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Der Israelit · 1898-11-14 · Heft 90 (14.11.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 90 (14.11.1898)
Date
1898-11-14
Page
– (sequence 12)
Language
German
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;.r 1676 für bie i&cqrünbuiu] einer hebräischen Slderbau 6oto nie auf dem im Gouvernement Bessarabicn belcgenen, dem Baron Horace Günzburg gehörigen Gute Dshenan- Abad. Des weiteren Interesses wegen, welches diese Gründung jedenfalls beansprucht, seien hier die wesentlichsterr Bestimmungen der vonr Minister des Innern bestätigten Regeln wiedergegeben. Im genannten Gute des Barons wird eine siOOTessjaritten große Andsiedctung von Ackerbau treibenden Hebräern gebildet, indem 400 Dessjatinen in einzelne HofSparcellen, jede 2t) Dessjatinen groß, getheilt werden, die übrigen 100 Dessjatinen jedoch als gemeinschaftliches Weideland und für Reservcparcellen reservirt bleiben- Die Ansiedelung trägt den Namen „Rossijanka." Die Ansiedler werden vornehmlich aus Hebräern gewählt, welche den (5uriuö einer landwirthschaftlichen Schule oder Farnr, oder eine gartenbauforstwirthschaftliche oder dem ähnliche Schnle absolvirt haben. Ebenso werden auch Hebräer angenommen, welche tadellos ihren Militärdienst und einige Kenntnisse in der Landwirthschart besitzen. In jedem Falle erhalten Hebräer nur großen Familien den Vorzug vor solchen mit kleinen Familien und die nähere Auswahl hängt von Baron Günzburg, refp. dessen Erben ab. Jeder Ansiedler muß die nöthigen Mittel zur Erwerbung des todten und lebenden Inventars haben und es wird mit ilmi von der Gutsverwaltung ein besonderer Eontract geschlossen, in welchem seine Rechte und Pflichten genau stipulirt werden. Außer den Steuern für die wirthschaftlichen und anderen allgemeinen Bedürfnisse der Ansiedelung muß auch eine besondere Dessjatinensieuer für die Unterhaltung einer Elementarschule gezahlt werden. In den ersten vier Jahren haben die Ansiedler keine Abgabe für die Benutzung des Landes zu zahlen. Vom fünften Iabre an aber müssen sie 6 pEt. jährlich von dem Tarationswerth ihres Landantheiles und der ihnen übergebenen Gebäude entrichten, in welcher ^umme 2 pEt. Amortisation einbegriffen sind, so daß nach 28 Jahren der Gesammtwerth des Landes und der Gebäude gedeckt wird und den Ansiedlern dann Kaufbriefe über die von ihnen eingenommenen Parcellen ausgestellt werden. Die Ansiedler sind verpflichtet, das Land persönlich und ohne angenommene Arbeiter zu bearbeiten und dürfen auch nicht ihre Landantheile anderen Personen, auch wenn dieselben ebenfalls Ansiedler sein sollten, in Arrende vergeben. Tie Gutsverwaltung hat das Recht, bei den Andsiedlern junge Hebräer von 18—18 Jahren als Arbeiter zu placiren. Die einzelnen Parcellen dürfen vor Tilgung der ganzen Kaufschuld nicht getheilt werden. Die Ansiedler haben in keinem Falle das Recht, auf den ihnen abgetretenen Parcellen Handels- oder Industrie-Anstalten au eröffnen und die Verletzung dieser Bestimmung zieht die sofortige Lösung des Eontractes nach sich. > Personalien. ~f tfu# der Provinz Posen Am rvB'frra raty feierte das Simon Simonische Ehepaar in Moschin das seltene Fest der Diamant-Hochzeit. Von Nah und Fern erhielten die Jubilare Glückwünsche. Die Königliche Regierung zu Posen hatte Simoni durch ein Geschenk ausgezeichnet