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Der Israelit · 1898-03-31 · Heft 26 (31.3.1898) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 26 (31.3.1898)
Date
1898-03-31
Page
– (sequence 21)
Language
German
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77 Alliance Xsraelite Universelle. Schalen. Seit einigen Monaten besichtigt Herr Benedict, ein Beamter des Sekretariats, der 1896 die Hauptschulen der Alliance in der europäischen Türkei und in Bulgarien besichtigt hat, die Schulen und Anstalten der Gesellschaft in Syrien. Seine Berichte, die so gewissenhaft und zutreffend waren, dass das Central - Comit6 ihn beglückwünschen konnte, können an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden, weil sie zu umfangreich, zu speciell und stellenweise technischer Natur sind. Dank seiner nützlichen Angaben konnten zahlreiche merkliche Verbesserungen in den verschiedenen Theilen der Schulen veranlasst, auch viele neue Schulen eröffnet werden; andere sollen demnächst hauptsächlich in Tiberias, einem der vernachlässigten Centren von Palästina, eröffnet werden. Die Schule von Jerusalem war der Gegenstand eines besonders langen Studiums. Seit langer Zeit stand es fest, dass die Dienste, welche die Anstalt leistet, in keinem Verhältnisse zu den Kosten stehen, die sie veranlasst. Die eigentliche Schule hatte nur 120—140 Schüler, die Einrichtung der Ateliers und des Internats Hessen zu wünschen übrig. Herr NissimBehar, der hervorragende Direktor, der die Anstalt mit bedeutender Anstrengung geschaffen hat, fand wegen seiner Sorgen um die vielen allgemeinen Interessen, die ihm oblagen, nicht die Zeit, sich mit den einzelnen Theilen der Schule sorgfältig zu beschäftigen. Seine Gesundheit zwang ihn, nach dreijähriger ununterbrochener Arbeit, trotz seiner Ausdauer, sich einige Schonung zu gönnen. Seit einigen Monaten hat das Central-Comitö ihm für die Leitung der Ateliers einen jungen Ingenieur beigegeben, der die Pariser israelitische Schule und die Gewerbeschule von Chalons besucht hat, und sich dann in verschiedenen Pariser Häusern unter Aufsicht der A11 i a n c e praktisch ausgebildet hat. In Folge der Berichte des Herrn Benedict hat das Central-Comite beschlossen, die eigentliche Schule bedeutend auszudehnen. Die israelitische Bevölkerung von Jerusalem zählt 35 bis 40,000 Seelen. Um die schulfähigen Kinder zu unterrichten, sind viele Schulen nöthig, jedoch giebt es nur eine ungenügende Zahl, die den modernen Anforderungen genügen. Es ist Sache der Alliance, der Menge Kinder Unterricht zu verschaffen, die, soweit sie nicht den Versuchungen der christlichen Missionen erlagen, in elenden jüdischen Schulen verkümmern. Das Central-Comite will daher nach und nach alle sich meldenden Kinder in die Schule der Alliance aufnehmen. Sobald dieser Entschluss bekannt war, stieg die Schülerzahl von 140 auf 300. Man wird bei dieser Zahl stehen bleiben, bis man neue Schüler ausgebildet hat. Sobald die neuen Klassen ausgebildet sind, wird man wieder zur Aufnahme schreiten. Die nützliche Frühstückseinrichtung, die wir der Freigebigkeit der Baronin Hirsch verdanken, hat es ermöglicht (und wird es weiter ermöglichen), den vielen armen Kindern eine gnte Mahlzeit zu liefern. Um eine so grosse Zahl zu lenken und zu unterrichten, brauchte man einen Mann, der sich lediglich damit beschäftigt. Das Central- Comite hat diese Aufgabe Herrn MeyerLevy anvertraut, der im Unterricht schon viele Erfahrungen hat. Die Ateliers stehen unter Herrn Antebi. In den Ateliers giebt es Lehrlinge aus verschiedenen türkischen und bulgarischen Städten, welche das Central-Comite dorthin gebracht hat, damit sie das daselbst erlernte Handwerk später in ihrer Heimath ausüben. Für diese Lehrlinge musste ein Internat geschaffen werden. Das Internat wurde jetzt vielfach erneuert. Das Central-Comitö hat 50,000 Frcs. für den Neubau von Schlafsälen, Küchen, Refektorien etc. bestimmt. Die Zahl der Internen ist d r e i s s i g. Sie werden Schmiede, Schreiner, Klempner und Lithographen. Das Internat und die Wirthschaft sind Frau Antebi an vertraut, die seit mehreren Jahren als Lehrerin im Dienste der Alliance steht. Herr Nissim Behar kann jetzt seine ganze Kraft dem Interesse des Judenthums in Palästina widmen, einem Werke, dem er sich ganz hingiebt. Er wird so grosse, unschätzbare Dienste der gemeinsamen Sache und der Alliance leisten. In Jaffa, Beyrut und in Jerusalem besuchten viele Kinder die Missionsschulen. Den Anstrengungen der Alliance, unterstützt von einer jungen jüdischen Gesellschaft in Jerusalem, ist es gelungen, diese Kinder den vielfachen Versprechungen der Mission zu entreissen. In Jaffa sind 150 neue Schüler in die Schule der Alliance eingetreten. Fräulein J o f ö, die Lehrerin der Mädchenschule von Jaffa, hat zu diesem so nützlichen Werke viel beigetragen. In Beyrut hat die Knabenschule unter der Leitung des Herrn Cazäs ihren Bestand verdreifacht. Sie hat jetzt 350 Schüler;

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