Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1898)
- Date
- 1898-09-08
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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1334 Der jüdischen Frau ist im Rathe der Mnnucr Sitz und Stimm« gegeben worde». Dieses ihr gewährte stk c ch t legt ihr die Pflicht auf, ihre ganze Kraft eiuzusetzcn, um das große ^li>crf zu fördern. Die jüvischc Frau, die ihren Mann unter dem Drucke geschriebener und ungeschricbcncr (besetze so schwer leiden sieht, die jüdische Frau, der der ungeheure Schmerz zugcfügt wird, ihre Kinder schon im zartesten Alter unter Verhältnissen leiden zu sehen, die ihr junges i'cb n vergiften und ihr G müth fürs ganze Leben veibittern, die jüdische Frau, die ein feines Ohr für die gesellschaftliche Aechtung hat, die für sic und die Ihrigen ein neues, undurchdringliches hc11 o geschaffen hat, die jüdische Frau wuide sich ein schweres, nie wieder gut zu machendes Vergehen zu Schulden koiinnen lassen, wenn sic sich nicht nach gut jüdischer, von unseren Vorfahren geübter Art ungesäumt an die Seite des Mannes stellen würde, um vereint mit ihm zu schupfen und mit Gottes Hilfe zu siegen. Zu siegen im Zeichen des Zionismus! Denn der Zionismus ist das Iudciithum. Der Zionismus und nur er allein kann einem Zustande ein Ende machen, der unerträglich geworden ist und -- wenn nicht alle Zeichen trügen — noch unerträglicher zu werden verspricht. Das der Fraucuthntigkcit zugcwicsciic Gebiet im Zio nismus ist ein großes. Die jüdische Frau soll dafür sorgen, das; die jüdische Jugend in der jüdischen Religion und in jüdischem Geiste erzogen werde : Die jüdische Frau soll Mitarbeiten an der Restauration und an der Eonscrvn ling unsrer nationalen Güter: Die jüdische Frau soll tief in den Schoß der Familie tragen, was der Zionismus ist, ivas er will mib wie er das angestrcbte Ziel n reichen will.- Die jüdische Frau soll eifrig Mitarbeiten an der Gr obcrung jener Festungen, die eine engherzige Sophistil und egoistischer Jndissercntisnius gegen den Zionismus ariszurichten sich erkühnt hat. Die endesgefcrtigten Frauen, Dclegirte und Gäste des 1l. Baseler Konarcsscs haben sich als provisorisches Komitee zur Schaffung eines Weltvercines jüdischer Frauen mit dem Sitze in Wien und Zweigv. reinen überall, wo cs c n jüdi schcs Gemeinwesen gibt, eonstituirt i.nb erwarten, das; alle jüdischen Frauen sich diesem Vereine anschlicßen werden. Jüdische Flauen laßt cs Euch nicht zweimal sagen, ivas Eure Pflicht ist. Das p r o v i s o r i s 6> c K o m i t c e. < Folgen die Nannn) Daraus spricht Herr Rabbinel Di. Rülf: Dieser Kongreß neigt sich seinem Ende zu. Wie ein erlösendes Wort ist es aus den; Munde dieseredlen Frau gekommen > ach der Unbill, die wir in letzter Stunde erfahren mußten. Ich hätte noch vieles zu sagen, aber die vorgerückte Stunde verbietet mir dies. Sie haben hier ans freiem Boden getagt: nehmen Sic sich die Worte des Dichters zir Herz.»: „Wir wollen sein ein einzig Voll von Brüdern, In keiner Roth uns trennen und <^,-sahr. Wir wollen trauen aus dcn höchsten Gott, Und uns nicht fürchten vor der Blocht der Menschen " (Beifall.» Seid Eurem Schöpfer dankbar, daß er (such Mänucr erweckt hat, wie das Präsidium hier, das mit ganzer Aufopferung der Sache dicul, und das Niemanden zu Liebe und Niemanden zu Leide die Verhandlungen geführt hat. (Großer Bcifall). Noch einmal bevor wir scheiden, seid einig, seid einig, und der einig-einzige (sott wi'.d unser herrliches Werk zum Ziele führen. Diese Männer at-er, die (vollen wir hier feiern durch ein drciinaligcs Hoch. Unser gcschäfts führendes Präsidium lebe hoch, boch, hoch!! (Ebenso läßt der Redner die Herren Nordau, Gastcr, Mandclstamm hochleben, was die Versammlung mit großer Begeisterung aus nimmt.) Das Schlußwort spricht Herr Dr. Herzt: Ich habe, in dem ich die letzten Worte an Sic richte, der Pflicht der Dankbarkeit zn genüge», iiibnn ich dcn Be Hörden und dein Volk von Basel nascrn herzlichen Dank ausdrücke für oie f eundlichc Gesinnung, die sie auch dem heurigen Kongreß erwiesen. Ich richte meinen Dank an die Velstimmctten, die mit solcher Thcilnahme unserer Konferenz gefolgt sind imb auch die uns Fernstehenden weiden daraus die lleberzeugung geschöpft haben, daß unsere Beivegrmg die Fheilnahmc der ganzen Menschheit verdientst-s muß ein nicht gewöhnlicher (Gedanke sein, durch den nur die grössten Schmerzen und die grösste Seligkeit haben. Der Zioiiieuniis ist nicti! nur eine leanrige stkoihlveudigkcit, sondern auch ein sehr glorreiches Ideal. Der zweite Zionisten Kongreß ist zn (v,ibc (Brausender Beifall) Schluß 41/_, Uhr Morgens. Nnzetgen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich AO»O«OG»WG«G ^^tesucht e. rclig Köchin, v” vei junge» Eheleuten, in einer Schlachterei. Offerten an Cohen, Altona. Gr Wilhelminen stratze 7. j34st ^uche ans sofort ein tnchligcS Mädchen, welches einen Haushalt selbstständig führen und auch etwas Hausarbeit mit übernimmt. S. fRofenbevQ, Dorstfeld. [5366 gliche zum 1 rfrobcr d. I einen jungen Mann, tüchtiger Viehhändler. A. Ttein jr., Vichhaurluirg, Mühlhausen i Th., Sleiinreg ~>1. [r>3:>4 Ött8»npfnl)tit und GkgeiIMll,!mciIcrxi,ci>, zu hohem Preise zu kaufen gesucht. Offerten u. 4X36 an die Geschäftsstelle d. Bl ^cr Mitte Oclobcr oder später suche für niciii Ntaiiufact u. Eolouialwaar.- Geschäft einen EehnÜng mi> gut. Schulbildung. Samstags u. Feiertage streng geschlossen. M. F. Goldschmidt, Eldagsen, Hannover. ür ein an jüdischen Feiertagen streng geschlossenes Bankgeschäft, an einem uu> deutschen Plage, tu ter stkähc voit Frauksurt a. M., ivird c Lehrrltrrg. mit guten Schulkenutnissen gesucht. Osserten u. D'. X.. ^385 an Rudolf Moffe, Frairkfurt a. M._1323a