Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1898)
- Date
- 1898-10-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1600 die Möglichteil versetzt, sich eine neue Existenz zu schaffen. Ungefähr vierzig Familien, welche Verwandte in Amerika haben, bekamen die Neisespesen; einige dreißig Familienväter im Alter von 25—42 Jahren wurden für die Rothschild-Gutmann'schen Kohlenbergwerke bestimmt. Zwei hervorragende Bergbauingenieure und Direktoren großer Bergwerke haben über die Brauchbarkeit der jüdischen Bergarbeiter sehr werthvolle Gutachten abgegeben. Amerika.? Philadelphia. Am 25. September fand die 29. Generalversammlung der United Heforew Charities in unserer Gemeinde statt. Obwohl die Juden in Philadelphia bei weitem nicht so zahlreich sind als in anderen Städten der Union wie in Rew-Dork und Chicago, so sind doch ca. 150,000 M. zur Veriheilung gelangt und außerdem große Quantitäten Kohlen, Kolonialwaaren x. an die Bedürftigen ausgetheilt worden. — Die Einwanderung von Juden in unserem Hafen nimmt ständig ab; 1895 kamen noch im Monat August 462 Personen unseres Glaubens, 1896 schon nur 266, im folgenden Jahre 240 und im August dieses Jahres sogar nur 225. Davon kamen 147 aus Rußland, 41 aus Galizien, 16 aus Ungarn, 10 aus Polen und 11 aus anderen Ländern. Unter den Einwanderern waren 139 männlichen und 66 weiblichen Geschlechts, davon 41 auf Billets, die ihnen von ihren Verwandten, welche schon in Amerika wohnen, nach ihrem Heimathlande geschickt werden waren. Afrika.? Südafrika. Rev. Dr. Hertz, der aus Syracuse in Nordamerika nach Johannis bürg berufene Geistliche, wurde am 21. Sept. in sem Amt als Rabbiner der Old Hehrem Congregation eingesührt. An der Ceremonie nahmen viele angesehene Persönlichkeiten auch von der nichtjüvischen Geistlichkeit Theil. Die politischen hiesigen Blätter, von welchen ich der Redaciion des Israelit einige einsende, brachten zum Empfang des Rev. große Leitartikel an erster Stelle. — Die große Roth, die hier noch immer herrscht und fortdauert, weil die Geschäfte sehr still sind und die ärmeren Klassen wenig oder gar nichts verdienen, kommt auch im Budget unserer Wohlthätigkeiisanstalten zur kraffen Erscheinung. So weist der Bericht des jüdischen Frauenvereins in Johannis - bürg eine Ausgabe von ca. 9000 Mk. auf gegen ca. 3000 deS vorigen Jahres. — In Capstadt ist Rev. Bender zum Friedensrichter gewählt worden. — In Buluwayo wurde in einer Gemeindeversammlung am 18. Sept. nach langer Diskussion beschloflen, keinen zionistischen Verein, sondern einen Zweigverein der Chowewi-Zion zu begründen. I Vermischtem. Bifchweiler, 25 Ott. Vor einigen Zahrzehnten, als die hiesige israelitische Gemeinde noch gam klein war, wurde sie dem Rabbiner von Schirrhofen zur Mitverwaltung übertragen, und bei Lebzeiten des unlängst verstorbenen Rabb. tfetn) dachte Niemand an eine Verlegung des Sitzes des Rabbinats. Die Umstände liegen heute anders. Die israelitische Gemeinde Bifchweiler ist gegenwärtig bereits an Zahl etwas stärker als die Muttergemeinde Schirrhofen und besitzt eine schöne Synagoge und einen eigenen Fried- Hof, und strebt daher die Verlegung des Rabbinats nach unserer Stadt an. De n Rabbiner, dem ja ebenfalls der israelitische Religionsunterricht an mzserer Realschule übertragen wird, dürfte eine Aenderung in besagtem Sinne, besonders wenn er schulpflichtige Kinder hätte. alctcbfaU* angenehm sein. Doch find in der Angelegenheit entscheidende Schritte noch nickt gethan. Birnvaum, 27. Cct. Zu meiner größten Freude kann ich Ihnen von einer hier stattgehabten großen politischen Umwälzung Kunde geben. Birnbaum, vor einigen Jahren noch als Hauptsitj antisemitischer Radaubrüder bekannt, ist so weit zur besseren Einsicht gelangt, daß es heute, bei der Landtagswahl nur liberale Wahlmänner durchbrachte. Ja, selbst der einstige Antisemitenführer trat öffentlich, auf Unkosten der Eonservativen, für den Liberalismus ein. Fast unglaublich aber reine Wahrheit! Letzte Nachrichten. Mainz, 31. Ott. Unter ungeheurer Betheiligung wurde Herr Oberrabbiner Tobias Tal—Haag nach portugiesischem Ritus zu Grabe getragen. Da wegen des morgigen katholischen Feiertags unsere Offizin heute schon frühzeitig geschlossen werden muß, behalten wir uns die eingehende Würdigung des großen Todten fn sowie die Schilderung des Leichenbegängnisses für die nächste Nummer vor. Briefkasten der Expedition. M. S. in S.: Betrag von Mk. 1.07, A K. O r Betrag von st. 1.50, und M M. in L: Mk 5. dankend erhalten. S. W in «v: Betrag von fl. 2.50 dankend erhalten- Artikel sind uns willkommen. Frl. 3-JÖin B.: Betrag von Mk. 5.70 erhalten. PF Der heutigen Nummer liegt eine Extrabeilage der Buchhandlung von I. «auffmann in Frankfurt a. M. bei, welche wir der besonderen Aufmerksamkeit unserer geehrten Leser empfehlen. Todesfall 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, wahrend der Inventur-Liquidation. üniter auf Verlangen franco ins Haas. Modebilder gratis. eines Theilhabers und Neu-Uebernahme veranlassen uns zu einem - wirklichen Ausverkaufsammtl, Bestände in Damonkleiderst. f. Winter, Herbst,Frühjahr u. Sommer, u.öfter, beispielsw.: 6 Met. solid. Winterstoff z. Kid. für M. 1.80 0 „ „ Santiagostoff ,, „ „ „ 1.80 . ,, Negligest. u. Velourst. „ ,, iS.70 6 „ ,, Halbtuch „ ,, Ä.85 sowie neueste Eingänge der modernsten Kleideru. Blousenstoffe für den Winter, versenden in einzelnen Metern, b. Auftrag, v. 20 Mk. an l'rco. Oettinger u. Co., Frankfurt a. 91. Versandthaus. Stoff z. g. Hm.-Anzug M. 3.751 m. 10 Pro*. Cheviot „ „ „ 5.85/extra Hab.