Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 14-15 (17.2.1898)
- Date
- 1898-02-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIX. Jahrgang. M 14 L IS Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodore Zudenthum. Begründet von Dr lelrmatm in Mtmtrrr Donnerstag, den 17. Februar 5658 (18S8). Wegen der Montag und Dienstag hier statthabenden loealen Feste erscheint JBr®* die nächste Nummer dieses Blattes erst Mittwoch den 23. Februar. und zu halten für alle Zeiten unsere Aufgabe sein Km Eine Mnetr abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat W Han H auf den „Israelit4*. Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Erprdililln des „Israelit". Leitender Artikel. Frühlingsstürme. Von Leopold Anfänger—W i l l m a r s. Die Stürme des Frühlings umtosen uns mit Macht, aber wie sie auch wüthen, sie erregen nicht Furcht und Bangen, nur Hoffen und Sehnen nach den schönen Sommertagen, deren Vorboten sie sind. Sie sind nothwendig, scllen wir uns wirklich später der schönen Zeit erfreuen, sie brechen völlig des trüben Winters rauhe Macht, sie räumen auf mit all dem, was noch als Bodensatz des Winters geblieben, rein wird wieder die Luft, hell das Firmament, es muß ja die Finüerniß dem Lichte weichen. Sind doch gerade die in diesen Tagen zur Vorlesung gelangenden Thora- Abschnitte so recht geeignet, die siegreiche Kraft des Lichtes gegenüber der Finsterniß zu beweisen. Durch Sturm und Drang mußte sich erst die Läuterung unseres Volke» vollziehen, mußten die Mächte der Finsterniß niedergekämpft werden, bis endlich am Sinai hell das Licht erstrahlte, das die Welt erleuchtet, dar Gotteslicht des Gesetzes, das zu erhalten möge. Die Geschichte Israels ist eine Leidensgeschichte; und ist auch die erste Ursache der trüben Zeiten in dem sym pne» jobt? zu suchen, für die Folge finden wir als Ursache immer wieder: die Stürme wollten unser Licht verlöschen, die Wolken unsere Sonne verdunkeln, das göttliche Kleinod der Thora wollte fremde Macht uns rauben. Es ist nie gelungen. Der Druck von außen bewirkte nur Festigung nach innen. Aeußere Feinde können wohl Israel demüthigen, niederzwingen, vernichten werden sie es nimmermehr. Wie aber wenn auch von innen der Wurm der Zerstörung zu nagen beginnt? Wenn den Stürmen von außen die innere Zerrüttung Handlangerdienste leistet? Dann allerdings wäre die Gefahr groß für Dich, o Juda, aber apr nay «nm bx das ist nicht möglich. Dein Kern ist Deine Thora, und sie ist durch ihre Göttlichkeit gefeit gegen Wurmstich und Mottenfraß. Wie aber in einem innerlich gesunden und in Folge dessen widerstandsfähigen Körper sich giftige Bakterien festsetzen können, die dieser wenn auch oftmals erst nach schwerem Kampfe ausstößt, so ist auch in Israel, dessen Lebensmark das Gotteswort ist, keine innere Zersetzung möglich. Unsere heilige Lehre regenirt den Körper unseres Volkes, wenn auch noch so viele kranken Elemente ausgestoßen werden müssen. Und jene, die selbstzerstörend „Reform und Aufklärung" predigen gegen „Fanatismus und veraltetes Vorurtheil?" Nun jene stehen eben schon außerhalb des wahren Judenthums, sie sind nur erkrankte Aeste eines gesunden Stammes, die, wenn sie nicht bald sich heilen lassen, eben weggeweht werden vom brausenden Sturme, die aber dann auch ohne festen Standpunkt hier- und