und auch die Synagogengemeinde zu Moschin will nachträglich ein solches übersenden. Simon Simoni. ein hoher Achtziger, ist noch so rüstig, daß er zeitweise noch sein Schuhmacherhandwerk betreiben kann. An den D’NDJ D’D’ betet er feit ca. 30 Jahren das mrw:®ebet als im rv^K' vor. Der Lebensabend des alten Mannes wird nur durch den leidenden Zustand seiner Frau getrübt, welche seit mehreren Jahren vollständig erblindet ist. In Knittit starb penm 'n tut hohen Alter von ol Jahren 1)1 i'nn p ooupp di unio Davidsohn 7"Ll. Der s1^cvblid>enc stammle ans Jnowratzlap und bat sich dorl und auf sonderen np&" der Provinz Posen, von welchen heute leider leine mehr vorhanden ist, einen reichen Schatz von iiiti-Kenntnissen erworben. Ans antodidaktischem Wege hatte sich der Verstorbene auch recht viel profanes Wissen ungeeignet. Im Manncsaltcr siedelte 7") DiauiM 31 nach Ezarnikaii über, wo er ausschließlich .Tvn lernte und lehrte Er Ullkerrichiete sowohl Kinder als aitch die reifere Jugend in unserer heiligen Lehre und gar mancher Volksschullehrer in der Provinz Posen, welcher die Präparandenanstalt in Ezarnikati besucht hat, verdankt ihm sein hebräisches Wissen. Vor einigen Jahren schwächte sich die Sehkraft des alten Mannes mtb er zog zu seinen: Sohne nach Kurnik. Hier wurde er noch von einem schweren inneren Leiden befallen, welches seinem Leben ein Kiel setzte. Am Grabe sprach Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bamberger "‘3 aus Schrimm. In schöner Rede wurde der Traucrverfammlung das vebenöbild des Entschlafenen vor Angen geführt. Besonders hob Herr Dr. Bamberger '"1 hervor, war es für den alten Vater eine hohe Freude einen Sohn zu besitzen, welcher der häuslichen Erziehung entsprechend, seinen Lebenszweck ebenfalls im Studium der Gotteslehre und der Erfüllung pon niLQ erblickt und als Kiiltusbeainter in Kurnik schon viele Jahre segensreich thätig ist. Möge daS Andenken des Entschlafenen zum Segen sein. >1 PSfin. > ÄermischteL. «4 Breslau, 11. Nov. (E o h n.) Die antisemitische „Staatsbürger Zeitung" ist in der seltenen Lage, in einem längeren Leitartikel das Wort für einen Mann mit denk ihr verhaßten Namen E ohn ergreifen zu müssen. Der betreffende Eohn ist Ehrisr und stammt, wie daö Blatt versichert, aus einer alten germanischen Schäferfamilie. Er fühlte sich als Ehrist durch seinen Familiennanien genirt und erstattete an den Polizeipräsidenten von Berlin das Gesuch, seinen Namen in Köhm oder Archibald ltmwandeln zu dürfen. Dieses Gesuch ist nun merkwürdigerweise abgelehnt worden Darüber ist in der „Staatsbürgerz.", um in ihren: Jargon zu reden: „Groß Gesaires". Prag. Der Großindustrielle Herr Michael Benies und seine Gemahlin Frau Angelique Benies haben anläßlich des Ablebens ihres Töchterchen Gretchen zu verschiedenen Humanitären Zwecken den namhaften Betrag von 12,500 fl. gespendet, davon 10.000 fl. dem Kreuzerverein zur Unterstützung israelitischer Waisenmädchen und 2800 st. verschiedenen andern israelitischen Wohlthätigkeitsvereinen ~ Frau L. Aschkanasi Odessa spendete 80,000 Rubel zur Gründung einer chirurgischen Abtheilung im jüdischen Kran kenhaus mit sämmtlichen Einrichtungen, Instrumenten u. s. w. Todesfall 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, während der | Inventur .Liquidation. 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