Vergehen gegen die Vorschriften bezüglich der Jmpfgesetze, Krankenversicherung, Unfallversicherung re. 142 (23), Kuppelei 632 (14), Beleidigung 2163 (103), einfache Körperverletzung 13)0 (29), gefährliche Körperverletzung 1831 (30), einfacher Diebstahl 3421 (68), einfacher Diebstahl im wiederholten Rückfalle 665 (14) Unterschlagung t 753 (47), Betrug 1005 (51), Fälschung öffentlicher Urkunden 404 (29), einfacher Bankerott 42 (15). Unter allen Rubriken zusammen wurden verurtheilt 22,020 Personen, davon 807 Juden. Da die Juden ln Berlin 5 pCt. der Bevölkerung bilden, so hätte man erwarten dürfen, daß von ihnen 1101 Personen wegen Verbrechen bestraft worden wären, es sind nur 807, d. h. 70 Prozent, das Resultat ist also sehr günstig. Sieht man obige Tabelle durch, so fällt sofort auf, daß die Juden den Durchschnitt i bertreffen nur bei den kaufmännischen Vergehen, die die Beschäftignng von Arbeiterinnen, ferner die Sonntagsruhe, endlich die Versicherungsvorschriften betreffen. Sonst noch bei einfachem Bankerott, doch ist hier die Zahl der Fälle überhaupt sehr gering, und bei Verletzung der Wehrpflicht, in dem letzteren Falle erklärt es sich durch die starke Auswanderung der Juden. Vorbestraft waren von diesen 807 Juden 291 Personen gleich 36 pCt., während überhaupt 11,151, d. h. 52 pCt. vorbestraft waren. Dre Zahl der gewohnheitsmäßigen Verbrecher ist also bei den Richtjuden viel größer als bei den Juden. Roch mag hinzugefügt werden, daß im städtischen Arbeitshause in Rummelsburg sechs Juden als Korrigenden unter 970 Korrigenden sind, also eine sehr geringe Ziffer. -d- München, 30. Jan. Der Rechenschaftsbericht der gemeindlichen Wohlthätigkeits-Kasse pro 1898 besagt: Nachdem aus den Einkünften der Gemeinde und namentlich auch aus den Cultusbeiträgen der Mitglieder keinerlei Aufwendungen für Wohlthätigkeitspflege gemacht werden dürfen, wurde unabhängig von der eigentlichen Gemeindekaffe eine besondere Wohlrhätigkeitskaffe geschaffen. Aus dieser Kasse werden dahier wohnhaften israelitischen Armen zweimal im Jahre Beiträge zum Wohnungsmiethzinse und in dringenden Bedürfniffen sonstige Unterstützungen gewährt. Ausnahmsweise werden auch nicht hier wohnhafte Arme, für welche in erster Linie die Fürsorge des Fremdarmenvereines eintritt, mit Spenden bedacht. Unter den Einnahmen figuriren: Aetivrest aus dem Vorjahre Mk. 4870 83, Gebühren für das Aufrufen zur Thora Mk. 182.—, Erträgniß der Spendenbüchsen in der Synagoge und am Friedhofe Mk. 1786.74, Antheil von dem Erträgniß der zweimaligen Sammlungen innerhalb der Gemeinde Mk. 1483.90, direkt eingegangene sonstige Spenden Mk. 5347.30, Antheil an dem Erträgniß der Neujahrs-Enthebungen Mk. 1813.—, Erlös aus den Eintrittskarten zur Besichtigung der Synagoge Mk. 66.—, Zuschüsse aus verschiedenen Wohlthätigkeits-Stiftungcn Mk. 910.28, Zinsen aus vorübergehend angelegten Geldern Mk. 66.33, zusammen Mk. 16 526.38. Unter den Ausgaben werden aufgeführt: Beiträge zum Wohnungsmiethzinse Mk. 6565, Unterstützungen an hier wohnende Arme Mk. 2998, Gaben an nicht hier wohnende Arme Mk. 2425.05, zusammen Mk. 11 998.05. Es stellen sich sonach die Einnahmen auf Mk. 16 526.38, Ausgaben Mk. 11 988.05, so daß ein Aktivrest von Mk. 4538.33 verbleibt. Der Betriebsfonds der israelitischen Waisenstiftung weist pro 1898 aus: Einnahmen: Zinsen aus den angesammelten Kapitalien Mk. 10 370.21, Ausgaben: Erziehungsbeiträge für 24 Kinder Mk. 5976.25, Auflagen auf Legate re. Mk. 568.67, Stückzinsen und Coursverluste Mk. 204.40, zusammen Mk. 6742.32. Es stellen sich sonach die Einnahmen auf Mk. 10 370.21, die Ausgaben auf Mk. 6749.32. Der Aktivrest mit Mk. 3620.89 wird dem Stammfonds einverleibt. Nach dem 1897r Rechnungs-Abschluß betrug der Stammfond Mk. 279 316.88, Schenkungen, Legate, Einkaufsgelder Mk. 13 027.50, Coursdisserenzen Mk. 296.—, Ueberschuß des Betriebsfonds Mk. 3620.89,