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Der Israelit · 1898-07-28 · Heft 59 (28.7.1898) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 59 (28.7.1898)
Date
1898-07-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIX. Jahrgang. Zweite Beilage M M 59 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. v. Berlin, 22. Juli. Von besonderem Interesse ist natürlich sür uns das soeben erschienene erste Heft der Mittheilungen der Deutschen Orient- Gesellschaft. Es wird darin über die 1. Sitzung des Vorstandes vom 15. v. Mts. berichtet. Geheimrath Professor Dr. Sachau erstattete einen ersten vorläufigen Bericht über seine archäologische Forschungsreise in Babylonien und Assyrien während des Winters 1897/98, die ihm durch Verfügung des Ministeriums Dr. Bosse vom 23. Oktober 1897 aufgetragen und für welche ihm der Lehrer an der Baugewerkschule zu Görlitz, Herr Dr. Koldewey zur Beurtheilung baugeschichtlicher und kunsthistorischer Gesichtspunkte sowie zur Erledigung technischer Fragen beigegeben war Die Reisenden verließen Berlin am 27. Oktober 1897. Die Reise in Babylonien dauerte vom 27. Dezember bis zum 24. Januar, die Reisen weiter nördlich im eigentlichen Assyrien vom 9. Februar bis zum 16. März. Geheimrath Sachau schilderte einige der größten und ältesten Ansiedelungen der Menschheit in jenen Ländern nach ihrem gegenwärtigen Befund und bestätigt seinerseits den gewaltigen, von früheren Reisenden hervorgehobenen Eindruck. Des Näheren wurde auf die gewaltigen Trümmerstätten von Niniveh und Babylon eingegangen und die hohe Bedeutung der von früheren Forschern durch langjährige Ausgrabungen daselbst gewonnenen zahlreichen Denkmäler dargelegt, Denkmäler aus der Zeit der großen Könige Assyriens, welche im 7. und 8. Jahrhundert vor Stiftung der christlichen Religion zuerst ein Weltreich von Tigris bis zum Nil sammt seinen militärischen und bürgerlichen Institutionen schufen, oder aus der Zeit des großen Bauherrn Nebukadnezar oder älterer Fürsten in den verschiedenen Landschaften Babyloniens. Die Frage, an welchem Punkte die Gesellschaft ihre Ausgrabungen beginnen soll, wurde auf Grund der Vorschläge des Herrn Vorsitzenden eingehend nach den wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten erörtert und in völliger Nebereinstimmung eine Wahl getroffen, welche später mit Angabe der näheren Gründe bekannt gegeben werden wird. W. Breslau, 22. Juli. Eine interessante Entscheidung hat, nach der „Allg. Zeit, des Judenthums" jüngst unser Vorstand gefällt. Ein Herr hatte sich an denselben beschwerdeführend gewandt. weil unser Friedhof am Sabbat geöffnet ist, während er in Berlin und anderen Orten geschloffen bleibt. Die Antwort des Vorstandes lautet: „Breslau, den 22. Mai 1898. Auf die Vorstellung vom 20. d. M. erwiedern wir Ihnen, daß die Herren Rabbiner unserer Gemeinde in einem von ihnen vor nicht langer Zeit erforderten Gutachten übereinstimmend sich dahin geäußert haben, daß religiöse Vorschriften dem Besuche des Friedhofes au Sabbaten und Festtagen nicht entgegenstehen. Es fehlt somit an einem ausreichenden Grunde, welcher ein darauf gerichtetes Verbot rechtfertigen würde. Der Vorstand der Synagogen- Gemeinde. Pringsheim. Sachs." O e st e r r.- U n g a r. M o n a r ch i e. 61'. Czernowitz, 20. Juli. Freitag, den 15. Juli l. I. fand im hiesigen israelitischen Tempel die Feier der 25jährigen Wirksamkeit des Rabbiners Herrn Benjamin Weiß statt. In allen Kreisen der Bevölkerung gab sich ein lebhaftes Interesse für dieses Priesterjubiläum kund. Hat es doch Rabbiner Weiß stets verstanden, durch seine Klugheit, sein consiliantes Vorgehen, sein umfassendes talmudischcs Wissen und nicht zuletzt durch seine Menschenkenntniß nicht allein sich viele Sympathien zu schaffen, sondern auch großes Vertrauen zu wecken. Wir erinnern nur daran, welchen Ansehens dieser Herr sich beim Landespräsidenten Alesani erfreute und wie viele hunderte Personen ihre materiellen Interessen seinem Schiedssprüche anvertrauen. Rabbiner Weiß ist im Jahre 1842 zu Janow in Galizien geboren. Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Studien wurde er, kaum 23 Jahre alt, im Jahre 1865 als Rabbiner nach Knihveieze berufen, in welcher Stellung er acht Jahre verblieb, bis er im Jahre 1813 in gleicher Eigenschaft nach Ezernowitz berufen wurde. Der Jubilar, bedeutend auf dem Gebiete hebräischen Wissens, hat eine Reihe kleinerer und größerer Werke in hebräischer Sprache verfaßt. Als der Kaiser unsere Stadt im Jahre 188" besuchte, widmete Rabbiner Weiß demselben ein Werk, aus welchem Anlässe er mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet wurde. Auch sonst wurde ihm sowohl vom Kaiser, als auch von der Königin Victoria und vom verblichenen Kronprinz Rudolf für ihnen gewidmete Werke der Dank ausgesprochen. Sein letztes großes Werk führt beit Titel „Eben J'karah" und behandelt rabbinisch-fachmännische Fragen. Dasselbe hat in den jüdischen Gelehrtenkreisen eine höchst freundliche Aufnahme gefunden. X. Lemberg. Wie verlautet, soll das Stanorecht in Galizien schon am 1. August und der Aus-

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